Corona-Krise kostet Bäckerhandwerk bislang 1 Milliarde Euro

13. Oktober 2020 um 07:45 , Der AUDITOR
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BERLIN. Die Innungsbäcker haben in der Corona-Krise teils herbe Umsatzverluste hinnehmen müssen. Das zeigt die aktuelle Umfrage des Landesinnungsverbände und des Zentralverbandes des Bäckerhandwerks.

Nach den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage des Bäckerhandwerks haben die deutschen Innungsbäcker während der Corona-Krise durchschnittlich 13 % Umsatzminus hinnehmen müssen. „Hochgerechnet fehlt den Handwerksbäckern mehr als eine Milliarde Euro Umsatz in den Kassen“, konstatiert Michael Wippler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. Besonders die Bäckerei-Cafés hätten während des Lockdowns mit Umsatzverlusten zu kämpfen gehabt. So ging der Umsatz mit Kaffee, Heißgetränken und Snacks bei mehr als 86 % der befragten Betriebe zurück. Selbst beim Verkauf loser Ware (Brot und Backwaren) gaben 54 % der Betriebe an, in den vergangenen Monaten weniger verkauft zu haben. Deutlich wird dies bei Kundenfrequenzen: Bei 56 % der Unternehmen ging sie während der Krise merklich zurück, lediglich 28 % hatten mehr Kundschaft in den Filialen zu verzeichnen.

Sortimentsanpassung unumgänglich
Die Umfrage unter den Innungsbäckern, an der 1.100 Bäckereien teilgenommen haben, hat auch ergeben, dass 60 % der Betriebe keine staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen mussten. Für 31 % der Betriebe waren Soforthilfen des Bundes, Kurzarbeitergeld und die Steuerstundung das passende Mittel. Dank staatlicher Hilfen konnten betriebsbedingte Kündigungen bei 88 % der Betriebe verhindert werden. Die Krise machte auch betriebswirtschaftliche Anpassungen erforderlich: Rund die Hälfte der Betriebe hat auf den Lockdown mit Sortimentsanpassung reagiert, fast 30 % mit Mehrschichtbetrieb in der Produktion. Weniger negative Auswirkungen hatte die Corona-Krise auf Ausbildung und Weiterbildung. Die Mehrzahl, rund 88 % der Betriebe, bildet weiterhin aus. Auf Weiterbildung  wird gesetzt, sie soll bei 89 % der Betriebe mindestens auf gleichem Niveau bleiben oder bei 9 % sogar verstärkt werden.

Maskenpflicht belastet Betriebsabläufe
Zwar werden Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vom Großteil der Betriebe als sinnvoll bezeichnet. Sie stellen für die meisten Betriebe aber eine große Belastung dar. Als belastend für den Betriebsablauf werden die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes für Kunden und Mitarbeiter sowie die Beschränkung der Kundenzahlen im Verkaufsraum bezeichnet. Auch der Umgang mit Maskenverweigerern wird als belastend angesehen. Auf die Frage, wie lange die Beschränkungen anhalten werden, zeigt sich die Stimmung im Bäckerhandwerk eher pessimistisch: Die Mehrheit geht davon aus, dass erst ab Sommer/Herbst 2021 zum Normalbetrieb zurückgekehrt werden kann. Rund 23 % der Betriebe gehen davon aus, dass frühestens 2022 die Pandemie überwunden sein wird. Mehr als doppelt so viele Betriebe wie vor einem Jahr bewerten ihr Risiko, zahlungsunfähig zu werden, als hoch. Angesichts dieser Zahlen ist es für Bäckereien wichtig, dass ein zweiter Lockdown oder weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens möglichst verhindert werden, hieß es.

Quelle: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V.

 

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