Tioga: Spanischer Mandelmarkt verliert Ostergeschäft

8. April 2020 um 08:53 , Der AUDITOR
José Luis Balanzá Bosch (left) and Amanico Landín (right) at the INC Congress, Seville, 2018.
José Luis Balanzá Bosch (left) and Amanico Landín (right) at the INC Congress, Seville, 2018.
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AGUADULCE/SEEHEIM-JUGENHEIM. In einem Interview mit Mundus Agri beantworten José Luis Balanzá Bosch und Amancio Landín von Tioga einige kurze Fragen zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den spanischen Mandelmarkt.

Das im südspanischen Aguadulce ansässige Unternehmen Tioga verfügt über 15 Jahre Erfahrung im Handel mit konventionellen Nüssen sowie Bio-Produkten. Als führender Broker stellt Tioga auch aktuelle Marktinformationen für Käufer und Produzenten zur Verfügung.

Ist die Nachfragesituation auf dem Mandelmarkt anders als sonst um diese Zeit des Jahres?
Tioga: 
Die kurzfristige Nachfrage ist erwartungsgemäß beeinträchtigt. Die Lieferanten von Restaurants, Hotels, Caterern und Bars sind direkt von den Schließungen aufgrund von Covid-19 betroffen. Der Verbrauchsspitzenwert, der normalerweise in der Ostersaison erreicht wird, geht ebenfalls verloren, und die Eiscremeindustrie ist stark betroffen. Tausende von Eisdielen, die traditionell zu Ostern geöffnet haben, müssen nun geschlossen bleiben. Die Situation hat überall zu Unsicherheiten geführt, was die Nachfrage auf dem Exportmarkt beeinträchtigt. Gegenwärtig sind es die mit dem Supermarktvertrieb verbundenen industriellen Einkäufer, die weiterhin regelmäßig arbeiten.

Stehen genügend Lastwagen zur Verfügung, um Lieferungen durchzuführen?
Tioga:
Bis jetzt funktioniert die Logistik einwandfrei und ohne relevante Probleme. Nur Lieferungen an bestimmte Zielorte benötigen einige Tage länger, aber insgesamt läuft alles nach Plan.

In welchem Zustand befindet sich die Mandelblüte in Spanien derzeit?
Tioga:
Früh blühende Sorten werden überall angebaut, und die Entwicklung der Nüsse und sowie die Blütezeit gehen unter angemessenen Bedingungen gut voran. Spät blühende Sorten gibt es im Süden und Osten Spaniens und in den kälteren Gebieten.

Können die Landwirte ihre Obstgärten ausreichend pflegen und haben sie dafür genügend Arbeitskräfte?
Tioga: Bis jetzt haben die Bauern keine Einschränkungen bei der Ausübung ihrer Arbeit auf den Farmen. Sie werden vor allem in der Erntezeit im Sommer Arbeitskräfte brauchen, und bis dahin wird die derzeitige Situation hoffentlich vorbei sein.

Könnte sich die derzeitige Situation nachteilig auf die Erträge auswirken?
Tioga:
Im Moment bleibt die Gefahr von Frost noch für einige Wochen bestehen. In den letzten Tagen könnten kalte Nächte Schaden in einigen Gebieten Nordspaniens angerichtet haben, aber hoffentlich ohne wesentliche Auswirkungen auf die spanische Mandelernte 2020.

Wie sind die Aussichten für die diesjährige Bio-Mandelernte? Wird sie besser sein als 2019?
Tioga:
Wie bereits erwähnt, bleibt Frost vorerst ein Risiko. Es ist also noch zu früh für Schätzungen bezüglich der Bio-Kultur. Dennoch haben sich die Blüten bisher unter vielversprechenden Bedingungen entwickelt, mit recht guten Regenfällen, die die Entwicklung einer zufriedenstellenden Ernte versprechen, und wenn in der restlichen Saison alles gut geht, können wir eine viel bessere Ernte als 2019 erwarten.

Glauben Sie, dass sich die Lieferungen aus Kalifornien in den kommenden Wochen oder sogar Monaten aufgrund logistischer Probleme verzögern könnten?
Tioga:
Wir glauben, dass sich die Transporte aufgrund der Unsicherheit auf dem Markt wegen der erwarteten Wirtschaftskrise nach der Covid-19-Pandemie verlangsamen könnten.

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