Ölmühlen: Gravierende Auswirkungen der Corona-Prävention

12. März 2020 um 08:28 , Der AUDITOR
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PRAG. Am konkreten Beispiel einer tschechischen Ölmühle erläutern wir, mit welchen Herausforderungen die Fabriken durch die Präventionsmaßnahmen der Regierung zu kämpfen haben.

Aufgrund der Schulschließungen sehen sich viele Arbeitnehmer mit fehlenden Betreuungsplätzen für ihren Nachwuchs konfrontiert und bleiben vorerst zu Hause. Wie Mitarbeiter eines tschechischen Ölherstellers berichten, wurden kurzfristig Maßnahmen getroffen, damit der Betrieb nicht zum Erliegen kommt. 

Betroffene Bürokräfte können von zu Hause arbeiten, allerdings muss der Fachkräftemangel an den Maschinen kompensiert werden. Teilzeitmitarbeiter werden gebeten, auf Vollzeit aufzustocken und Bürokräfte, die vielleicht schon einmal in der Vergangenheit an den Maschinen bearbeitet haben, sollen sie nach Möglichkeit unterstützen. LKW-Fahrer werden bei ersten Anzeichen von körperlichem Unwohlsein umgehend zum Arzt geschickt, um sich vollständig auf Coronaviren testen zu lassen. 

Es gibt allerdings noch andere Probleme, die durch die geschlossenen Bildungseinrichtungen und die Absage aller Veranstaltungen von mehr als 100 Personen verursacht werden. Caterer, die für Schulen und Events beliefern, fallen die Aufträge weg, wodurch auch die der Bedarf an Sonnenblumen- und Rapsöl sinkt und Bestellungen storniert werden. 

Bisher hat die aktuelle Situation noch keine Auswirkungen auf die Pflanzenölpreise. Die Preise sind stabil und die Produktion kann normal laufen. Allerdings besteht die Sorge, dass ein Corona-Fall in der Fabrik oder erheblicher Fachkräftemangel die Schließung der Fabrik zur Folge haben könnte. Falls europaweit mehrere Ölmühlen betroffen sind, sind steigende Preise und Lieferengpässe nicht auszuschließen. 

Das alles ist aber wohl nur die Spitze des Eisbergs. Denn auch in der Logistik stehen durch Quarantänen und andere Maßnahmen erhebliche Probleme bevor.

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