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Ingwer: Feuchtigkeit führt zu Qualitätsbedenken

18. November 2025 um 16:22 , Der AUDITOR
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PEKING/LIMA. Starke Regenfälle haben sich in Teilen Chinas negativ auf die diesjährige Ingwerernte ausgewirkt. Auch die Anbieter in Peru haben mit Hürden zu kämpfen. Die EU-Importe sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Erzeuger und Exporteure treffen Vorkehrungen

China ist der mit Abstand größte Ingwerproduzent der Welt und dominiert mit rund 52% auch den globalen Ingwerexportmarkt. Wie Onedayone berichtet, gibt es allerdings in diesem Jahr gewisse Qualitätsbedenken bezüglich des Ingwers aus der wichtigen Anbauprovinz Shandong. Das Wetter hatte die Erzeuger zunächst mit ausgewogenen Sommerniederschlägen, die das Wachstum begünstigt haben, in Sicherheit gewägt. Kurz vor der Ernte kam es dann allerdings zu anhaltenden Regenfällen, die den Boden dauerhaft durchnässten. Das hat sich negativ auf die Qualität sowie die Lagerfähigkeit des dortigen Ingwers ausgewirkt. Die Marktexperten rechnen mit einem Ertragsanstieg von etwa 20% im Vergleich zum Vorjahr, haben allerdings Sorge aufgrund des reduzierten Stärkegehalts in den Rhizomen, der durch die überschüssige Feuchtigkeit hervorgerufen wurde. Die Produzenten berichten von Schwierigkeiten bei der Sortierung und Lagerung sowie der höheren Wahrscheinlichkeit von Schimmelbildung.

Onedayone gibt an, dass Lagerung und Konservierung der Ware in dieser Saison nun die entscheidende Rolle spielen. Die Erzeuger und Exporteure sind bemüht, durch verbesserte Kühlhäuser und Belüftungsanlangen ein sicheres Umfeld für die Ingwerrhizome zu schaffen, um die Exporte während der Hauptsaison nicht zu gefährden.

Peru kämpft um Wettbewerbsvorteil

Auch Peru spielt eine wichtige Rolle auf dem globalen Ingwermarkt und belegt bei den Exporten von konventionellem Ingwer den dritten, bei Bio-Ingwer sogar den zweiten Platz hinter China. 86% der aus Peru exportierten Ware stammen dabei aus der Provinz Junín, wobei Satipo als wichtigstes Produktionszentrum dient. Allerdings bestehen gerade bei der Ausfuhr von Bio-Ingwer gewisse Schwierigkeiten, wie die Experten von FreshFruit berichten; diese beziehen sich vor allem auf die Rückverfolgbarkeit und die Einhaltung von Sicherheitsstandards.

„Fehlende Hygienekontrollen in Verarbeitungsbetrieben und die Untererfassung von Arbeitskräften schaffen Schwachstellen, die die Nachhaltigkeit des Sektors gefährden. Wenn Unternehmen zudem auf externe Produzenten ohne eigene Anbauflächen angewiesen sind, führt dies zu verstärktem Wettbewerb um Rohstoffe und höheren Preisen direkt beim Erzeuger“, so FreshFruit gegenüber FreshPlaza. Die Saison 2024 wurde aufgrund geringer Aussaatmengen und Pflanzenkrankheiten vorzeitig beendet, und bis zur Ernte im Juli war das Angebot aus Südamerika begrenzt. Nun soll der Trend zu hochwertigen, rückverfolgbaren und nachhaltigen Produkten den peruanischen Anbietern einen Vorteil verschaffen, besonders im volatilen US-Markt. Im Zeitraum Januar-August 2025 exportierte Peru insgesamt 38.928 mt Ingwer im Wert von 75 Mio. USD. Das sind 9% mehr als im Vorjahreszeitraum, wobei der Exportwert aufgrund des geringeren Durchschnittspreises um 7% sank.

Die EU importiert mehr Ingwer

Die Abnehmer in der EU beziehen ihren Ingwer bevorzugt aus asiatischen und afrikanischen Ursprüngen. Spitzenreiter bei den Lieferanten ist auch hier China, das im Zeitraum 01.01.-16.11.2025 insgesamt 4.423 mt Ingwer in die EU geliefert hat, stolze 53,4% mehr als im Vorjahreszeitraum. Vietnam konnte seine Exporte in die EU ebenfalls um beachtliche 43,9% steigern, während Indien und Nigeria starke Verluste einfuhren. Insgesamt importierte die EU im genannten Zeitraum 7.106 mt Ingwer und damit 7,4% mehr als im Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Importpreis lag mit 3,22 EUR/kg um 18,4% über dem von 2024, sodass der gesamte Importwert um 25,5% auf knapp 23 Mio. EUR stieg.

EU-Import Ingwer in mt

Partner

2024

2025

Diff.

China

2.884

4.423

53,4%

Indien

929

693

-25,4%

Vietnam

378

544

43,9%

Nigeria

1.418

456

-67,8%

Elfenbeinküste

265

275

3,8%

Andere

742

715

-3,6%

Gesamt

6.616

7.106

7,4%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-16.11.

09101200 Ingwer, gemahlen oder sonst zerkleinert

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