Kostenfrei

Pistazien: Iran droht Rückzug aus dem Exporthandel

6. Dezember 2018 um 09:21 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

TEHERAN. Trockenheit hat die iranische Pistazienproduktion 2018 massiv gekürzt und für den Exportmarkt steht nur ein Bruchteil der üblichen Menge zur Verfügung.

Produktionseinbruch im Iran
Pistazien sind für den Iran eines der wichtigsten Exportgüter. In den vergangenen Jahren erschwerten Wasserknappheit und Schädlingsbefall, neben wirtschaftlichen Faktoren, den reibungslosen Anbau der Nüsse. Iranische Pistazien werden auf schätzungsweise 360.000 ha kultiviert, mit einer Fläche von 270.000 ha ist die Provinz Kerman die Hauptanbauregion.

Ungünstige Witterungsverhältnisse Anfang dieses Jahres reduzierten den Ertrag der Pistazienernte 2018 erheblich. Gerade einmal 50.000-60.000 mt Pistazien in der Schale sind in diesem Jahr produziert worden, rund 75% weniger als im Vorjahr. Vor allem im Inlandsmarkt sorgt das enttäuschende Produktionsergebnis für steigende Preise. 

Produktion Pistazien in der Schale in mt

Land

2017/18

2018/19

Diff.

USA

274.757

385.488

40,3%

Türkei

50.000

232.000

364,0%

Iran

225.000

55.000

-75,6%

Syrien

17.000

20.000

17,6%

Afghanistan

10.000

5.000

-50,0%

Andere

10.750

11.700

8,8%

Gesamt

587.507

709.188

20,7%

Quelle: INC November 2018

Export könnte eingestellt werden
In der Saison 2017/18 exportierten iranische Lieferanten 148.000 mt Pistazien in der Schale. Für die Saison 2018/19 stehen, inklusive Überhang aus dem Vorjahr, gut 70.000 mt Pistazien zur Verfügung, von denen voraussichtlich nur 40.000 mt für den Exportmarkt geeignet sind.

Sollte die Trockenheit auch im kommenden Jahr wieder ein Problem darstellen, rechnen Marktteilnehmer damit, dass die Produktion erneut unter 100.000 mt sinken wird. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass sich iranische Exporteure vorläufig aus dem internationalen Pistazienmarkt zurückziehen. Zur Erinnerung: Deutschland importierte 2017 rund 32.000 mt Pistazien in der Schale, davon fast ein Drittel (9.202 mt) aus dem Iran.     

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
- allgemeine Preischarts
- allgemeine Preisinformationen  

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
01.10.2026
ORDU. Qualitätsprobleme führen zu Spekulationen über die Haselnussbestände. Die Exporteure sind mit der aktuellen Nachfragesituation nicht besonders zufrieden. Die Marktpreise entsprechen nach wie vor nicht den Erwartungen.
Nüsse
29.09.2026
MANILA. Die internationalen Preise für Kokosraspel bleiben stabil, während die philippinischen Inlandspreise weiter anziehen. Die EU und die Philippinen haben indes eine weitgehende Einigung auf ein Freihandelsabkommen erzielt.
Nüsse
28.09.2026
IRVING. Im August verlief das Geschäft mit US-Pekannüssen schwach. Die Inlandsnachfrage ging in der Saison 2025/2026 spürbar zurück. Die Lieferungen von geschälten Pekannüssen sind gesunken.
Nüsse
28.09.2026
NEU-DELHI/DAKAR. In Indien bremsen eine schwache Exportnachfrage und höhere Ernteaussichten in mehreren Bundesstaaten das Geschäft; gleichzeitig sorgen Produktionsausfälle in Gujarat gegenläufige Impulse. Im Senegal entsteht eine neue Anlage zur lokalen Erdnussverarbeitung.