Gewürze aktuell: Preissturz auf dem Kardamommarkt
18. Juni 2020 um 15:43 ,
Der AUDITOR
Kreuzkümmel
Auf dem Kreuzkümmelmarkt herrscht große Sorge über eine zweite Covid-19-Welle. Durch die neu aufgetretenen Fälle in China ging die Nachfrage hier merklich zurück, und auch auf dem indischen Inlandsmarkt besteht aufgrund anhaltender Restriktionen wenig Kaufinteresse. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass eine zweite Infektionswelle erhebliche Beeinträchtigungen auf den Märkten mit sich bringen würde. In der Türkei und Syrien halten sich die Erntemengen auf dem Stand von letztem Jahr, während die Ernte in Afghanistan gut ausgefallen ist. Da aber weltweit kaum Nachfrage besteht, sinken die Kreuzkümmelpreise und liegen für Grade-A-Ware derzeit bei 1.865 USD/mt.
Koriandersaat
Aufgrund sinkender Bestände und einer guten Nachfrage seitens der Fachhändler sind die Korianderpreise leicht gestiegen. Auf den Inlandsmärkten zeigt sich der Mangel an Ware noch nicht so deutlich, da viele der sogenannten Mandis aufgrund des Lockdowns noch geschlossen sind. Wenn die Ankünfte wieder steigen, rechnen Marktteilnehmer mit Preissenkungen. Im Vergleich zur Vorwoche sind die Preise jedoch um 60 USD/mt gestiegen und liegen für Koriander, Eagle, 5% split derzeit bei 820 USD/mt.
Kurkuma
Während das Angebot für Kurkuma auf dem Spotmarkt zurückging, hat die Nachfrage sich verbessert. Das betrifft vor allem das Kaufinteresse in Nordindien sowie die Exportnachfrage. Die Provinz Telangana hat mit 59.000 mt sogar einen neuen Exportrekord aufgestellt. Die Preise sind leicht gestiegen und bewegen sich diese Woche auf einem Niveau von 870 USD/mt für Kurkuma, Salem, double polished.
Chilischoten
Der Gewürzmarkt in Guntur, auf dem eine große Menge roter Chilischoten gehandelt wird, wurde nach einem zweiwöchigen Lockdown wieder geöffnet. Die Chilischoten haben seit der Abriegelung etwa 30% an Wert verloren, und aufgrund der geringen Qualität schließen Händler nach wie vor wenig Exportaufträge ab. Die Nachfrage aus China ist aufgrund der neuen Corona-Infektionen fast vollständig zum Erliegen gekommen und der Handel konzentriert sich aktuell vermehrt auf dem Inlandsmarkt. Die Farmer haben derweil mit der Kultivierung der neuen Ernte begonnen. Chilischoten, S4, ohne Stiel werden diese Woche mit 2.055 USD/mt gehandelt.
Kardamom
Während die Ankünfte durchschnittlich bleiben, ist ein starker Nachfragerückgang zu verzeichnen. So konnte beispielsweise das Auktionshaus in Thekkady von 52,5 verfügbaren Tonnen nur 49 mt verkaufen. Vor allem auf den nordindischen Märkten besteht fast kein Kaufinteresse. Die Coronavirus-Pandemie lässt auch die Exportnachfrage merklich sinken, Preissenkungen sind die logische Folge. Kardamom, 8 mm liegt diese Woche bei 32.940 USD/mt, das sind 8.950 USD/mt weniger als letzte Woche.
Schwarzer Pfeffer
Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten ist die Nachfrage nach schwarzem Pfeffer in den vergangenen zwei Monaten gestiegen. Das führte dazu, dass die Preise in Vietnam innerhalb weniger Woche um bis zu 600 USD/mt nach oben gingen, da allein China nach Ende des Lockdowns 20.000 mt einkaufte. In Indonesien wird mit einer 20% geringeren Ernte gerechnet, der Erntevorgang ist allerdings noch in vollem Gange. In Indien stieg sowohl die Export- als auch die Inlandsnachfrage; hier halten sich die Preise für schwarzen Pfeffer, 500 g/l stabil bei 5.005 USD/mt.