Südzucker: Prognose für laufendes Geschäftsjahr 2021/22 bestätigt

8. Juli 2021 um 11:11 , Der AUDITOR
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MANNHEIM. Während sich der Konzernumsatz der Südzucker AG im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2021/22 leicht erhöht hat, zeigt sich das operative Konzernergebnis vorerst rückläufig. Erstmals wird im Quartalsbericht über fünf statt bisher vier Segmente berichtet.

Der Konzernumsatz der Südzucker AG stieg im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 (1. März bis 31. Mai 2021) moderat auf 1.753 (Vorjahr: 1.669) Millionen Euro. Dabei ging der Umsatz im Segment Spezialitäten leicht zurück, während es in den Segmenten Zucker und Frucht zu leichten und in den Segmenten CropEnergies und Stärke zu deutlichen Steigerungen kam. Das Konzern-EBITDA lag mit 121 Millionen Euro um 13 Millionen Euro unter Vorjahr.

Operatives Konzernergebnis zeigt sich rückläufig

Das operative Konzernergebnis ging im Berichtszeitraum deutlich auf 49 (Vorjahr: 61) Millionen Euro zurück. Die seit dem ersten Quartal 2020/21 pandemiebedingt heterogene Geschäftsentwicklung führte zu zahlreichen Verwerfungen innerhalb der Quartale und innerhalb des gesamten Geschäftsjahres 2020/21, die nun im laufenden Geschäftsjahr 2021/22 teilweise zu gegenläufigen Effekten führen können.

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2021/22 berichtet Südzucker erstmals über fünf Segmente. Zu den vorhandenen Segmenten Zucker, Spezialitäten, CropEnergies und Frucht wird erstmals das Segment Stärke eigenständig ausgewiesen. Historische Daten wurden der neuen Berichterstattung angepasst.

Höhere Produktionskosten im Segment Zucker

Im Segment Zucker stieg der Umsatz moderat auf 595 (Vorjahr: 565) Millionen Euro an. Der Umsatzanstieg ist im Wesentlichen auf höhere Zuckererlöse seit Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres 2020/21 (1. Oktober 2020 bis 30. September 2021) bei Absätzen auf Vorjahresniveau zurückzuführen. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 war zu Beginn noch von positiven Einflüssen infolge von Hamsterkäufen zu Beginn der Coronapandemie geprägt. Diese wurden im weiteren Verlauf des letzten Geschäftsjahres von einer schwächeren Nachfrage der zuckerverarbeitenden Industrie deutlich überlagert.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 lag der operative Verlust mit -25 Millionen Euro deutlich über dem des Vorjahres. Dabei standen den höheren Zuckererlösen gestiegene Produktionskosten aus der Kampagne 2020 und geringere Einzelhandelsabsätze gegenüber. Durch die im Jahresverlauf des Vorjahres noch hohen Absatzmengen im ersten Quartal konnte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres noch kein Absatzanstieg erreicht werden.

In der Südzucker-Gruppe wurde die Rübenfläche der Kampagne 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund 3,1 Prozent auf 353.600 (Vorjahr: 343.000) Hektar erhöht. Die Hauptaussaat begann Ende März bei zunächst guten Aussaatbedingungen. Spätfröste und allgemein kühle Temperaturen im April und Mai verzögerten zwar die Rübenentwicklung, eine ausreichende Wasserversorgung führte jedoch gleichzeitig zu gleichmäßigen Rübenbeständen.

Segment Spezialitäten erlebt Ergebnisrückgang

Der Umsatz im Segment Spezialitäten lag mit 421 (Vorjahr: 444) Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt rückläufige Absatzmengen wirkten sich belastend aus, wobei das Vorjahr zu Beginn des ersten Quartals durch die teils sprunghafte Nachfragesteigerung geprägt war. Der Umsatzentwicklung folgend reduzierte sich das operative Ergebnis deutlich auf 34 (Vorjahr: 40) Millionen Euro. Ergebnisbelastend wirkten dabei insgesamt rückläufige Absatzmengen sowie teilweise gestiegene Rohstoffkosten.

Segment CropEnergies mit deutlichem Ergebnisanstieg

Im Segment CropEnergies konnte der Umsatz deutlich auf 195 (Vorjahr: 162) Millionen Euro gesteigert werden. Dabei trugen nach pandemiebedingten Verwerfungen bei der Kraftstoffnachfrage im Vorjahresquartal höhere Absatzmengen und Erlöse zu einem Umsatzanstieg bei. Der Umsatzentwicklung folgend verbesserte sich auch das operative Ergebnis deutlich auf 15 (Vorjahr: 8) Millionen Euro. Höhere Erlöse sowie ein Zuwachs der Absatzmengen wirkten sich positiv aus, so dass gestiegene Rohstoffkosten mehr als ausgeglichen werden konnten.

Segment Stärke wird erstmals gesondert ausgewiesen

Der Umsatz im Segment Stärke konnte gesteigert werden und lag mit 221 (Vorjahr: 194) Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Umsatzzuwachs wurde insbesondere durch die erfreuliche Absatzentwicklung sowie höhere Ethanolpreise unterstützt. Das operative Ergebnis blieb hingegen mit 9 (Vorjahr: 13) Millionen Euro deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Dabei trugen insbesondere höhere Rohstoffkosten aber auch insgesamt niedrigere Erlöse zu einer rückläufigen Marge bei.

Ergebnis im Segment Frucht auf Vorjahresniveau

Der Umsatz im Segment Frucht lag mit 321 (Vorjahr: 304) Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Die Umsätze bei Fruchtzubereitungen stiegen dabei vor allem absatzbedingt an, dagegen waren die Umsätze mit Fruchtsaftkonzentraten trotz stabilem Absatz infolge leicht rückläufiger Erlöse leicht niedriger. Das operative Ergebnis blieb mit 16 (Vorjahr: 16) Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 bestätigt

Im Konzern wird für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Umsatz von 7,0 bis 7,2 (Vorjahr: 6,7) Milliarden Euro erwartet. Dabei wird im Segment Zucker mit einem deutlichen Umsatzanstieg gerechnet. Das operative Konzernergebnis wird in einer Bandbreite zwischen 300 und 400 (Vorjahr: 236) Millionen Euro gesehen. Es ist davon auszugehen, dass die Impfquoten gegen Covid-19 mit großen regionalen Unterschieden weltweit kontinuierlich weiter steigen werden. In der Folge werden sich die wirtschaftlichen Auswirkungen voraussichtlich im Lauf der Zeit reduzieren. Dennoch bestehen auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2021/22 Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, deren wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen und Dauer nur schwer abschätzbar sind.

Quelle: suedzucker.de
Foto © Wilhelm Dürr / Südzucker

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