Haselnüsse: „Die Preise werden hoch bleiben“

5. Januar 2026 um 09:00 , Der AUDITOR
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SEEHEIM/ORDU. Das Jahr 2025 hatte wieder einiges zu bieten. Neue Regelungen und Rekordpreise waren in manchen Märkten an der Tagesordnung, klimatische Extreme in vielen Bereichen spürbar. Unser Geschäftspartner aus dem türkischen Haselnussmarkt erklärt, wie die Marktteilnehmer sich diesen Hürden stellten und welche Erwartungen es an das kommende Jahr 2026 gibt. Lesen Sie hier das komplette Interview.

Mit welchen Schwierigkeiten hatte der Haselnussmarkt im Jahr 2025 hauptsächlich zu kämpfen? Was hat sich im Vergleich zu den letzten beiden Jahren verändert?
Das Hauptproblem in der Türkei im Wirtschaftsjahr 2025/2026 waren das knappe Angebot aufgrund von Frostschäden, die geringe Qualität sowie die hohen Produktions- und Finanzierungskosten aufgrund der anhaltenden Inflation in der Türkei. Diese Faktoren führten zu einem starken Preisanstieg, der sich auf die Kaufentscheidungen der Käufer auswirkte. Außerdem kam es zu Lieferausfällen. 

Die geopolitischen Spannungen sind ein fortwährendes Problem. Wie haben sich die Einfuhrzölle auf Lieferungen in die USA auf den Haselnussmarkt ausgewirkt?
Geopolitische Spannungen haben sich vor allem durch Unsicherheiten an den Finanzmärkten auf den türkischen Haselnussmarkt ausgewirkt.

Da die USA nur 10% auf Produkte türkischer Herkunft erhoben haben, waren die Exporte aus der Türkei nicht stark betroffen. Andererseits haben Zölle, insbesondere Vergeltungszölle Chinas auf US-Haselnüsse, den Haselnusshandel zwischen den USA und China beeinträchtigt. Durch die Zölle wurden US-Haselnüsse auf dem chinesischen Markt weniger wettbewerbsfähig, was zu einem Rückgang der Exportmengen führte.

Gab es beim Handel mit Russland in Bezug auf Haselnüsse nennenswerte Nachteile? Oder haben türkische Händler tatsächlich von den Handelsbeschränkungen profitiert, die von westlichen Ländern verhängt wurden?
Die Exportmenge nach Russland betrug in der Saison 2023/2024 3700 mt, während sie in der Saison 2024/2025 auf 2800 mt zurückging, was mit den Zahlungsschwierigkeiten zusammenhängen könnte, mit denen russische Käufer aufgrund von Beschränkungen konfrontiert sind. 

Erneut sind die Rohstoffpreise in vielen Märkten deutlich gestiegen, einige haben historische Höchststände erreicht oder liegen knapp darunter. Inflation und höhere Produktionskosten hinterlassen ihre Spuren; auch die Preise für Haselnüsse sind gestiegen. Glauben Sie, dass die Marktteilnehmer dies einfach als neuen Normalzustand akzeptieren müssen?
Ich denke ja, das ist die neue Normalität. Da die Inflation in der Türkei in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich hoch bleiben wird und die Überhangbestände aus dem Wirtschaftsjahr 2025/2026 gering sein werden, werden die Preise auch in der nächsten Saison hoch bleiben. Die Nachfrage nach Produkten mit hoher Wertschöpfung wächst kontinuierlich, sodass die Angebots-Nachfrage-Dynamik auf höhere Preisniveaus in den kommenden Jahren hindeutet. 

Mit Blick auf die aktuelle Marktsituation: Vor welchen Herausforderungen könnte der Haselnussmarkt im kommenden Jahr 2026 stehen?
Angesichts der genannten Bedingungen können Marktteilnehmer nicht damit rechnen, dass die alten Preisniveaus wieder erreicht werden. Sie sollten sich auf höhere Preise und mögliche Wetterveränderungen einstellen. Sie sollten die Märkte genauer beobachten, um zum richtigen Zeitpunkt langfristige Verträge abzuschließen, eine Diversifizierung der Herkunft in Betracht ziehen und sogar eine Umstrukturierung der Produkte in Betracht ziehen, um Risiken zu bewältigen.

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