Zucker: Massive Einschnitte bei EU-Zuckerproduktion erwartet

9. September 2026 um 16:01 , Der AUDITOR
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ORIGNY-SAINTE-BENOITE/BRAUNSCHWEIG. Nordzucker hat die Zuckerkampagne 2026/2027 gestartet. Der französische Zuckerhersteller Tereos hat seinen Kampagnenstart verschoben. Hitze und Trockenheit machten den Zuckerrüben in den EU-Hauptanbauländern zu schaffen.

20% geringere Erträge in Frankreich erwartet

Wie Reuters berichtete, rechnete der französische Zuckergigant Tereos in diesem Jahr aufgrund von extremer Hitze und Trockenheit mit einer deutlichen Reduktion der Zuckerrübenernte. Nicht nur soll der Ertrag im Jahresvergleich um 20% geringer ausfallen, sondern auch 15% unter dem 5-Jahresdurchschnitt liegen. Aufgrund der Signifikanz Frankreichs für den EU-Zuckermarkt soll dieses Defizit dazu beitragen, dass die EU-Zuckerproduktion auf ein 38-Jahrestief sinkt.

Als Reaktion auf die geringere Ernte plant Tereos die Zuckerkampagne in seinen acht französischen Werken auf durchschnittlich 100 Tage zu reduzieren, während es im vergangenen Jahr rund 130 Tage waren. Des Weiteren soll der Start der Zuckerkampagne nach hinten verschoben werden, in der Hoffnung, dass sich der Zuckergehalt in den Rüben noch entwickeln kann. Nach zwei Jahren stetig sinkender Zuckerpreise sei aufgrund der aktuellen Situation damit zu rechnen, dass sich die Preise wieder erholen werden.   

Nordzucker Startet Kampagne 2026/2027

Anfang September hat Nordzucker die Kampagne 2026/2027 eingeläutet. Den Startschuss machen die beiden Zuckerwerke in Polen, gefolgt von Litauen, Deutschland, Schweden, Dänemark und Finnland. In Deutschland und Dänemark wird, wie bereits in den vergangenen Jahren, zunächst die Bio-Ernte verarbeitet. Nordzucker-CEO Lars Gorissen wies in der aktuellen Pressemeldung des Unternehmens allerdings darauf hin, dass sich die Rüben aufgrund der Witterung in diesem Jahr in vielen Nordzucker-Anbauregionen zunächst nicht optimal entwickelt hatten. Wetterextreme und ein zunehmender Krankheitsdruck die Ertragserwartungen in vielen europäischen Anbauregionen.

Darüber hinaus sei der Kampagnenstart in einer anspruchsvollen Marktphase erfolgt, hieß es weiter in der Pressemeldung, die von hohen Zuckerbeständen in der EU und auf dem Weltmarkt sowie niedrige Zuckerpreise geprägt sei. Hinzu komme die aktuell in Deutschland geplante Steuer auf zuckergesüßte Softdrinks, welche viele Unsicherheiten und erhebliche wirtschaftliche Folgen für die Zuckerbranche, die Landwirtschaft und zahlreiche Arbeitsplätze in ländlichen Regionen mit sich bringen würde. 

EU-Bilanz Prognose 2026/2027

In der aktuellen Bilanz des Ausschusses für die gemeinsame Organisation der Agrarmärkte der Europäischen Kommission wird die EU-weite Zuckerproduktion 2026/2027 auf 13,418 Mio. mt geschätzt, in der Saison 2025/2026 kam das Ergebnis hingegen auf 16,579 Mio. mt. Die Anbaufläche ist von 1,336 Mio. ha auf 1,224 Mio. ha zurückgegangen, zudem wurden bereits vor Kampagnenstart ein Ertragsrückgang von 12,3 mt/ha im Vorjahr auf 10,9 mt/ha in diesem Jahr erwartet.

Frankreichs Zuckerproduktion wird in der aktuellen Bilanz auf 3,993 Mio. mt geschätzt. Es folgen Deutschland mit 3,505 Mio. mt, Polen mit 2,222 Mio. mt und die Niederlande mit 1,050 Mio. mt. 

EU-Zuckerproduktion* 2026/2027

Land

ha

mt/ha

mt

Frankreich

323.000

12,0

3.992.840

Deutschland

305.000

11,5

3.504.647

Polen

238.000

9,4

2.222.138

Niederlande

76.000

13,8

1.050.056

Belgien

42.000

12,7

535.402

Tschechien

56.000

9,2

514.600

Dänemark

28.000

12,3

348.110

Österreich

23.000

10,4

236.156

Spanien

21.000

10,6

222.056

Rumänien

15.000

6,9

101.989

Andere

97.000

-

689.726

Gesamt

1.224.000

10,9

13.417.720

Quelle: Europäische Kommission, Stand 27.08.2026

*umgerechnet auf den Ertrag von Weißzucker

Weitere Informationen:
- Preischart Kristallzucker, EG-Kat. II, mittelfein
- Preischart Rohzucker, CBOT
-
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