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Mandeln: Niederschläge verzögern Ernte

16. März 2026 um 14:29 , Der AUDITOR
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CANBERRA. Niederschläge in Australiens Mandelanbauregionen sorgten für Unterbrechung der Erntearbeiten, nachdem sie mancherorts gerade erst begonnen hatten. Maßnahmen zur Trocknung müssen ergriffen werden. Die Exportsaison ist nahezu abgeschlossen.

Erträge könnten beeinträchtigt werden

Heftige Niederschläge hatten die Mandelernte in Australien Anfang März verzögert. Laut Tim Jackson, dem Vorsitzenden des Australian Almond Board, hatten die Erntearbeiten in den betroffenen Regionen in South Australia, Victoria und New South Wales gerade erst begonnen, als es zu der wetterbedingten Unterbrechung kam. Dies zwang Erzeuger sowie Verarbeiter dazu zwingen, Trocknungsmaßnahmen zu ergreifen, um die Verarbeitung und Verpackung vorzubereiten, heißt es im aktuellen Bericht des Australian Almond Board.

„Wenn es so regnet“, erklärte Michael Crisera, Leiter der Abteilung für wirtschaftliche Entwicklung bei Fruit Growers Victoria, gegenüber ABC News, „kann es zu Braunfäule kommen, und man kann einen Großteil der Ernte verlieren.“

Erst Ende Januar war die Schätzung für die diesjährige Mandelernte veröffentlicht worden. Die Experten rechneten damals noch einem Ergebnis von 166.892 mt geschälten Mandeln, das wäre ein Plus von 7% gegenüber dem Vorjahr gewesen. Nun bleibt allerdings abzuwarten, welchen Effekt die Regenfälle auf die Produktion hatten. 

Schwache Exporte kurz vor Saisonwechsel

Die guten Exportergebnisse australischer Mandeln in dieser Saison sprechen für das hohe Interesse auf der Käuferseite, obwohl sich die Preise eher zugunsten der Verkäuferseite entwickelt hatten.

Im Januar 2026 lieferten australische Mandelhändler insgesamt 3.008 mt Mandeln mit und ohne Schale ins In- und Ausland, das entspricht einem Rückgang um 42,8% gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Exporte sind um mehr als die Hälfte auf 1.423 mt gesunken. Die Inlandslieferungen gingen zwar um 26% auf 1.585 mt zurück, liegen damit aber über den Ausfuhren, was tendenziell erst in den Monaten des Saisonwechsels vorkommt, wenn die Bestände zur Neige gegangen sind und die neue Ernte noch nicht voll verfügbar ist. Hauptabnehmer war im Januar, nach Australien selbst, China (-10,8% auf 378 mt), gefolgt von Spanien (+386,9% auf 2.97 mt), der Türkei (-86,8% 229 mt) und Indien (+64,0% auf 146 mt).

Seit Saisonbeginn wurden bislang 148.888 mt australische Mandeln mit und ohne Schale ins In- und Ausland geliefert. Das sind zwar 9,2% weniger als letztes Jahr um diese Zeit, gleichzeitig kommen die Lieferungen noch immer mit Leichtigkeit auf das zweithöchste Ergebnis.

Der Inlandsbedarf ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,2% auf 21.457 mt, und auch die Exporte sanken im Jahresvergleich um 9,2%, die 127.431 mt entsprechen aber dennoch dem zweitbesten Ausfuhrergebnis der Geschichte. Mit 74.791 mt gingen rund die Hälfte der australischen Mandelexporte nach China, es folgen Indien (9,9%), Vietnam (8,2%), die Türkei (5,1%) und Deutschland (2,3%). 

Mandellieferungen* Australien in mt

Destination

2024/25

2025/26

Diff.

China

75.454

74.791

-0,9%

Australien

23.625

21.457

-9,2%

Indien

19.625

14.713

-25,0%

Vietnam

8.256

12.174

47,5%

Türkei

11.488

7.617

-33,7%

Deutschland

4.549

3.486

-23,4%

Spanien

3.385

2.813

-16,9%

Neuseeland

2.191

1.820

-16,9%

Thailand

1.732

1.361

-21,4%

VAE

3.805

1.193

-68,6%

Andere

9.895

7.463

-24,6%

Gesamt

164.005

148.888

-9,2%

Quelle: Almond Board of Australia; Mrz-Jan

*mit und ohne Schale

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Preischart für Mandeln, natur, +14, Valencia
Preischart für Mandeln, natur, 12/14 mm, Valencia
Preischart für Mandeln, blanchiert, 27/30, California SSR
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