Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte: Neue Exportbedingungen in der Türkei

8. August 2023 um 16:45 , Der AUDITOR
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ANKARA/OTTAWA. Für die Ausfuhr roter Linsen und Kichererbsen gelten in der Türkei seit dem 1. August neue Regelungen. In Kanada ist die Linsen- und Erbsenernte in vollem Gange, es gibt allerdings nicht nur gute Nachrichten zu melden.

Monatliche Exportgenehmigungen

In der Türkei gelten neue Regelungen in Bezug auf die Ausfuhr von Kichererbsen und roten Linsen, die beide auf der Liste der registrierungspflichtigen Waren stehen. Die Registrierungsverfahren werden vom Generalsekretariat der Central Anatolian Exporters' Union durchgeführt. Für Kichererbsen werden vom 1. August 2023 bis zunächst zum 1. Januar 2024 monatliche Ausfuhrgenehmigungen erteilt, die Exportmenge darf bei höchstens 55% der Menge liegen, die im entsprechenden Vorjahresmonat ausgeführt wurde. Sollte das Exportunternehmen im letzten Jahr noch nicht existiert oder keine Ausfuhren verzeichnet haben, oder lagen die Exporte unter 25 mt, werden die 25 mt als monatliche Höchstexportmenge festgelegt.

Bei der Ausfuhr roter Linsen erfolgt die Berechnung ein wenig anders. Die monatliche Höchstmenge, die ein Unternehmen ausführen darf, berechnet sich aus dem Dreijahresdurchschnitt der Jahre 2020, 2021 und 2022 – die Exporte dürfen 7,5% der errechneten Durchschnittsmenge nicht überschreiten. Bei einem neu gegründeten Unternehmen oder einem, dessen Dreijahresdurchschnitt unter 15 mt liegt, gelten diese 15 mt als monatliches Exportmaximum. Diese Beschränkungen gelten bis zum 1. November 2023.

Qualität in Kanada schlechter als erwartet

In Kanada und den USA ist indes die Erbsenernte in vollem Gange. Die Experten von Rayglen Commodities berichten allerdings, dass die Früchte aufgrund der ungleichmäßigen Niederschläge unterschiedlich weit entwickelt sind – in manchen Anbauregionen fiel zu viel Regen, in anderen macht die Trockenheit den Erzeugern Sorgen. Aktuell liegen die Preise für alt- und neuerntige Ware recht nach beieinander, sind allerdings stark abhängig vom Standort und der Sorte.

Auch die Linsenerzeuger haben mit der Ernte begonnen. Hier berichtet Rayglen, ähnlich wie bei den Kichererbsen, dass das anhaltend schlechte Wetter in Alberta und Saskatchewan die Qualität der Linsen maßgeblich beeinträchtigt hat. In Alberta waren zunächst 44% der Erträge als sehr gut eingestuft wurden, mittlerweile sind es nur noch 29%; in Saskatchewan sank die Rate von 50% auf 37%. Aus den USA wird bisher eine durchschnittliche Ernte gemeldet. Die Nachfrage nach roten Linsen ist aktuell eher schwach, grüne Linsen sind deutlich gefragter und erzielen auch höhere Preise.

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