Senfsaat: Mangelnde Qualität

26. November 2025 um 11:26 , Der AUDITOR
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OTTAWA/BRÜSSEL. Die kanadische Senfsaatproduktion verzeichnete in diesem Jahr höhere Erträge als erwartet. Gleichzeitig besteht ein Mangel an qualitativ hochwertiger Ware. Die EU hat ihre Senfsaatimporte aus Kanada seit Saisonstart um 3,3% gesteigert.

Erträge höher als erwartet

Die kanadische Senfsaatproduktion erlebte in diesem Jahr einen erblichen Zuwachs. Laut den Experten von Rayglen Commodities hatte Saskatchewan Agriculture (SaskAg) die Ertragsschätzungen zuletzt noch einmal erhöht lag damit weit über den Prognosen von StatsCan. In der Summe soll dies dafür gesorgt haben, dass die Senfsaatproduktion trotz des Anbaurückgangs auf rund 146.000 ha (-40% ggü. Vj.) lediglich 4% geringer ausgefallen war als 2024. Damit läge die diesjährige Ernte bei 184.320 mt.

Sorgen bereiten den Marktteilnehmern allerdings die Berichte über mangelnde Qualität der Ernte 2025. In einem Bericht von SaskAg heißt es, dass lediglich 55% der Ernte der Güteklasse 1 entsprächen, was deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 74% läge. Weitere 20% entsprechen der Güteklasse 2, 6% der Güteklasse 3 und beachtliche 13% der Güteklasse 4. Rayglen Commodities empfiehlt den Erzeugern ihre Ernte schnellstmöglich Bewerten zu lassen, da der Markt für Ware außerhalb dieser Klassifizierung sehr begrenzt sei. Allerdings sei noch ausreichend Senfsaat in guter Qualität aus der Ernte 2024 verfügbar, um das Defizit auszugleichen und so in der laufenden Saison für stabile Preise zu sorgen. Aktuell wird kanadische Senfsaat für prompte Lieferungen auf einem Niveau von 0,41 CAD/kg FOB angeboten, während spätere Termine bei 0,44-0,46 CAD/kg liegen. 

EU-Importe bleiben auf hohem Niveau

Die Senfsaatimporte in die EU waren mit Rekordwerten in die neue Saison gestartet. In den vergangenen vier Wochen haben die Einfuhren hingegen etwas nachgelassen, liegen aber dennoch auf einem hohen Niveau. Zwischen dem 01.07. und dem 16.11.2025 wurden laut den Daten der Europäischen Kommission insgesamt 33.214 mt Senfsaat aus Drittstatten importiert, das sind 31,6% mehr als letztes Jahr um diese Zeit und das höchste Einfuhrergebnis der vergangenen fünf Jahre. Der Einfuhrwert belief sich im oben genannten Zeitraum auf 22,293 Mio. EUR (-6,4%), der durchschnittliche Importpreis ist gegenüber dem Vorjahreszeitrau um 29,3% auf 0,58 EUR/kg gesunken.

Dies ist unter anderem auf die Einfuhren aus Brasilien zurückzuführen, die im ersten Monat der neuen Saison verzeichnet wurden, seither allerdings stagnieren. Zudem sind die Lieferungen aus Kanada gegenüber dem Vorjahr um 3,3% gestiegen und erreichen damit ein 5-Jahreshoch. Zwar sind auch die Importe aus Russland im Jahresvergleich um 329,4% auf 8.211 mt gestiegen, bis zur Erhebung der Importzölle auf Lieferungen russischer Agrarprodukte in die EU war das Land allerdings der wichtigste Lieferant. Die Lieferungen aus der Ukraine sind derweil um 45,2% auf 7.027 mt zurückgegangen.

Der wichtigste Abnehmer innerhalb der EU ist derzeit Belgien, das Land hat seine Einfuhren im Jahresvergleich um satte 221,2% auf 14.550 mt gesteigert. Auch Polens Importe erhöhten sich um 50,9% auf 9.220 mt, während Deutschland mit 7.860 fast 17% weniger Senfsaat einführte. 

EU-Import Senfsaat in mt

Partner

2024/25

2025/26

Diff.

Kanada

9.904

10.235

3,3%

Russland

1.912

8.211

329,4%

Ukraine

12.828

7.027

-45,2%

Brasilien

-

6.695

n.v.

Kasachstan

3.664

5.177

41,3%

Andere

732

869

18,7%

Gesamt

29.040

38.214

31,6%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.07.-16.11.

12075090 Senfsamen, auch geschrotet (ausg. zur Aussaat)

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