Südzucker: Warnung für Geschäftsjahr 2018/19

17. Mai 2018 um 13:06 , Der AUDITOR
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MANNHEIM. Die Südzucker AG hat ihren Geschäftsbericht 2017/18 veröffentlicht. Das operative Konzernergebnis ist besser als erwartet. Dennoch machen die niedrigen Zuckerpreise dem Unternehmen zu schaffen.

 

Operative Konzernergebnis übertrifft Erwartung

Die Südzucker AG verbuchte im abgeschlossenen Geschäftsjahr gestiegene Umsätze bei Zucker, Spezialitäten und Crop Energies. Dagegen blieb der Umsatz für das Segment Frucht stabil. Demnach ist der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2017/18 um 7,8 % auf 7,0 Mrd. EUR angewachsen.

Mit 445 Mio. EUR übertrifft das operative Konzernergebnis leicht den im März vorgelegten Einschätzungen des Unternehmens. Beflügelt wird dieses Ergebnis durch die Segmente Zucker und Frucht. Dagegen lagen die Segmente CropEnergies und Spezialitäten, wie zuvor erwartet, unter den hohen Ergebnissen des Vorjahres.

Zucker wird zum Verlustgeschäft

Das Segment Zucker hat mit 3.017 Mio. EUR ein deutliches Umsatzplus erzielt. Zudem ist das operative Ergebnis auf 139 Mio. EUR gestiegen. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch der Ausblick für das Geschäftsjahr 2018/19 ist weniger rosig. Der Wegfall der Zuckerquoten hat sich bereits im zweiten Geschäftshalbjahr 2017/18 bemerkbar gemacht. Seit Oktober 2017 wird ein stetiger Rückgang bei den Erlösen verbucht. Die niedrigeren Herstellungskosten und höhere Verkaufsmenge können den Verlust nicht ausgleichen. Der Markt ist von Unsicherheit geprägt.

Südzucker strebt für das laufende Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von 6,8-7,1 Mrd. EUR an. Allerdings soll das operative Ergebnis auf 100-200 Mio. EUR zurückfallen. Im Segment Zucker wird mit einem Verlust von 100-200 Mio. EUR gerechnet.

Kampagne 2017

Dank größerer Anbauflächen, weit überdurchschnittlicher Rübenerträge und einer höheren Erntemenge an Rüben ist die Zuckererzeugung 2017 auf 5,9 Mio. mt angestiegen. Insgesamt wurden 36 Mio. mt Rüben verarbeitet und die Kampagne dauerte im Schnitt 133 Tage. Zuvor wurde lediglich mit einer Verlängerung von 120 Tagen spekuliert.

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