Erdnüsse: Giftige Ware
29. März 2017 um 13:29 ,
Der AUDITOR
China
Laut dem RASFF Portal der Europäischen Kommission wurden allein aus China 26 Lieferungen zurückgewiesen. Für viele Unternehmen gilt ein Exportverbot. Händlern zufolge wird dies den Markt gehörig unter Druck setzen, vor allem da Kontrakte erfüllt werden müssen und qualitativ hochwertige Ware jetzt schon knapp ist. Die Marktlage ist äußerst angespannt. Gefrorene Kerne und ein zu hoher Feuchtigkeitsgehalt machen den Produzenten im Norden des Landes zu schaffen. Zudem ist günstige Importware mit höherem Ölgehalt aus Indien und Afrika verfügbar, so dass noch nicht einmal das chinesische Frühjahrsfest für die erhoffte Nachfrage sorgen konnte.
Kein Wunder also, dass die Preise in den Keller gerauscht sind. Weitere Preisrückgänge um 10-20 USD/mt sind nicht auszuschließen. Allerdings werden sie im Juli voraussichtlich wieder anziehen, sobald der heiße Sommer vorbei ist.
Argentinien
Die Ernte steht in Argentinien in den Startlöchern und die Produzenten geben sich äußerst optimistisch. Es wird mit einer größeren Ernte als im letzten Jahr gerechnet und auch die Qualität ist vielversprechend. Einzig das Wetter könnte den Produzenten einen Strich durch die Rechnung machen. Viele Verarbeiter haben schon vor einigen Monaten neuerntige Ware zu deutlich höheren Preisen verkauft.
Das Angebot aus der 2016er Ernte verknappt sich langsam. Hochwertige Ware ist nicht mehr zu bekommen. Die Käufer üben sich derzeit in Zurückhaltung, da sie mit Preisrückgängen rechnen. Zudem wurden auch zwei Ladungen aus Argentinien wegen zu hoher Aflatoxinbelastung zurückgewiesen.
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Erdnüsse, Argentinien |
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Sorte |
Ernte |
USD/mt |
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Natur, 40/50 |
2016 |
1425 |
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Blanchiert |
2016 |
1550 |
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Runner 110/120 |
2015 |
1100 |
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Runner 50/60 |
2014 |
1350 |
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FCA |
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USA
US-Erdnüsse werden zunehmend knapper, gleichzeitig sorgen auch hier erhöhte Aflatoxinwerte für Probleme. Blanchierte Erdnüsse der Sorte Runner sind allerdings weiterhin gefragt. Marktteilnehmer empfehlen dennoch, vorerst zu alternativen Ursprüngen wie Argentinien und Brasilien zu wechseln, da die neue US-Ernte erst im Dezember im Markt erwartet wird. Viele Käufer zögern aber, sie hoffen noch immer auf günstigere Preise.
Brasilien
Etwa die Hälfte der brasilianischen Erdnussernte wurde bereits eingefahren, in manchen Regionen sind sogar schon bis zu 80%. Die ersten Container wurden verladen, ab April soll es dann richtig losgehen. Auch qualitativ machen die Erdnüsse einen guten Eindruck. Nach den Niederschlägen vor ein paar Wochen hatte sich das Wetter schnell wieder gebessert und die Ernteschäden hielten sich in Grenzen. Blanchierte Ware ist etwas teurer als die der argentinischen Konkurrenz, die Rohwarenpreise bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau, hier gibt es aber kaum Angebote für europäische Käufer.
Südafrika
Nach Jahren der Trockenheit haben südafrikanische Erdnussbauern dank üppiger Niederschläge endlich wieder bessere Ernteaussichten. Rund 52.500 ha wurden bestellt, die Produktion wird auf 88.175 mt geschätzt. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 wurden gerade einmal 22.600 ha bestellt, die eine Ernte von 17.680 mt einbrachten.