Zucker in der EU ist knapp
10. Dezember 2018 um 09:59 ,
Der AUDITOR
Aktuell zeichnet sich ein weiterer Bestandsabbau von Zucker in der EU für die Jahre 2018 und 2019 ab, sagte vergangene Woche in Köln Dr. Hermann Schmitz, Leiter Landwirtschaft von Pfeifer & Langen. Auch weltweit erwartet Schmitz nach den aktuellen Schätzungen eine Erzeugung unterhalb des Verbrauchs. Weltweit steige jedoch die Nachfrage nach Zucker weiter an.
Die Trockenheit hat die Rübenerträge in Deutschland, Frankreich in den Benelux-Ländern sowie Polen stark geschmälert. In der EU wird noch mit einer Produktion von 18,7 Mio. t Zucker 2018/19 gerechnet, führte Schmitz in der Unternehmenszentrale von Pfeifer & Langen aus. Die Nachfrage nach Zucker sei jedoch trotz der kontrovers geführten Diskussion über eine Reduktion von Zucker stabil in der EU.
Die Bestände in der EU von Zucker dürften sich 2018/19 auf unter 1 Mio. t Zucker reduzieren. Auch weltweit wird mit einer geringeren Produktion in Brasilien und in Indien gerechnet. Damit habe sich der Markt wieder gedreht, noch 2017 gab es eine Rekordernte in der EU und weltweit.
Einziger Wermutstropfen seien noch die niedrigen Zuckerpreise, die derzeit bei rund 350 €/t in der EU liegen. Preissteigerungen in der EU für freie Ware sind zu erwarten. Große Mengen an Zucker sind vermutlich kontrahiert. Doch Schmitz glaubt fest an die Rübe und will mit den Anbauern von Pfeifer & Langen gemeinsam Wege finden, die Rentabilität der Rübe zu sichern. Auch einen Preisanstieg hält der Marktexperte zukünftig möglich. In Deutschland und in der EU wird erwartet, dass Landwirte im kommenden Jahr rund 5 Prozent weniger Rüben säen. Bei normalen Erträgen dürfte dann wieder eine Menge von 2018 erreicht werden. Damit bleibe die geringe Versorgung 2019 erhalten.
Doch trotz dieser Engpässe sind die Anbauer von den niedrigen Rübenpreisen frustriert. Angesichts der Knappheit von Zucker könnte sich das Blatt jedoch wenden. Wer jetzt noch kurzfristig seine Anbaupläne für 2019 ändern möchte, könne sich mit seinem Anbauberater in Verbindung setzen, sagte Schmitz. Die meisten Landwirte haben sich für das Flexmodel in den Anbauverträgen entschieden.
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