Nüsse

Pistazien: US-Farmer leiden unter Wasserknappheit

7. Juli 2022 um 10:24 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO. Gerade während der aktuellen Phase, in der die US-Pistazienbäume die Nüsse in den Schalen ausbilden, ist eine ausreichende Bewässerung besonders wichtig. Wie die American Pistachio Growers berichten, ist diese allerdings keinesfalls gegeben.

„Nut fill“ in Kalifornien

Die anhaltende Dürre in Kalifornien macht auch den Pistazienfarmern schwer zu schaffen. Die nächsten Wochen werden sich dabei als besonders entscheidend herausstellen, denn nun beginnt die Phase, in der die Pistazienbäume die Nüsse in der Schale ausbilden – der sogenannte „nut fill“. Richard Matoian, Präsident der American Pistachio Growers, wird dabei von FreshPlaza wie folgt zitiert: „Wenn während der Ausbildung der Nüsse nicht genügend Bewässerung zur Verfügung steht, kann der Baum die Nuss in der Schale nicht vollständig ausbilden.“ Er betont, dass die Unterschiede innerhalb Kaliforniens dabei hoch sind; während manche Farmer Glück haben und ihre Plantagen in Gebieten liegen, die mit ausreichend Grund- und Oberflächenwasser versorgt werden, sind die Ressourcen bei manch anderen stark begrenzt.

Grundwasser wird begrenzt

Die American Pistachio Growers berichten zudem, dass die Umsetzung des Sustainable Groundwater Management Act (SGMA) begonnen hat. Dieses 2014 verabschiedete Gesetz schreibt vor, dass alle Grundwassereinzugsgebiete in Kalifornien nachhaltig bewirtschaftet werden müssen, und es wurden Behörden eingerichtet, die die Einhaltung des Gesetzes sicherstellen sollen. „Zum ersten Mal erfahren wir von vielen Landwirten, dass ihre Grundwasserbehörde das Abpumpen von Grundwasser einschränkt. Die Art der Beschränkung besteht darin, dass sie sagen, dass nur eine bestimmte Menge abgepumpt werden darf", zitiert FreshPlaza Matoian weiter. „Und wenn die Landwirte die erlaubte Menge überschreiten, müssen sie eine Strafe oder eine Gebühr zahlen".

Kleinere Ernte

Die Konsequenz ist, dass die Landwirte mit deutlich weniger Wasser auskommen und strategisch rationieren müssen. Deshalb ziehen die meisten es vor, in der Phase der Nussbildung ausreichend zu bewässern und die Bäume in den anderen Monaten nur mit dem nötigsten Wasser zu versorgen. Das ist durchaus die sinnvollste Methode, dennoch haben die Landwirte mit kleineren Nüssen oder einer geringeren Ernte zu rechnen. Dazu kommen die gestiegenen Energiekosten als weitere Belastung. Matoian gibt an, dass das Erntevolumen aktuell auf 453.592 mt geschätzt wird – weniger als im Vorjahr. Die Nachfrage ist indes gut und die US-Ausfuhren sind, mit Ausnahme von Europa, in alle Märkte gestiegen. „Wir hoffen, dass sich der Markt wieder erholt", sagt Matoian. „Wir glauben, dass es in Europa genug Ware gibt und dass sie abwarten, wie groß die Ernte hier ist, bevor sie Kaufverpflichtungen eingehen“.

Bei den Pistazienpreisen auf dem europäischen Spotmarkt hat sich in den vergangenen Monaten wenig getan. Pistazien in der Schale, N1 21/27 NO aus den USA kosten aktuell 8,45 EUR/kg FCA Spanien.

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