Gewürze aktuell: Handel in Indien steht still
26. März 2020 um 16:34 ,
Der AUDITOR
Wie in ganz Indien finden auch auf den Gewürzmärkten keine Handelsaktivitäten statt. Im gesamten Land herrscht seit dieser Woche eine Ausgangssperre, Produktion und Exporte stehen fast komplett still.
Kreuzkümmel
Aufgrund der guten Monsunregenfälle herrschen günstige klimatische Bedingungen und eine hohe Wasserverfügbarkeit, was die Erwartung einer sehr guten Ernte stützt. Landwirte in Rajasthan und Gujarat erwarten einen bis zu 30% höheren Ernteertrag im Vergleich zur letzten Saison. Ein wenig gedämpft wurde diese Hoffnung zunächst durch einen Heuschreckenbefall in den Anbaugebieten Rajasthans, der letztlich aber weniger Schaden als zunächst befürchtet verursachte. Die Produktionsschätzungen für 2020 belaufen sich auf 535.500 mt.
Die Exporte verliefen schon in den vergangenen Monaten schleppend, da Indien mehr als ein Drittel seiner Kreuzkümmelexporte nach China liefert, welches die Importe aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus bereits Anfang des Jahres einstellte. Indische Händler hatten zunächst damit gerechnet, in dieser Saison 50.000 mt Kreuzkümmel nach China zu verkaufen. Indien ist das einzige Land, aus dem China seinen Kreuzkümmel bezieht. Nun liegt die Hoffnung darauf, dass die Exportnachfrage wieder steigen wird, sobald sich die Situation rund um das Coronavirus beruhigt hat. Zwischen April und Dezember 2019 exportierte Indien insgesamt 162.094 mt Kreuzkümmel. Die Preise liegen für Kreuzkümmel, Grade A bei 1.720 EUR/mt FOB.
Koriandersaat
Auf dem Koriandermarkt herrschte schon vor den Problemen, die die Covid-19-Pandemie mit sich bringt, eine düstere Stimmung. Obwohl die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um etwa 11.000 ha verkleinert wurde und dementsprechend weniger Ware zur Verfügung steht, sind die Erzeuger mit den Rohwarenpreise nicht zufrieden. Das liegt zu einem erheblichen Teil daran, dass der nationale Agrarmarkt in Indien sich zurzeit in einer Rezession befindet, wie Marktteilnehmer berichten. Die Preise werden entsprechend niedrig angesetzt. Das bedeutet für die Farmer letzten Endes Verluste, die auch von den versprochenen Subventionen der Regierung nicht aufgefangen werden können.
Die Aussaat hat aufgrund starker Regenfälle spät stattgefunden, dennoch berichten die Erzeuger von einer guten Ernte mit einer hohen Qualität. Händler rechnen deshalb mit guten Preisen, sobald sich die Situation auf den Weltmärkten wieder annähernd normalisiert. Koriander, Eagle, 5% Split kostet in dieser Woche 696 EUR/mt FOB.
Kurkuma
Aufgrund starker Regenfälle rechnen Marktteilnehmer mit Ernteausfällen von etwa 25%, aktuelle Ernteschätzungen belaufen sich auf 913.000 mt. Die Kurkumapreise sind in den vergangenen Wochen stetig gesunken und die Apelle der Bauern and die Staats- und Zentralregierungen, Hilfe durch einen Mindeststützpreis zu erhalten, stießen auf taube Ohren.
Die Exporte liefen ebenfalls eher schleppend, was unter anderen an den US-Sanktionen gegen den Iran liegt. Der Iran ist das Hauptexportziel für indische Kurkuma. Da relativ wenig Ware nach China verschifft wird, hatte der Ausbruch des Coronavirus hier zunächst nur wenige Auswirkungen; durch den kompletten Shut-Down des Landes sieht die Lage mittlerweile natürlich anders aus. Aktuelle Preise für Kurkuma, Salem, Double Polished sind mit 828 EUR/mt FOB notiert.