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Macadamias: Erntebeginn in Kenia

5. März 2025 um 11:08 , Der AUDITOR
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CANBERRA/NAIROBI. Australiens Macadamiaproduktion könnte sich in den nächsten fünf Jahren fast verdoppeln – wären da nicht die „Abers“, die dem im Weg stehen könnten. In Kenia hat die Ernte wie geplant am 1. März begonnen.

Australien will indischen Markt erobern

Wie die Australian Macadamia Society (AMS) angibt, könnte Australien seine jährliche Macadamia-Produktion in den nächsten fünf Jahren fast verdoppeln. So wurden im Jahr 2024 insgesamt 57.000 mt Macadamianüsse geerntet, für das Jahr 2029 liegt die Prognose bei knapp 100.000 mt. Allerdings bezeichnet die Vorsitzende der AMS, Clare Hamilton-Bate, dieses Wachstum als theoretisch, da sowohl das Klima als auch unternehmerische Entscheidungen hier noch deutlich einwirken können. Sie betont allerdings ebenfalls, dass sich sowohl die Preise als auch die Nachfrage nach dem Einbruch im Jahr 2022 wieder gut erholt haben und die Anbieter nun bemüht sind, die Märkte zu sichern und auszubauen; das berichtet ABC News. Vor allem Indien steht hier im Fokus, da der Markt gute Möglichkeiten bietet. Insgesamt werden in Australien auf 44.000 ha Macadamia-Bäume angebaut, wobei sich die Anpflanzungen innerhalb von acht Jahren mehr als verdoppelt haben. Auf Queensland entfallen dabei 70% der australischen Ernte. Die World Macadamia Organisation schätzt indes, dass die weltweite Macadamia-Produktion jährlich um etwa 10% steigen wird.

Kenia steht sich selbst im Weg

In Kenia hat am vergangenen Samstag, dem 1. März, die Ernte begonnen, wie der Kabinettssekretär für Landwirtschaft und Viehzucht, Mutahi Kagwe, bekanntgab. Das derzeitige Verbot für den Export roher Macadamias in der Schale bleibt bestehen und steht im Einklang mit der Politik der Regierung, wie Kenya News berichtet. Kürzlich fand ein Treffen von Interessenvertretern der Macadamia-Branche statt, bei dem Kagwe die Notwendigkeit eines einheitlichen Ansatzes, um die Herausforderungen des Sektors in Chancen zu verwandeln, betonte. Er forderte die Macadamia-Bauern auf, sich im Kenya Integrated Agricultural Management System (KIAMIS) zu registrieren, um eine bessere Planung und Koordination mit der Regierung und den Partnern aus dem Privatsektor zu ermöglichen. Kenya News gibt zudem an, dass ein Ausschuss für Macadamianüsse geplant ist, um eine bessere Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten und gegen die Nichteinhaltung von Vorschriften vorzugehen. Kenia liegt weltweit bei der Macadamia-Produktion und den Einnahmen auf Platz 3, doch interne Streitigkeiten stellen den Markt immer wieder vor große Herausforderungen und riskieren diese Positionierung.

EU-Importe stark rückläufig

Die EU-Macadamiaimporte liegen seit Jahresbeginn bei 971 mt, das sind 21,5% weniger, als im Vorjahreszeitraum eingeführt wurde. Der wichtigste Lieferant ist dabei weiterhin Südafrika, das seine Lieferung in EU-Länder um mehr als 21% steigern konnte. Die australischen Lieferungen gingen dagegen um gut 8% zurück, und besonders deutlich wird der Rückgang der kenianischen Ausfuhren in die EU, die um mehr als 80% gesunken sind. Die wichtigsten Importeure in der EU waren Deutschland (-21,3% auf 292 mt), die Niederlande (-42,9% auf 276 mt) und Belgien (+63,9% auf 136 mt). Der Importwert ist trotz des Rückgangs der Importmenge um mehr als 25% auf 11,36 Mio. EUR gestiegen.

EU-Import Macadamias in mt

Ursprung

2024

2025

Diff.

Südafrika

589

715

21,4%

Australien

123

113

-8,1%

Kenia

404

79

-80,4%

Guatemala

-

29

n.v.

Vietnam

24

27

12,5%

Andere

97

8

-91,8%

Gesamt

1.237

971

-21,5%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-02.03.

08026200 Macadamia-Nüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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