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Zwiebeln: Schwierige Wasserversorgung in Kalifornien

12. August 2026 um 12:51 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO/BRÜSSEL. Die US-Zwiebelernte 2026 kommt voran, während der Krankheitsdruck in den Beständen erhöht bleibt. Steigende Kosten für Dünger, Energie und Bestrahlung belasten den Markt. Die EU-Importe sind massiv eingebrochen.

Sorge wegen Pflanzenkrankheiten

Die Zwiebelernte von ofi startete Mitte Mai in der Wüstenregion Kaliforniens und wanderte von dort weiter nach Norden ins Central Valley. Gegen Ende des Sommers wird die Ernte im pazifischen Nordwesten erwartet. Der milde und trockene Spätwinter in Kalifornien führte zu Saisonbeginn zu niedrigeren Erträgen als erwartet. Inzwischen haben sich die Erträge jedoch wieder den geplanten Mengen angenähert. Gleichzeitig bleibt der Krankheitsdruck erhöht und gibt den Erzeugern Anlass zur Sorge. Das Agrarteam von ofi überwacht und bewertet die Felder daher weiterhin, um mögliche Qualitätsprobleme frühzeitig zu erkennen.

Wasserversorgung und Kosten bleiben im Fokus

Die ungewöhnlich warmen und trockenen Bedingungen im Spätwinter ließen die Schneedecke früher als üblich schmelzen. Dadurch füllten sich Flüsse und Reservoirs früher als prognostiziert. Die meisten Speicher liegen zwar über den historischen Durchschnittswerten, der frühe Abfluss des Schmelzwassers kann jedoch die Wasserverteilung an die Erzeuger erschweren. Der Westlands Water District hat für die Saison 2026/27 eine Wasserzuteilung von 25% angekündigt. Welche Auswirkungen dies auf die Saison 2027 haben wird, ist noch offen. Die Marktexperten setzen weiterhin auf eine breitere Streuung der Anbaugebiete, um die Abhängigkeit vom Westlands Water District zu reduzieren, um die Abhängigkeit von diesem Wasserdistrikt zu verringern.

Die weltweiten Düngemittelmärkte haben sich leicht entspannt, die Preise bleiben jedoch schwankungsanfällig und über dem Vorjahresniveau. Auch Energie- und Kraftstoffkosten entwickeln sich volatil. Die Zwiebelversorgung ist über die meisten Qualitäten und Größen hinweg ausreichend, um die Nachfrage zu decken. Die allgemeinen Kosten dürften sich an der Gesamtinflation orientieren. Für spezialisierte Produkte, darunter BI-kontrollierte Ware und farbsensible Produkte, werden jedoch höhere Kosten erwartet. Hinzu kommen steigende Bestrahlungskosten, für die im kommenden Jahr ein Anstieg um 8% prognostiziert wird.

In der Lebensmittelindustrie nehmen die Anforderungen an Transparenz und strenge Lebensmittelsicherheitsstandards weiter zu, insbesondere bei Zutaten für den direkten Verzehr. Die Marktexperten von ofi streben deshalb an, in den kommenden Jahren für das gesamte Zwiebelportfolio eine vollständige „Ready-to-Eat-Konformität“ (RTE-Konformität) zu erreichen.

EU-Importe drastisch gesunken

Die EU-Speisezwiebelimporte sind im Zeitraum 01.01.-26.07.2026 gegenüber dem Vorjahr um satte 46,7% zurückgegangen. Das macht sich besonders bei den drei wichtigsten Lieferanten bemerkbar: Ägypten auf Platz 1 lieferte mit 40.001 mt fast 70% weniger Zwiebel in die EU als im entsprechenden Zeitraum 2025, Peru musste einen Rückgang von 45,9% einstecken und Neuseeland verschiffte 33,3% weniger Zwiebeln in die Länder der Europäischen Union. Die gesamte Importmenge im oben genannten Zeitraum lag bei 215.825 mt (2025: 404.547 mt). Deutlich steigern konnten sich hingegen die Lieferungen aus Chile (+18,0%) und der Ukraine (+190,1%).

Größter Abnehmer innerhalb der EU war Spanien (-24,8% auf 89.680 mt), gefolgt von den Niederlanden (-57,4% auf 51.540 mt) und Rumänien (-42,4% auf 17.020 mt). Der durchschnittliche Importpreis stieg moderat um 0,01 EUR/kg auf 0,57 EUR/kg, durch die deutlich geringere Abnahmemenge sank der Importwert allerdings um 45,9% auf gut 123 Mio. EUR.

EU-Import Speisezwiebeln in mt

Partner

2025

2026

Diff.

Ägypten

136.131

42.001

-69,1%

Peru

58.305

31.543

-45,9%

Neuseeland

45.308

30.235

-33,3%

Chile

24.399

28.801

18,0%

Senegal

21.114

18.572

-12,0%

Ukraine

3.761

10.910

190,1%

Türkei

43.447

10.646

-75,5%

Südafrika

8.079

7.949

-1,6%

Indien

10.419

7.470

-28,3%

Serbien

9.085

6.619

-27,1%

Andere

44.499

21.079

-52,6%

Gesamt

404.547

215.825

-46,7%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-26.07.

07031019 Speisezwiebeln, frisch oder gekühlt (ausg. für Saatzwecke "Steckzwiebeln")

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