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Macadamias: Anbieter mit Unsicherheiten konfrontiert

3. März 2026 um 16:13 , Der AUDITOR
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NAIROBI/KAPSTADT. Die südafrikanische Macadamia-Branche ist mit einigen Hürden konfrontiert, die für Verunsicherung sorgen. Kenianische Marktteilnehmer fordern indes eine Aufhebung des Exportverbots für rohe Macadamias. Die EU-Importe sind deutlich gestiegen.

Handelsunsicherheit dämpft Erwartungen

Die südafrikanische Macadamia-Branche blickt verhalten auf die Saison 2026. Anhaltende Unklarheiten bei den US-Einfuhrzöllen sowie die Aufwertung des südafrikanischen Rand verschlechtern die wirtschaftlichen Aussichten für Erzeuger. Nachdem sich die Preise nach dem Einbruch während der Pandemie stabilisiert hatten, sorgten neue handelspolitische Maßnahmen in den USA erneut für Verunsicherung. Besonders der Absatz von Style-4-Kernen – überwiegend für den US-Markt bestimmt – entwickelte sich schwach, sodass Bestände in die neue Saison übertragen wurden; das berichtet FreshPlaza in Bezugnahme auf Farmer’s Weekly.

Innerhalb weniger Wochen wurden US-Zollsätze mehrfach angepasst: Auf eine Verlängerung des Präferenzabkommens AGOA (African Growth and Opportunity Act) folgte zunächst die Ankündigung für einen pauschalen Zoll von 15%, der später auf 10% reduziert wurde. Diese kurzfristigen Änderungen erschweren die Vermarktung und bremsen die Kaufbereitschaft amerikanischer Abnehmer.

Zollvorteile in China

Entlastung verspricht hingegen der chinesische Markt: Im Rahmen des China-Africa Economic Partnership Agreement entfallen künftig die bisherigen 12% Einfuhrzoll auf südafrikanische Ware. Dadurch könnten sich neue Absatzchancen ergeben, auch im Wettbewerb mit Australien. Details zur praktischen Umsetzung stehen jedoch noch aus.

Der Branchenverband Macadamias South Africa (SAMAC) erwartet für 2026 eine Ernte von 81.660 mt (getrocknet, in der Schale). Ein Überschreiten der Marke von 90.000 mt gilt damit als unwahrscheinlich. Die globale Nachfrage nimmt zwar zu, wächst jedoch nur schrittweise. Während die Dollarpreise voraussichtlich stabil bleiben, dürfte der stärkere Rand die Erlöse der Produzenten um etwa 15% reduzieren. Preislisten für die Ernte 2026 werden Mitte März veröffentlicht, so Farmer’s Weekly.

Forderung nach Aufhebung des Exportverbots

Macadamia-Erzeuger im kenianischen Kirinyaga County drängen auf eine Überarbeitung der geltenden Exportregeln. Konkret verlangen sie die Abschaffung des Verbots für die Ausfuhr unverarbeiteter Nüsse sowie die Zulassung weiterer Käufer, so FreshPlaza und die Nachrichtenseite Citizen Digital. Nach Angaben der Landwirte hat die entsprechende Regelung im Agriculture and Food Authority Act den direkten Marktzugang eingeschränkt und Zwischenhändlern mehr Einfluss verschafft, was zu niedrigeren Erzeugerpreisen führte.

Preise sollen stabiler werden

Seit dem 1. Februar 2026 bewegen sich die Preise zwischen 80 und 120 KSh/kg (etwa 0,52–0,77 USD/kg). Während der Phase des Exportstopps kam es laut Produzenten vermehrt zu Diebstählen, teils auch von unreifen Nüssen. Die Farmer sprechen sich für die Lizenzierung zusätzlicher internationaler Abnehmer, darunter auch chinesische Unternehmen, aus, um den Wettbewerb zu stärken und stabilere Preise zu erreichen. Insgesamt wird eine Neuausrichtung der Regulierung gefordert, um staatliche Kontrolle und wirtschaftliche Tragfähigkeit besser in Einklang zu bringen.

EU-Importe massiv gestiegen

Die EU-Macadamiaimporte seit Jahresbeginn liegen um satte 62,6% über denen des Vorjahres. Südafrika bleibt mit 718 mt der wichtigste Lieferant, Kenia kann auf Platz 2 mit 573 mt und einer Steigerung von stolzen 503% allerdings gut aufholen. Es folgen Australien und Vietnam, die ihre Lieferungen in EU-Länder gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 ebenfalls deutlich erhöhen konnten.

Der Importwert belief sich im Zeitraum 01.01.-01.03.2026 auf knapp 18,64 Mio. EUR und liegt damit um 57% über dem des Vorjahreszeitraums. Der wichtigste Abnehmer innerhalb der EU sind die Niederlande, die ihre Einfuhren um fast 130% auf 680 mt gesteigert haben, gefolgt von Deutschland (+112% auf 654 mt) und Spanien (+50% auf 168 mt).

EU-Import Macadamias in mt

Partner

2025

2026

Diff.

Südafrika

715

718

0,4%

Kenia

95

573

503,2%

Australien

150

226

50,7%

Vietnam

13

71

446,2%

Guatemala

52

61

17,3%

Andere

9

32

255,6%

Gesamt

1.034

1.681

62,6%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-01.03.

08026100+08026200 Macadamia-Nüsse, mit und ohne Schale

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