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Walnüsse: Schwacher Start für US-Exportsaison

6. November 2025 um 10:38 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO/ATHEN. Geringe Überhangbestände brachten einen schwachen Start in die US-Walnusssaison mit sich. Die September-Exporte waren um 32% gesunken. Massive Einbrüche waren unter anderem bei den Lieferungen nach Deutschland zu verzeichnen.

US-Ernte um 100.000 mt gestiegen

Erst Anfang November soll die Walnussernte in Kalifornien komplett abgeschlossen werden, da es für die Erzeuger in manchen Regionen entscheidend war, die Nüsse erst zu ernten, wenn sie ihren optimalen Reifegrad erreicht haben. Bis zum 30. September 2025 waren 95.517 mt Walnüsse in der Schale aus der neuen Ernte registriert worden, davon entfallen 93.717 mt auf den konventionellen und 1.800 mt auf den ökologischen Anbau und Berichten zufolge begünstigte das Wetter eine gleichmäßige Entwicklung in den Anbauregionen. Insgesamt wird die kalifornische Walnussernte 2025 auf 644.101 mt geschätzt, das wären 17,7% bzw. knapp 100.000 mt mehr als im Vorjahr.

Aufgrund des geringeren Produktionsergebnisses 2024/2025 startete die neue Saison allerdings ohne nennenswerte Überhangbestände. Dies wirkte sich auch auf die Exporte aus. Zum Saisonstart im September kamen die US-Walnussexporte lediglich auf 4.166 mt, im ersten Monat der Vorsaison lag die Ausfuhr noch bei 6.117 mt. Aber auch die Inlandslieferungen waren um 12,4% 6.693 mt zurückgegangen. Insgesamt wurden im vergangenen September 10.859 mt Walnüsse mit und ohne Schale ins In- und Ausland geliefert, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 21,1%. Davon entfallen 10.489 mt auf konventionelle Ware und 370 mt auf Bio-Walnüsse.

Die Lieferungen nach Europa sind zu Saisonstart um 19% auf 2.638 mt gesunken. Während die US-Exporte nach Italien um 35,9% auf 1.394 mt gestiegen sind, gingen die Lieferungen in Länder wie Deutschland (-96,8% auf 19 mt) und die Niederlande (-87,5% auf 19 mt) erheblich zurück. Weitere größere Rückgänge sind bei Ausfuhren nach Kanada (-28% auf 321 mt), Japan (-60% 315 mt) und Korea (-59% 164 mt) zu verzeichnen. 

US-Walnussexporte und Inlandsbedarf in mt

Land

2024

2025

Diff.

USA

7.642

6.693

-12,4%

Italien

1.026

1.394

35,9%

Großbritannien

666

585

-12,1%

Spanien

527

514

-2,4%

Kanada

449

321

-28,4%

Japan

787

315

-60,0%

Türkei

180

280

55,6%

Korea

402

164

-59,3%

Australien

281

112

-60,0%

Schweiz

38

38

0,0%

Andere

1.761

441

-75,0%

Gesamt

13.759

10.859

-21,1%

Quelle: California Walnuts; 01.09.-30.09.

mit und ohne Schale

Bessere Erträge in Griechenland

In Griechenland neigt sich die diesjährige Walnussernte auch dem Ende zu. Wie der Präsident der Walnuss-Agrargenossenschaft Gaia Domokou aus Zentralgriechenland, Yannis Karkanis, kürzlich mitteilte, konnte die Erträge von den günstigeren Wetterverhältnissen profitieren. Anders als im vergangenen Jahr waren regelmäßige Hitzeperioden kein Problem, weshalb die Ernte im Jahresvergleich um 40% größer ausfiel. Auch die Qualität habe sich verbessert, so Karkanis, obwohl sie immer noch nicht zufriedenstellend ist. „Auch die Nüsse sind besser geformt, und die durchschnittliche Größe hat sich etwas verbessert. Achtzig Prozent der Ernte gehören zur Größenklasse 30, 10% zur Größenklasse 28 und der Rest zur Größenklasse 32“, ergänzte er. Überhangbestände aus dem Vorjahr gäbe es nicht, aber immerhin erlaube es die bessere Qualität die Rohwarenpreise auf 3,00 EUR/kg anzuheben. 

EU steigert Einfuhr aus China um 270%

Seit Beginn des Jahres wurden 116.493 mt Walnüsse ohne Schale im Wert von 720,092 Mio. EUR in die EU importiert, Im Vorjahreszeitraum waren es hingegen 103.908 mt im Wert von 455,207 Mio. EUR. Der durchschnittliche Importpreis liegt mit 6,18 EUR/kg satte 41% über dem des Vorjahres.

Mit 54.948 mt stammen 47% der Importe aus den USA. Die Einfuhr aus China belief sich auf 24.135 mt, ein Anstieg von 269% entspricht. Weitere wichtige Lieferanten sind Chile und die Ukraine. Hauptimporteur war Deutschland mit 46.710 mt und einem Anteil an den Gesamtimporten von 40%, gefolgt von Spanien (+6,5% auf 18.200 mt) und den Niederlanden (-41,7% 10.000 mt). 

EU-Import Walnüsse in mt

Partner

2024

2025

Diff.

USA

64.427

54.948

-14,7%

China

6.540

24.135

269,0%

Chile

15.037

17.136

14,0%

Ukraine

13.753

13.870

0,9%

Moldawien

2.513

2.499

-0,6%

Andere

1.638

3.905

138,4%

Gesamt

103.908

116.493

12,1%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-26.10.

08023200 Walnüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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