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Macadamias: EU-Importe um mehr als 50% gestiegen

10. Juni 2026 um 11:10 , Der AUDITOR
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NAIROBI/BRÜSSEL. In Kenia bleibt das Exportverbot für rohe Macadamias weiterhin ein zentrales Thema. Die Ernteaussichten in den wichtigsten Anbauländern sind bisher positiv, und auch die EU-Importe konnten im Jahresvergleich deutlich zulegen.

Erzeuger bleiben auf ihrer Ware sitzen

Kenianische Macadamia-Erzeuger haben erneut eine Intervention der Regierung gefordert, um die aktuellen Herausforderungen im Sektor zu adressieren, wie The Standard berichtet. Im Fokus steht dabei die mögliche vorübergehende Aussetzung des Exportverbots für rohe Macadamianüsse, um die wachsenden Lagerbestände zu reduzieren.

Bei einem Treffen der Agriculture and Food Authority (AFA) in Thika erklärte der Vorsitzende der Mt Kenya Macadamia Cooperative Society, Gitonga Gathua, dass viele Erzeuger unter einem Rückstau unverkaufter Ware leiden. Er gab an, dass ein zentrales Thema die Engpässe entlang der Wertschöpfungskette seien, insbesondere die begrenzte Verarbeitungskapazität, die es Händlern und Verarbeitern erschwert, Nüsse von den Erzeugern aufzunehmen. Nach seinen Angaben befinden sich große Mengen der aktuellen Ernte weiterhin in Lagern und auf den Farmen, da der Markt sie nicht vollständig aufnehmen kann.

Vorschläge zur Entlastung des Sektors

Im Rahmen der Gespräche wurden mehrere Maßnahmen vorgeschlagen. Dazu zählt eine staatlich unterstützte Finanzierung von Rohware, damit Genossenschaften Erzeuger direkt bezahlen können, bevor die Ware an Verarbeiter weitergegeben wird. Außerdem wurde die temporäre Aussetzung des Verbots für den Export von ungeschälten Macadamias diskutiert. Gitonga Gathua berichtete, dass eine Aussetzung des Verbots für mindestens sechs Monate vorgeschlagen wurde, um die angesammelten Bestände abzubauen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass längere Lagerzeiten die Qualität beeinträchtigen könnten und die Gefahr bestehe, dass die Nüsse schimmeln, was sowohl Erzeuger als auch Verarbeiter betreffen würde.

Der amtierende Direktor der AFA Nuts and Oil Crops Directorate, John Athola, bestätigte die Herausforderungen im Sektor und erklärte, dass Maßnahmen zur Verbesserung des Marktzugangs und der Finanzierung geprüft würden. Zudem arbeite die Regierung daran, Verarbeitern ausreichende Mittel bereitzustellen und gemeinsam mit den Kreisverwaltungen die Wertschöpfung zu stärken. Die Diskussionen erfolgen vor dem Hintergrund des bestehenden Exportverbots für ungeschälte Macadamias zur Förderung der lokalen Verarbeitung, so The Standard.

Macadamias, Kenia

Sorte, Ernte 2025

EUR/kg

Style 2

12,00

Style 4L

7,50

Style 5

6,50

Style 6

6,00

FCA NL; Preisindikationen

Preise vorerst stabil

Der globale Macadamiamarkt ist 2026 mit festen Preisen gestartet. Ursache sind die geringen Lagerbestände nach der schwachen Ernte 2025 in wichtigen Ursprungsländern wie Südafrika und Australien. Gleichzeitig blieb die Nachfrage aus dem Snack- und Zutatenbereich stabil. Mit Beginn der neuen Ernte richtet sich der Fokus nun auf das erwartete Produktionswachstum und die Frage, wie gut die zusätzlichen Mengen vom Markt aufgenommen werden; das berichten die Experten von ofi in ihrem aktuellen Marktüberblick.

Deutliche Erholung der Ernte in Südafrika

Für Südafrika wird 2026 eine Ernte von rund 93.000-95.000 mt Macadamias in der Schale erwartet und damit eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Allerdings sorgen anhaltend starke Niederschläge in wichtigen Anbaugebieten für Unsicherheit hinsichtlich Ernteabläufen und Qualität. Ein wichtiger Impuls für die Nachfrage könnte von China ausgehen: Die Importzölle auf südafrikanische ungeschälte Macadamias sowie Macadamiakerne wurden von 12% auf 0% gesenkt.

Auch Kenia rechnet mit einer höheren Produktion als im Vorjahr. Ausreichende Niederschläge in Ostafrika haben die Entwicklung der Nüsse begünstigt, und in einigen Regionen steht der Erntebeginn kurz bevor.

Währungsdruck in Australien

In Australien wird die Ernte auf etwa 56.000-58.000 mt geschätzt. Verbesserte Blühbedingungen und die zunehmende Reife der Plantagen unterstützen die Produktion. Die Entwicklung der Nüsse wird bislang positiv bewertet, wobei die endgültige Erntemenge und Qualität weiterhin von den Wetterbedingungen während der Ernte abhängen. Die Erzeugerpreise liegen etwa auf Vorjahresniveau, während der schwächere US-Dollar gegenüber dem australischen Dollar die Exportpreise belastet, so ofi.

Angebot nimmt deutlich zu

Neben Südafrika, Australien und Kenia werden auch in weiteren Ursprungsländern höhere Erntemengen erwartet. Mit zunehmender Ernteaktivität dürfte das Angebot in den kommenden zwei bis drei Monaten deutlich wachsen. Während die Preise kurzfristig aufgrund der knappen Vorjahresbestände stabil bleiben dürften, könnte das größere Angebot im weiteren Saisonverlauf zu einer allmählichen Abschwächung führen, insbesondere bei Kernen niedrigerer Qualitäten. Der Markt bleibt dabei sensibel gegenüber Änderungen der Ernteprognosen und Qualitätsentwicklungen.

EU-Importe steigen deutlich

Die EU-Macadamiaimporte haben in den ersten fünf Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um mehr als 50% zugelegt. So wurden zwischen dem 01.01. und dem 07.06.2026 insgesamt 3.946 mt geschälte und ungeschälte Macadamias eingeführt, wobei Südafrika mit 1.759 mt und einer Steigerung von 23,5% der wichtigste Lieferant bleibt. Kenia konnte seine Ausfuhren in die EU um satte 171,6% auf 1.054 mt steigern und klettert damit auf Platz 2, gefolgt von Australien mit 423 mt. Vietnam und China konnten ihre Lieferungen in EU-Ländern jeweils um stolze 426% bzw. 322% erhöhen.

Der wichtigste Abnehmer innerhalb der EU waren im genannten Zeitraum die Niederlande, die ihre Einfuhren um 57,4% auf 1.550 mt erhöhten, gefolgt von Deutschland (+89,5% auf 1.300 mt) und Spanien (+36,4% auf 371 mt). Zwar sank der durchschnittliche Importpreis um 1,3% auf 10,65 EUR/kg, doch durch die große Menge stieg der Gesamtimportwert um 51,5% auf gut 42 Mio. EUR.

EU-Import Macadamias in mt

Partner

2025

2026

Diff.

Südafrika

1.424

1.759

23,5%

Kenia

388

1.054

171,6%

Australien

400

423

5,8%

Vietnam

50

263

426,0%

China

50

211

322,0%

Andere

259

236

-8,9%

Gesamt

2.571

3.946

53,5%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-07.06.

08026100+08026200 Macadamia-Nüsse, mit und ohne Schale

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