Zucker: Produktionsprognosen für Brasilien erhöht
16. Juli 2020 um 14:17 ,
Der AUDITOR
Kraftstoffproduktion zurückgefahren
Wie die brasilianische Prognosebehörde Conab in ihren offiziellen Schätzungen für die Saison 2020/2021 bekanntgab, soll die Zuckerproduktion um etwa 18,5% auf 31,85 Mio. mt steigen. Das Hauptanbaugebiet Center-South, in dem rund 90% des brasilianischen Zuckerrohrs angebaut wird, erhöht seine Produktion dabei ebenfalls um 18,5% auf 31,85 Mio. mt. Zwar fällt die Anbaufläche für Zuckerrohr um etwa 2% geringer aus als noch im Vorjahr, jedoch wird mehr Zuckerrohr für die tatsächliche Zuckerproduktion verwendet. Bis dato ging ein Großteil der Ernte, nämlich etwa 65%, in die Ethanolproduktion. Dieses Jahr dürften es etwa 8% weniger sein, die folglich für die Produktion von Zucker zur Verfügung stehen. Dieser Umstand ist zu einem Großteil der Corona-Pandemie geschuldet, die den Bedarf für Öl und Treibstoffe drastisch nach unten getrieben und die Preise deutlich gesenkt hat.
Preisliches Auf und Ab
Die Zuckerpreise auf dem Weltmarkt befanden sich noch im Februar auf einem absoluten Tiefpreis, der ein Zehnjahrestief markierte. Mittlerweile hat sich die Situation wieder entspannt, im Juni kam es zeitweise zu Preissteigerungen von bis zu 30%. Marktteilnehmer gehen allerdings davon aus, dass sich die Preise nun zunächst auf einem stabilen Niveau halten werden, da der Konsum durch die Pandemie nach wie vor eingeschränkt ist, was sich vor allem in der Backbranche deutlich zeigt. Die höhere Produktion im wichtigsten Exportland Brasilien dürfte erhebliche Preissteigerungen ebenfalls verhindern. Die Preise für Kristallzucker, EG-Kat. II, mittelfein liegen auf dem europäischen Spotmarkt zurzeit etwa bei 0,44 EUR/kg DDP Deutschland. Rohzucker ist an der CBOT mit rund 0,26 USD/kg notiert.