Kokosraspel: Philippinische Ernte fällt kleiner aus

6. Mai 2025 um 16:18 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

MANILA. Während die Preise für Kokosöl steigen, halten sich die Notierungen für Kokosraspel weitgehend stabil. Die Warenknappheit macht sich mittlerweile weltweit bemerkbar.

Starke Nachfrage stabilisiert Kokosölpreise

Wie die Experten von T.M. Duché berichten, halten sich die internationalen Preise für Kokosraspel bereits die dritte Woche in Folge stabil und bewegen sich bei 1,45-1,85 USD/lb FOB. Der Handel wird vor allem durch die starken Exporte am Laufen gehalten. Auf dem philippinischen Inlandsmarkt sind die Preise sogar leicht gesunken; die Verarbeiter hatten allerdings auf stärkere Preisrückgänge gehofft, die aber vermutlich erst später im Jahr eintreten werden.

Anders sieht es bei den Preisen für Kokosöl aus, die im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzenölen einen Preisaufschwung erleben. Laut der Marktexperten liegen die Preise hier bei im Schnitt 2.600 USD/mt CIF Rotterdam, je nach Anbieter teilweise auch höher. Die steigenden Preise sind hier vor allem auf die starke Nachfrage zurückzuführen, die auf ein knappes Angebot trifft.

Geringere Ernteaussichten

Derzeit erwarten Marktanalysten, dass die Erträge auf den Philippinen in diesem Jahr geringer ausfallen werden – sie rechnen aktuell von einem Rückgang von bis zu 20% gegenüber dem Vorjahr. Die Kokospalmen waren durch das Wetterphänomen El Niño 2024 starkem Stress ausgesetzt, der sich auch in diesem Jahr bemerkbar macht. T.M. Duché berichtet zudem von Rohwarenengpässen in einigen Verarbeitungsfabriken, die allerdings sowohl der Warenknappheit als auch den hohen Preisen geschuldet sein können.

Produktionsländer ziehen Konsequenzen

The Straits Times berichtet indes, dass, sich die Verknappung von Kokosprodukten auch in Malaysia bemerkbar macht. Das soll vor allem während des muslimischen Zuckerfestes zum Ende des Ramadan aufgefallen sein, da beispielsweise Kokosmilch, die Grundlage für viele nationale Gerichte, nur schwer zu bekommen war. Auch hier wird die Verknappung auf die widrigen Witterungsbedingungen in den Anbauländern zurückgeführt. Die Philippinen und Indonesien sollen bereits Konsequenzen wie Exportbeschränkungen in Erwägung ziehen, um die Versorgung besser zu gewährleisten, so The Straits Times. In Indonesien sind die Preise in letzter Zeit bereits um 150% gestiegen, und in Sri Lanka haben sie sich verdoppelt. Die Experten berichten weiter, dass die globale Nachfrage nach Kokosprodukten kontinuierlich steigt, da sie als gesunde pflanzliche und laktosefreie Alternative für diverse Lebensmittel fungiert. Dazu passt die Prognose des USDA, dass sich die Kokosölvorräte zum Ende der Saison 2024/25 auf einem Vierjahrestief befinden werden.

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
- Preischart für Kokosraspel aus Sri Lanka
- Preischart für Kokosraspel aus Indonesien
- Preischart für Kokosraspel aus den Philippinen 
- Preischart für Kokosöl aus Indonesien
- weitere Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
24.09.2026
ORDU. Angesichts der enormen Preisdifferenz zwischen der TMO und dem freien Markt haben das türkische Handelsministerium und die Wettbewerbsbehörde Vor-Ort-Untersuchungen eingeleitet. Die TMO erlebt derzeit einen regelrechten Ansturm. Für Ferrero ist die Qualität ein Problem.
Nüsse
24.09.2026
SANTIAGO. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat die Produktionsschätzung für die nächste Walnussernte in Chile mit einem großen Fragezeichen versehen. Auch die Aussichten für die nächsten Jahre sind nicht besonders ermutigend.
Nüsse
23.09.2026
VANCOUVER. Das Wetterphänomen El Niño könnte dazu führen, dass sich die Aussichten für Macadamias im Jahr 2027 eintrüben. Die Nachfrage ist endlich in Schwung gekommen.
Nüsse
22.09.2026
MADRID. Die spanische Mandel-Exportsaison 2025/2026 endete mit einem drastischen Anstieg der Lieferungen in die USA. Die Ernte ist in vollem Gange, doch es gibt zahlreiche Herausforderungen.