Weitere Rohstoffe - Milchprodukte

Deutlicher Preisanstieg bei Milchprodukten

13. April 2022 09:53, Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HALLE. In einem Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung gibt Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbandes, eine Einschätzung über die Entwicklung der Preise für Milchprodukte ab – und diese ist alles andere als ermutigend.

Hohe Butterpreise

Milchprodukte werden nach Einschätzung der Molkereiwirtschaft deutlich teurer. "Die Preise steigen in einem Ausmaß, das habe ich noch nicht erlebt", sagt Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbandes, der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung. Die 250 Gramm-Packung Markenbutter kostet laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) aktuell im Preiseinstiegssegment 2,09 Euro. Das ist ein Anstieg um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Ich gehe davon aus, dass der Preis weiter steigt", so Heuser. Der Liter H-Milch kostet 0,98 Cent. Heuser erwartet Preise von mehr als einem Euro in den kommenden Monaten.

Hohe Produktionskosten und Milchknappheit

Die Teuerung geht nach Einschätzung von Sachsen-Anhalts Bauernpräsidenten Olaf Feuerborn unter anderem auf gestiegene Produktionskosten bei den Landwirten zurück. So hätten sich die Kosten für Futtermittel, Dünger und Kraftstoff deutlich erhöht. Es gibt jedoch noch ein neues Phänomen, das in den Vorjahren bei den schwankenden Milchpreisen noch keine bedeutende Rolle gespielt hat: "Die Milch wird richtig knapp", sagt Molkereivertreter Heuser. Die Milchmenge sei insgesamt durch Futtermittelknappheit und Produktionsaufgaben bei Betrieben gesunken.

Kein Ende der Preissteigerungen in Sicht

Der sogenannte Milchauszahlungspreis an die Bauern liegt aktuell im Bundesschnitt bei 43 Cent je Liter. Einige Molkereien in Deutschland zahlen laut Heuser aber bereits 48 Cent. Der Verbandschef geht davon aus, dass die Preise auf über 50 Cent steigen. "Ein Ende der Fahnenstange ist aktuell nicht zu sehen", so Heuser. An den Rohstoffbörsen wird der Liter Milch inzwischen für mehr als 60 Cent gehandelt. Die Börsenpreise würden zwar nur eine Augenblickssituation spiegeln, "zeigen aber, wo die Reise hingeht", so Heuser.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Milchprodukte
26.04.2022
FRANKFURT/BRÜSSEL. Die Verbraucher haben sich von den hohen Butterpreisen in Deutschland bisher nicht abschrecken lassen, nachdem mehrere Discounter, darunter Aldi und Lidl, im April die Preise erhöht hatten. Obwohl die durchschnittlichen Butterpreise in der EU um 70% höher liegen als im letzten Jahr, hat dies die Exporte nicht beeinträchtigt.
Milchprodukte
04.04.2022
FRANKFURT/BRÜSSEL. Die Discounterkette Aldi hat am Freitag keinen Aprilscherz gemacht, als sie ankündigte, dass die Verbraucher in Deutschland 30% mehr für Butter bezahlen müssen. Das Problem ist, dass die Preise für Milch und Molkereiprodukte in die Höhe schießen, was nicht nur auf die allgemeine Inflation zurückzuführen ist, sondern auch auf den Krieg in der Ukraine.
Milchprodukte
28.01.2022
FRANKFURT/BRÜSSEL. Die Milchanlieferungen liegen in Frankreich und Deutschland immer noch unter dem normalen Niveau. Die Aussichten sind alles andere als ermutigend, da die Energie- und Futterkosten weiter steigen. Dies stellt für die Butterhersteller ein Problem dar, zumal die internationale Nachfrage hoch ist.