Nüsse

Walnüsse: Hat die US-Ernte ihren Zenit überschritten?

18. August 2021 08:04, Der AUDITOR
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SACRAMENTO. Die US-Exporte liegen deutlich über dem Vorjahresergebnis. Experten gehen allerdings davon aus, dass den Farmern der finanzielle Anreiz fehlen könnte, die Anbaufläche in den kommenden Jahren signifikant auszubauen. Noch kommen allerdings immer wieder neue Flächen in Betrieb, die in den vergangenen Jahren bepflanz wurden.

Deutschland steigert Juli-Importe um 150%

Die US-Walnusslieferungen seit Saisonbeginn belaufen sich auf 381.864 mt, was einer Steigerung von 21% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Dabei wurden rund 287.470 mt (+27%) Walnüsse mit und ohne Schale ins Ausland geliefert, der Inlandsbedarf belief sich auf 94.394 mt (+5%). Während die Lieferungen besonders in den asiatischen und afrikanischen Raum deutlich zugelegt haben, wurde nach Mittel- und Südamerika deutlich weniger US-Ware verschifft. Gleichzeitig legten die Exporte nach Europa um 6% auf 94.179 mt zu. Deutschlands Gesamtimporte liegen mit 32.199 mt auf einem ähnlichen Niveau wie letztes Jahr um diese Zeit, während die Juli-Importe mit 1.429 mt sogar um das eineinhalbfache gestiegen sind. Alles in allem lieferten die USA im Juli 2021 13.705 mt (+23%) Walnüsse mit und ohne Schale ins In- und Ausland. Die Lieferungen in den einheimischen Markt beliefen sich auf 7.626 mt (+9%), das Exportvolumen erreichte immerhin 6.078 mt, was einem Plus von 45%b gegenüber dem Vorjahr entspricht. 

US-Walnusslieferungen in mt

Land

2019/20

2020/21

Diff.

Afrika/Mittlerer Osten

76.419

106.061

39%

Nordamerika

97.315

103.364

6%

Europa

89.178

94.179

6%

Asien/Ozeanien

50.986

74.050

45%

Mittel-/Südamerika

320

250

-22%

Andere

1.736

3.961

128%

Gesamt

315.953

381.864

21%

Quelle: California Walnuts; Ergebnis seit Saisonstart

Waren 710.000 mt schon das Maximum?

Die Experten von Rabobank gehen davon aus, dass zwar die weltweite Walnussproduktion weiterwachsen könnte, die US-Ernte ihr Potential aber bereits ausgeschöpft hat. Im Jahr 2020 wurden in den USA rund 710.000 mt Walnüsse in der Schale geerntet und damit neuer Rekord erzielt. Es fehle allerdings der finanzielle Anreiz, die Anbaufläche in den kommenden Jahren im großen Stil auszubauen.

Ein Bericht der California Farm Bureau Lebensmittel- und Landwirtschaftsnachrichten weist darauf hin, dass die extremen Temperaturschwankungen im vergangenen Herbst großflächig Frostschäden verursacht haben könnten. Landwirtschaftsberater der University of California Cooperative Extension, darunter Luke Milliron, berichteten hierzu, dass der „winter kill“ stark genug war, um sowohl junge als auch alte Walnussbäume zu beeinträchtigen. „Ein Problem mit der Gesamternte sehe ich nicht, da viele neue Anbauflächen in Betrieb genommen werden, aber für einige Plantagen kann es Jahre dauern, bis sie sich erholt haben“, so Milliron.

Die starke Hitze und Trockenheit in Teilen Kaliforniens werden sicherlich auch ihren Tribut fordern. Im Juni-Bericht des International Nut and Dried Fruit Council war die US-Walnussernte 2021 auf etwa 675.000 mt geschätzt worden. Eine offizielle Ernteschätzung von Seiten der US-Behörden wird allerdings voraussichtlich erst Ende August/Anfang September veröffentlicht. 

Preise auf gutem Niveau

Im europäischen Spotmarkt sind die Walnusspreise weitgehend stabil, vereinzelt gab es sogar Korrekturen nach unten. US-Walnüsse, ohne Schale, Chandler, LHP 40% liegen aktuell auf einem Niveau von 6,00 EUR/kg FCA Spanien, während Chandler, in der Schale, jumbo für 2,45 EUR/kg FCA gehandelt werden. 

Walnusspreise

Sorte

EUR/kg

USA, in der Schale, Tulare, jumbo, Ernte 2020

2,10

USA, in der Schale, Chandler, jumbo, Ernte 2020

2,45

Chile, in der Schale, Chandler, 32+ mm, Ernte 2021

3,10

USA, ohne Schale, Chandler, LHP 40%, Ernte 2020

6,00

Chile, ohne Schale, Chandler, EHLP 80%, Ernte 2021

7,90

FCA Spanien

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