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Erdnüsse: Starker Wettbewerb

22. Juni 2026 um 16:14 , Der AUDITOR
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NEU-DELHI/BUENOS AIRES. Der Verkaufsdruck für indische Erdnüsse hält an, und andere Anbauländer wie Argentinien zeigen sich mit ihren Preisen deutlich wettbewerbsfähiger. In China ist die Aussaat beendet, und die US-Farmer müssen abwägen.

Preisentwicklung unter Druck

Der indische Erdnussmarkt steht derzeit unter Verkaufsdruck und verzeichnet seit mehreren Wochen rückläufige Preisbewegungen. Nach Einschätzung von Marktteilnehmern sprechen mehrere Faktoren für weitere Korrekturen in den kommenden Monaten. Die Nachfrage nach hochwertigem Saatgut lässt nach, da die Käufe hier weitgehend abgeschlossen sind, wodurch sich das Geschäft auf den wichtigen Spotmärkten Gujarats deutlich verlangsamt hat.

Angebot bleibt ausreichend

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch ausbleibende Importquoten Indonesiens für indische Exporteure sowie durch die Auswirkungen der neuen Beimischungsvorgaben für Palmöl im Kraftstoffsektor auf den Ölmarkt. Gleichzeitig bieten der Sudan, Senegal und Argentinien Erdnüsse zu deutlich niedrigeren Preisen an als Indien. Hinzu kommt, dass die Kühllager weiterhin gut mit Altbeständen gefüllt sind. Bereits geringe Preisanstiege könnten daher zusätzliche Mengen auf den Markt bringen und Aufwärtsbewegungen begrenzen. Obwohl Berichte auf eine bis zu 20% niedrigere Ernte in Uttar Pradesh hindeuten, wird kein Versorgungsengpass erwartet. Insgesamt bewegen sich die Preise derzeit in einer engen Handelsspanne, solange keine größere internationale Nachfrage aufkommt. Erdnüsse, Bold, 40-50 in nicht-EU-Qualität werden derzeit mit 1.245 USD/mt FOB Indien gehandelt.

Erdnusspreise, Indien

Sorte

USD/mt

Bold, 40-50

1.245

Bold, 50-60

1.205

Bold, 60-70

1.190

Java, 50-60

1.310

Java, 60-70

1.225

Java, 70-80

1.230

FOB Indien, nicht-EU-Qualität

Argentinische Produzenten passen sich an

In Argentinien sind die Bestände der Ernte 2025 sind bei den meisten Exporteuren weitgehend abverkauft, wie die Experten von HT NUTS berichten. Verfügbar sind nur noch begrenzte Mengen älterer Ware mit geringerer Qualität, die zu reduzierten Preisen angeboten werden, um Platz für die neue Ernte zu schaffen.

Bei der Ernte 2026 passt sich der Markt an veränderte Produktionsstrukturen an. Nach zwei Jahren mit niedrigen Erzeugermargen liegt die Produktion heute vor allem in den Händen großer Verarbeiter, während viele kurzfristig eingestiegene Produzenten den Markt verlassen haben. Zudem wurden die Aflatoxin-Kontrollen in der EU verschärft, wodurch die Anforderungen an Qualitätssicherung und Prozesskontrolle steigen. Gleichzeitig belasten höhere Produktions- und Logistikkosten sowie Wechselkurseffekte die Wettbewerbsfähigkeit. Diese Faktoren führen zu einer Annäherung der Preise an historische Durchschnittsniveaus.

Kaum langfristige Vertragsabschlüsse in Brasilien

Der brasilianische Erdnussmarkt zeigt sich HT NUTS zufolge derzeit ruhig. Umfangreiche Vorverkäufe sowie anhaltende Differenzen zwischen den Preisvorstellungen der Erzeuger und den Einkaufspreisen der Verarbeiter bremsen die Handelsaktivitäten. Vor diesem Hintergrund beschränken sich Exporteure bei neuen Abschlüssen überwiegend auf kurzfristige Lieferzeiträume von zwei bis drei Monaten. Der durch die verzögerte Ernte in Argentinien entstandene Exportvorteil für Brasilien nimmt zunehmend ab. Wie schnell die Ausfuhren ausgeweitet werden können, hängt maßgeblich davon ab, ob die bestehenden Preisunterschiede zwischen Produzenten und Verarbeitern überwunden werden.

Teure US-Nüsse

Nach einer Verbesserung der Wetterbedingungen haben sich die Preiserwartungen für die Ernte 2025 in den USA etwas abgeschwächt, wie die Marktexperten weiter berichten. Im Export bleiben US-Erdnüsse jedoch im Vergleich zu konkurrierenden Ursprungsländern auf einem höheren Preisniveau. Gleichzeitig belastet die schwache Inlandsnachfrage den Markt und trägt zu Erwartungen steigender Lagerbestände bei.

Für die Ernte 2026 haben Niederschläge die Aussaatbedingungen in wichtigen Anbaugebieten verbessert, auch wenn die Arbeiten weiterhin leicht hinter dem Zeitplan liegen. Die kommenden Monate gelten als entscheidend für die endgültige Anbaufläche. Steigende Betriebsmittelkosten, Inflationsdruck und eine begrenzte Wettbewerbsfähigkeit im Export erschweren weiterhin die Wirtschaftlichkeit des Anbaus. Daher prüfen Landwirte vor ihren Entscheidungen bezüglich der Anbauflächen auch alternative Kulturen.

Bessere Wetterbedingungen in China

In China ist die Aussaat für die Ernte 2026 ist weitgehend abgeschlossen, wobei nur geringfügige Flächenausweitungen gemeldet werden. Die Wetterbedingungen in den wichtigsten Anbauregionen haben sich nach jüngsten Niederschlägen verbessert, wodurch frühere Trockenheitsbedenken gemildert wurden. Die Inlandsnachfrage in China bleibt ein zentraler Einflussfaktor für den globalen Erdnussmarkt. Veränderungen im Verbrauchsverhalten können sich direkt auf die weltweite Angebotslage und damit auch auf die Preisbildung in den wichtigsten Exportländern auswirken, so HT NUTS.

Weitere Informationen:
Preischart Erdnüsse, mit Haut, 40/50, Bold, Indien
Preischart Erdnüsse, mit Haut, 50/60, Java, Indien
- weitere Preischarts

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Preischart Erdnüsse, Indien

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