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Mandeln: Sorge um australische Mandelblüte

21. März 2024 um 11:54 , Der AUDITOR
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CANBERRA/MADRID. Während die Mandelblüte in Kalifornien zu einem positiven Abschluss gekommen ist, sorgen sich die Erzeuger in Australien schon jetzt darüber, ob die Blüteperiode im August durch die aktuellen Auflagen stark beeinträchtigt wird. Zudem waren die australischen Mandellieferungen in den vergangenen Monaten rückläufig.

Varroamilben sorgen weiter für Beeinträchtigungen

In Australien beginnt die Mandelblüte zwar erst im August, aber bereits im März müssen Imker beginnen, ihre Bienenvölker in die zu bestäubenden Regionen zu bringen. Bereits seit 2022 dürfen Bienenvölker aus New South Wales aufgrund eines möglichen Befalls mit Varroamilben nur in bestimmte Zonen gebracht werden, dabei ist der australische Bundesstaat die Heimat von 45% der einheimischen Honigbienenbevölkerung. Bienen aus New South Wales wurden regelmäßig zur Bestäubung in Süd-Australien und Victoria eingesetzt, letzteres trägt 60% zur australisches Mandelproduktion bei. Bereits im vergangenen Jahr erlebte die australische Mandelproduktion einen drastischen Rückgang und auch dieses Jahr stehen die Erzeuger vor Herausforderungen. Um die Situation zu entschärfen, werden an langfristigen Lösungen wie alternativen Bestäubungsstrategien und der Verbesserung der Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bienenpopulationen geforscht. Eine schnelle Lösung gibt es nicht. 

Exporte könnten erneut Rekordwert erzielen

Die australische Mandelexportsaison 2024/2025 hate bereits begonnen und auch wenn die Daten des Almond Board of Australia aktuell nur bis Januar reichen, ist davon auszugehen, dass Exportsaison 2023/2024 mit zu erfolgreichsten bislang zählte. Zwischen März 2023 und Januar 2024 wurden 125.765 mt Mandeln mit und ohne Schale ins In- und Ausland geliefert, das entspricht einem Anstieg von 3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In der Saison 2022/2023 erzielten die australischen Mandelexporte mit 105.263 mt Mandeln einen Rekordwert und bereits einen Monat vor Saisonende lag das Ausfuhrvolumen 2023/2024 bereits bei 103.244 mt. So sollten zumindest die Exporte das Potential haben, das Vorjahresergebnis ein weiteres Mal zu übertreffen, wohingegen die in den letzten Jahren wieder schwächeren Inlandslieferungen dafür sorgen könnten, dass das Gesamtergebnis nur auf einem ähnlichen Niveau liegt wie im Vorjahr (In- und Auslandslieferungen 2022/2023: 129.479 mt). Hauptabnehmer bleibt China trotz eines Rückgangs der Lieferungen um 34% auf 32.962 mt, gefolgt von Indien (+110% auf 18.336 mt), Vietnam (+53% auf 11.798 mt) und der Türkei (+113% auf 10.639 mt). Spanien (+34% auf 10.226 mt) und Deutschland (+10% auf 3.708 mt) schafften es dieses Mal nicht in die Top 5 der Hauptabnehmer. Die Inlandslieferungen sind mit 22.521 mt nahezu unverändert.

Nach einem starken Start in die neue Saison waren die Exporte in den darauffolgenden Monaten oftmals niedriger als im Vorjahreszeitraum und auch im Januar waren die Lieferungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 25% auf 5.350 mt zurückgegangen. Dabei waren die Lieferungen in den einheimischen Markt trotz eines Rückgangs um 32% auf 1.207 mt noch der größte Posten, es folgten die Türkei (+1% auf 646 mt), Spanien (-42% auf 623 mt), Indien (+9% auf 598 mt) und die USA (+263% auf 555 mt). Die Lieferungen nach Deutschland waren mit 225% sogar um 76% gestiegen. 

Mandelexport und Inlandsbedarf* Australien in mt

Land

2022/23

2023/24

Diff.

China

49.997

32.962

-34,1%

Australien

22.492

22.521

0,1%

Indien

8.716

18.336

110,4%

Vietnam

7.702

11.798

53,2%

Türkei

4.986

10.639

113,4%

Spanien

7.610

10.226

34,4%

Deutschland

3.362

3.708

10,3%

USA

2.485

3.374

35,8%

VAE

3.431

2.148

-37,4%

Niederlande

1.514

1.435

-5,2%

Andere

10.249

8.630

-15,8%

Gesamt

122.544

125.777

2,6%

Quelle: Almond Board of Australia; Mär-Jan

*mit und ohne Schale

Positive Blüteperiode in den USA

Die US-Mandelblüte hingegen kam zu einem weitgehend positiven Abschluss, trotz gelegentlicher Regenfälle und starker Winde, das teilten die Experten von Blue Diamond Almonds in ihrem aktuellen Bericht mit. Die Bedingungen während der Blüteperiode seien günstig gewesen und auch die Bestäubungsphase sei ausreichend gewesen, was gute Voraussetzungen für die Ernte 2024 schaffe. Dennoch können die kommenden Monate bis zur neuen Ernte den Erträgen bei ungünstigen Wetterverhältnissen oder Schädlingsbefall einen Dämpfer versetzen. Das US-Agrarministerium wird im Mai seine subjektive Schätzung bekanntgeben.

Die Preise für US-Mandeln wurden in den letzten Wochen etwas gesenkt, Händler und Exporteure wollen möglichst geringe Überhangbestände mit in die neue Saison nehmen, um Preisdruck von dieser Seite zu vermeiden.  

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Preischart für Mandeln, natur, +14, Valencia
Preischart für Mandeln, natur, 12/14 mm, Valencia
Preischart für Mandeln, blanchiert, 27/30, California SSR
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