Südzucker: Ursprüngliche Jahresprognose kann nicht erreicht werden

14. Januar 2021 um 10:11 , Der AUDITOR
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MANNHEIM. Da sich bereits im Oktober abzeichnete, dass die Jahresprognose von Südzucker diesmal pandemiebedingt nicht erreicht werden kann, passte der Konzern diese im Dezember entsprechend an. Viel hängt nun von den weiteren Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft ab.

Der Konzernumsatz der Südzucker AG lag in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2020/2021 (1. März bis 30. November 2020) mit 5.089 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Das operative Konzernergebnis stieg durch die Verminderung des Verlusts im Segment Zucker sowie die Ergebnisverbesserungen in den Segmenten Spezialitäten und CropEnergies deutlich auf 195 Mio. Euro (Vorjahr: 113 Mio. Euro).

Verluste können im Segment Zucker reduziert werden

Im Segment Zucker erreichte der Umsatz 1.730 Mio. Euro, was dem Vorjahresniveau entspricht. Gestiegene Zuckererlöse standen dabei geringeren Absatzmengen gegenüber. Den Absatzrückgang erklärt Südzucker zum einen mit einer geringeren Erzeugung in der Kampagne 2019. Zum anderen kam es zu Beginn des Geschäftsjahres zu Hamsterkäufen im Einzelhandel, die allerdings durch eine geringere Nachfrage im weiteren Verlauf überlagert wurde. Durch Preiserhöhungen konnte der operative Verlust deutlich auf -80 (Vorjahr: -146) Mio. Euro reduziert werden.

Rübenanbau muss Verluste einstecken

Die Zuckerrübenerzeuger hatten 2020 mit diversen Widrigkeiten wie Trockenheit in den Frühlings- und Sommermonaten, einem starken Virusbefall in Belgien, Frankreich und Teilen Deutschlands und Blattkrankheiten in verschiedenen Anbaugebieten zu kämpfen, was zu einem unterdurchschnittlichen Ertrag geführt hat. Insgesamt werden in der Südzucker-Gruppe voraussichtlich aus 24,2 (Vorjahr: 28,4) Mio. Tonnen Zuckerrüben 3,5 (Vorjahr: 4,3) Mio. Tonnen Zucker gewonnen. Die durchschnittliche Dauer der Verarbeitungskampagne mit voraussichtlich 106 Tagen unter dem Vorjahr (114 Tage) liegen.

Segment CropEnergies mit Ergebnisverbesserung

Im Segment CropEnergies reduzierte sich der Umsatz in den ersten drei Quartalen leicht auf 582 Mio. Euro im Vergleich zu 604 Mio. Euro im Vorjahr. Nachdem die Kraftstoffnachfrage aufgrund der Corona-Krise zu Beginn des Geschäftsjahres erheblich gesunken war, kam es zu massiven Preiseinbrüchen bei Ethanol. Die Preise konnten sich im zweiten Quartal zunächst erholen, gaben im dritten Quartal jedoch wieder nach und lagen im Durchschnitt des Geschäftsjahres noch über Vorjahresniveau. Hierdurch wurden der Absatzrückgang sowie die geringeren Nebenprodukterlöse teilweise ausgeglichen. Obwohl die Absatzmengen zurückgegangen sind, konnte durch die Erholung der Ethanolerlöse nach neun Monaten eine Ergebnisverbesserung auf 79 Mio. Euro (Vorjahr: 70 Mio. Euro) verzeichnet werden. Dazu trugen auch die geringeren Rohstoffkosten bei.

Leichter Ergebnisrückgang beim Segment Frucht

Der Umsatz im Segment Frucht lag mit 892 (Vorjahr: 889) Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Trotz einer deutlichen Verbesserung im dritten Quartal ging das operative Ergebnis - infolge der schwachen Entwicklung zu Geschäftsjahresbeginn - im Berichtszeitraum auf 42 Mio. Euro (Vorjahr: 46 Mio. Euro) zurück. Bei den Fruchtzubereitungen konnten leicht rückläufige Absätze und Margen durch Kosteneinsparungen mehr als ausgeglichen werden, bei den Fruchtsaftkonzentraten verringerten sich die Margen trotz gestiegener Erlöse infolge der höheren Rohstoffpreise aus der Ernte 2019. Die Absatzmengen waren deutlich geringer, was sich zusätzlich ergebnisbelastend auswirkt.

Jahresprognose 2020/2021 wegen Pandemie nicht mehr erreichbar

Südzucker hat vor dem Hintergrund der sich materialisierenden Risiken im Segment Zucker und des europaweit verschärften zweiten Lockdowns seine Prognose am 14. Dezember 2020 angepasst. Bereits ab Mitte Oktober waren negative Effekte aus dem erneuten Lockdown zu verzeichnen. In der Gesamtbetrachtung sowie vor dem Hintergrund des sich in Europa weiter verschärfenden Lockdowns und des saisonal schwachen vierten Quartals, erwartet Südzucker nun im Konzern für das Geschäftsjahr 2020/2021 einen Umsatz von 6,6 bis 6,8 Mrd. Euro (bisherige Prognose: 6,9 bis 7,2; Vorjahr: 6,7 Mrd. Euro).

Das operative Konzernergebnis wird in einer Bandbreite von 190 bis 240 Mio. Euro (bisherige Prognose: 300 bis 400; Vorjahr: 116 Mio. Euro) und liegt damit weiterhin deutlich über dem Vorjahresergebnis. Dabei wird im Segment Zucker mit einem operativen Ergebnis in einer Bandbreite von –150 bis -110 Millionen Euro gerechnet. Im Segment Spezialitäten wird ein leichter Ergebnisrückgang erwartet. Das operative Ergebnis im Segment CropEnergies wird in einer Bandbreite von 95 bis 110 Millionen Euro erwartet. Im Segment Frucht wird von einem Ergebnis auf Vorjahresniveau ausgegangen. Es wird von einem Capital Employed auf Vorjahresniveau ausgegangen. Auf Basis der deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses wird mit einem deutlichen Anstieg des ROCE (Vorjahr: 1,8 Prozent) gerechnet.

Entscheidend ist nun, wie sich der weitere Verlauf der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft auswirkt. Das ist weiterhin nur schwer abschätzbar und könnte für den Südzucker-Konzern im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2020/21 und darüber hinaus zahlreiche Chancen und Risiken eröffnen.

Quelle: suedzucker.de
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