BDBe: E10-Verbrauch steigt, aber weniger Bioethanol im Benzinmarkt
28. Juni 2018 um 14:44 ,
Der AUDITOR
In Deutschland erreichte die Produktion 2017 rund 0,67 Mio. mt, was gegenüber dem Vorjahr einem Minus um 8,8% entspricht. Der Verbrauch ging um knapp 2,0% auf rund 1,15 Mio. mt zurück. Positiv ist eine Zunahme des Absatzes von Super E10 und die weitere Verbesserung der Treibhausgasbilanz heimischen Bioethanols: Dieser hat die CO2-Emissionen im Vergleich zu fossilem Benzin um 75% gesenkt. Für das laufende Jahr erwartet der BDBe eine positive Entwicklung beim Bioethanolverbrauch, da sich die seit Anfang 2017 angehobene Verpflichtung der Mineralölunternehmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen aller Kraftstoffe im Markt auswirken dürfte.
Produktion 2017
In den neuen Bundesländern gelegene Bioethanolwerke haben im Jahr 2017 insgesamt 672.930 Tonnen Bioethanol produziert. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 8,8%. Ein Drittel der pflanzlichen Rohstoffe wird zu Bioethanol verarbeitet, sonstige pflanzliche Inhaltsstoffe fließen in Eiweißfuttermittel aus Getreide, Kraftfutter aus Industrierüben und sonstige Produkte für die Lebens- und Futtermittelindustrie.
Verbrauch 2017
Wie bereits 2016 wuchs der deutsche Benzinmarkt im Jahr 2017 weiter und erzielte einen Absatz von rund 18,3 Mio. mt. Bioethanol erreichte darin einen fast unveränderten Anteil von 6,0 Vol.-Prozent. Es wurden knapp 1,2 Mio. mt Bioethanol für Kraftstoffanwendungen verbraucht, ein Rückgang um 1,6% gegenüber dem Vorjahr.
Der Absatz der bis zu 10% Bioethanol enthaltenden Kraftstoffsorte Super E10 stieg auf über 2,4 Mio. mt. Dies bedeutet einen Marktanteil von 13,4%. Im Vorjahr waren es mit 2,3 Mio. mt 12,6% Marktanteil gewesen. Super E5 erreichte mit 15,0 Mio. mt in 2017 einen etwas geringeren Marktanteil von 82,1%. Im Vorjahr waren es 15,1 Mio. mt, dies entsprach einem Marktanteil von 82,8%. Der Marktanteil von Super Plus betrug mit rund 830.000 mt ähnlich wie im Vorjahr 4,5%.
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Benzin 2016 und 2017 (in Tonnen) |
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2016 |
Marktanteil 2016 |
2017 |
Marktanteil 2017 |
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Super Plus |
837.019 |
4,6% |
830.289 |
4,5% |
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Super E5 |
15.098.530 |
82,8% |
15.023.928 |
82,1% |
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Super E10 |
2.302.150 |
12,6% |
2.441.807 |
13,4% |
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Gesamt |
18.237.749 |
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18.296.024 |
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Quelle: BAFA ©BDBe Stand 06/18 |
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In dem Benzinadditiv ETBE (Ethyl-tertiär-butylether), welches mit Bioethanol sowie fossilem Isobuten synthetisiert wird, setzten die Mineralölunternehmen nur noch 111.440 Tonnen Bioethanol ein und damit 13,5% weniger als im Vorjahr.
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Bioethanol (EtOH) in Benzin 2016 und 2017 (in Tonnen) |
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2016 |
2017 |
Diff. |
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EtOH in ETBE |
128.760 |
111.440 |
-13,5% |
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EtOH als Beimischung |
1.046.694 |
1.045.080 |
-0,2% |
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EtOH gesamt |
1.175.454 |
1.156.520 |
-1,6% |
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Benzin gesamt ohne EtOH |
17.062.295 |
17.139.504 |
0,5% |
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Benzin gesamt mit EtOH |
18.237.749 |
18.296.024 |
0,3% |
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Anteil EtOH in Benzin |
6,1% |
6,0% |
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Quelle: BAFA ©BDBe Stand 06/18 |
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Laut den vorläufigen Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist der Verbrauch von Bioethanol zwischen Januar und April 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 9% gestiegen.
Der Geschäftsführer des BDBe, Stefan Walter, äußerte sich wie folgt: „Wir gehen davon aus, dass sich die am 01.01.2017 gestiegene Treibhausgas-Minderungsquote in diesem Jahr positiv auf den Einsatz von Bioethanol als Beimischung zu Benzin auswirken wird. Die verbesserte Treibhausgasbilanz heimischen Bioethanols zeigt, dass die im Kraftstoffmarkt etablierten Biokraftstoffe einen steigenden Beitrag für den Klimaschutz leisten können. Die Politik sollte dies unterstützen, indem sie die Treibhausgasminderungspflicht bereits ab 2019 erhöht und nicht erst ab 2020.“
Ausführliche Marktdaten für 2017 inklusive weiterer Infografiken und Tabellen finden Sie hier.