Edelkastanien: Italien nutzt seine Chance

27. Oktober 2025 um 15:36 , Der AUDITOR
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ROM. Der ungewöhnliche frühe Saisonstart brachte für die italienischen Edelkastanienhändler sowohl Vor- als auch Nachteile. Die Ernte ist doppelt so hoch wie im Vorjahr ausgefallen und Marktteilnehmer sprechen von einer guten Qualität.

Exporte retten die Lage

Bezüglich der diesjährigen Edelkastanienernte haben die Experten von FreshPlaza mit Marktteilnehmern vor Ort gesprochen, um sich ein Bild der Situation zu machen. So berichtet beispielsweise Luca Castellino, Inhaber von Fratelli Castellino im Piemont, von einer eher ungewöhnlichen Saison; diese habe früh begonnen, und das mit einer doppelt so großen Ernte wie im Vorjahr. Die ersten Kastanien wurden bereits am 1. September geliefert, so früh wie noch nie zuvor. Dabei spielte das Wetter eine entscheidende Rolle und tut es noch immer, vor allem, was den Absatz betrifft. Die hohen Temperaturen im Frühherbst haben die Käufer dazu veranlasst, eher frisches Obst wie Melonen zu konsumieren statt Kastanien, sodass die Verkäufe nach einem vorangegangenen Anstieg wieder zurückgingen. Hierbei waren es vor allem die Exportverkäufe, die die Lage retteten. In Nord- und Osteuropa, wo bereits niedrige Temperaturen herrschen, erfreuen sich die Edelkastanien bereits früher im Jahr großer Beliebtheit. „Plattformen und Händler in Slowenien, Litauen und Estland begannen sofort, das Produkt anzufragen, sodass wir die ersten Chargen verkaufen konnten. Dort wurde der frühe Beginn der italienischen Saison nicht als ungewöhnlich, sondern als wertvolle Gelegenheit angesehen“, so Castellino.

Günstige Bedingungen

Was Menge und Qualität der Ernte 2025 angeht, so sind sich die Marktteilnehmer einig – die Kastanien weisen so gut wie keine Mängel auf und haben eine gute Größe. Dabei ziehen viele Käufer italienische Ware der französischen vor, da letztere schwerer zu schälen ist und sich weniger gut lagern lässt. Besonders beliebt sind die italienischen Sorten Garrone Rosso, Garrone Nero und Marrone di Chiusa Pesio.

Die Situation in weiteren Produktionsländern wirkt sich in dieser Saison günstig auf die Exportbedingungen in Italien aus. So ist die Ernte in Rumänien kleiner ausgefallen und war später verfügbar als die italienische Ware, ähnlich sieht es in Albanien aus. Deshalb war vor allem zu Saisonbeginn die Nachfrage nach italienischen Edelkastanien hoch, wodurch auch der geringe Inlandsverbrauch kompensiert wurde – die Händler haben ihre Chance erfolgreich ergriffen. Mit dem derzeitigen Temperaturrückgang erwarten die Marktexperten aber auch, dass das Kaufinteresse im Inland anziehen wird.

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