Kostenfrei

Erdnüsse: Argentinien bangt um die Ernte

8. Mai 2017 um 14:25 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

BUENOS AIRES. Der internationale Erdnussmarkt beobachtete die Entwicklungen in Argentinien mit gemischten Gefühlen, das Einsetzen heftiger Niederschläge kurz nach Erntebeginn bereitet dem Handel sorgen.

Argentinien
Ende März freuten sich Marktteilnehmer noch über eine potentiell 30% größere Erdnussproduktion als im Vorjahr. Wie bereits 2015 machten starke Regenfälle den Bauern aber einen Strich durch die Rechnung. Vor allem der Süden des Landes ist betroffen, Straßen waren unbefahrbar und die Ernte musste unterbrochen werden. Im Zentrum und Norden Argentiniens dagegen sind die Aussichten positiv, hinzu kommen gute Wetteraussichten für die nächsten Tage. Marktbeobachter haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die argentinische Erdnussernte weit über dem Vorjahresergebnis liegen könnte.  

Top 10 Erdnussproduzenten

Land

2014/15

2015/16

2016/17

China

16.482.000

16.440.000

17.000.000

Indien

4.855.000

4.470.000

6.300.000

Nigeria

3.413.000

3.000.000

3.000.000

USA

2.354.000

2.722.000

2.579.000

Sudan

963.000

1.871.000

1.400.000

Burma

1.375.000

1.375.000

1.375.000

Argentinien

1.188.000

930.000

1.200.000

Indonesien

1.150.000

1.130.000

1.120.000

Senegal

669.000

1.067.000

1.000.000

Tansania

800.000

800.000

800.000

Andere

6.578.000

6.515.000

6.502.000

Welt

39.827.000

40.320.000

42.276.000

Quelle: USDA

USA
US-Erdnusslieferanten ziehen es weiterhin vor, ihre Ware nicht offensiv im europäischen Markt anzubieten und verkaufen lieber an einheimische Abnehmer. Sollte die argentinische Erdnussproduktion gut ausfallen, werden US-Lieferanten ihre Preise dennoch senken müssen, um sich dem internationalen Markt anzupassen. Leidet die Qualität oder es kommt zu starken Verzögerungen, ist wiederum eine Preisanpassung nach oben möglich. Laut USDA wurden 2016 rund 2,58 Mio. mt US-Erdnüsse produziert. Dieses Jahr könnten es sogar 3,25 Mio. mt werden, legt man den durchschnittlichen Hektarertrag der letzten fünf Jahre zugrunde.

Brasilien
In Brasilien ist die Erdnussernte nahezu abgeschlossen und Qualität und Ertrag stimmen den Markt positiv. Tatsächlich sind brasilianische Erdnüsse aktuell sogar günstiger als argentinische. Die Sorte Runner könnte für einige Abnehmer eine gute Alternative darstellen, bis die argentinische Ernte im europäischen Markt verfügbar ist.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
01.10.2026
ORDU. Qualitätsprobleme führen zu Spekulationen über die Haselnussbestände. Die Exporteure sind mit der aktuellen Nachfragesituation nicht besonders zufrieden. Die Marktpreise entsprechen nach wie vor nicht den Erwartungen.
Nüsse
29.09.2026
MANILA. Die internationalen Preise für Kokosraspel bleiben stabil, während die philippinischen Inlandspreise weiter anziehen. Die EU und die Philippinen haben indes eine weitgehende Einigung auf ein Freihandelsabkommen erzielt.
Nüsse
28.09.2026
IRVING. Im August verlief das Geschäft mit US-Pekannüssen schwach. Die Inlandsnachfrage ging in der Saison 2025/2026 spürbar zurück. Die Lieferungen von geschälten Pekannüssen sind gesunken.
Nüsse
28.09.2026
NEU-DELHI/DAKAR. In Indien bremsen eine schwache Exportnachfrage und höhere Ernteaussichten in mehreren Bundesstaaten das Geschäft; gleichzeitig sorgen Produktionsausfälle in Gujarat gegenläufige Impulse. Im Senegal entsteht eine neue Anlage zur lokalen Erdnussverarbeitung.