Gewürze aktuell: Viele lokale Märkte geschlossen
16. Juli 2020 um 15:58 ,
Der AUDITOR
Kreuzkümmel
Nachdem die Preise in den vergangenen Wochen leichte Anstiege verzeichnen konnten, kommt es nun aufgrund guter Ernteaussichten und einer geschwächten internationalen Nachfrage wieder zu merklichen Preissenkungen. Vor allem der Gastronomiesektor zeigt aktuell kaum Kaufinteresse. Dies gilt sowohl auf dem Inlandsmarkt als auch international. Afghanistan, die Türkei und Syrien sprechen ebenfalls von einer guten neuen Ernte, sodass den Märkten mehr als ausreichend Ware zur Verfügung steht. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten Ware von guter Qualität zu günstigen Preisen angeboten wird. Kreuzkümmel, Grade A kostet diese Woche 1.925 USD/mt.
Koriandersaat
Aus unterschiedlichen Gründen bleiben in dieser Woche einige lokale indische Märkte geschlossen. Während die Mandis von Ramganj in Rajasthan und in Kota als Vorsichtsmaßnahme aufgrund der Corona-Pandemie nicht öffnen, wird in Kumbhraj in Madhya Pradesh aufgrund eines Streiks nicht gehandelt. Das führt zu einem geringeren Angebot, doch da die Nachfrage eher gering bleibt, sind keine Preissteigerungen in Aussicht. Koriander, Eagle, 5% split wird aktuell mit 865 USD/mt gehandelt.
Kurkuma
Während die Preise zum Wochenbeginn aufgrund der schwachen Inlandsnachfrage sanken, können sie sich seitdem auf einem stabilen Niveau halten. Einige größere lokale Märkte sind aufgrund steigender Corona-Infektionen geschlossen und auch die Auktionen in Telangana wurden aufgrund heftiger Monsun-Regenfälle unterbrochen. Die Qualität der Ware ist ebenfalls wenig überzeugend, sodass Händler sich zurzeit nur mit dem nötigsten eindecken. Kurkuma, Salem, double polished liegt bei 910 USD/mt und damit 35 USD/mt unter dem Vorwochenpreis.
Chilischoten
Die Preise für Chilischoten halten sich aktuell stabil. Marktteilnehmer berichten von einem erhöhten Kaufinteresse aus Bangladesch und da kürzlich eine direkte Güterzugverbindung eröffnet wurde, beginnen die Nachfragen seitens der Exporteure anzulaufen. Pro Fahrt können damit etwa 500 mt Chilischoten geliefert werden, in der letzten Woche betrugen die Exportlieferungen nach Bangladesch 384 mt. Die Preise für Chili, S4, ohne Stiel, liegen in dieser Woche bei 2.005 USD/mt und zeigen damit keine Veränderung zu letzter Woche.
Kardamom
Nach zwei finanziell zufriedenstellenden Jahren fürchten die Landwirte nun, dass die Kardamompreise aufgrund einer hohen Produktion und der schwachen Nachfrage aufgrund der Covid-19-Pandemie um 25-30% sinken könnten. Damit lägen die Preise immer noch auf dem guten Niveau von vor drei Jahren. Käufer zögern wegen der unsicheren Situation und wollen keine größeren Investitionen tätigen. Die Produktionsschätzungen für 2020/2021 liegen bei etwa 23.000 mt, was einer deutliche Steigerung gegenüber den 16.000 mt im Vorjahr entspricht. Bisher rechnen die Farmer mit einer guten Qualität, sofern keine größeren Schäden durch den Monsun auftreten. Die Exportnachfrage aus Saudi-Arabien hat wieder zugenommen. Kardamom, 8 mm liegt zurzeit bei 29.875 USD/mt.
Schwarzer Pfeffer
Marktteilnehmer berichten von geringen Handelsaktivitäten und die Farmer sind nach wie vor besorgt über die zunehmenden Importe, die eine Gefahr für die inländische Pfefferproduktion darstellen. Berichten zufolge wurden im Zeitraum Januar-Juni 2020 etwa 11.055 mt Pfeffer importiert, vor allem aus Sri Lanka. Die Preise verfolgen einen leichten Abwärtstrend und liegen aktuell bei 4.550 USD/mt.