Kokosraspel: Nachfrage erholt sich

7. Juni 2023 um 12:31 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

MANILA/HANOI. Das Kaufinteresse für Kokosprodukte hat endlich wieder angezogen und die Händler in Indonesien und auf den Philippinen machen gute Geschäfte. Auch die vietnamesischen Marktteilnehmer blicken einer vielversprechenden Zukunft entgegen.

Preise steigen

Nachdem die Nachfrage nach Kokosprodukten in den letzten Monaten tendenziell schwach war, hat das Kaufinteresse in Indonesien und auf den Philippinen nun wieder angezogen, wie die Experten von Chelmer Foods berichten. Die Produzenten in Indonesien haben ihre Juni-Positionen weitgehend abverkauft, für die Juli-Positionen dürfte es bald ähnlich aussehen. Auch auf den Philippinen werden bereits die August-Positionen gehandelt. Die höhere Nachfrage hat Preissteigerungen nach sich gezogen, die in Indonesien bei etwa 150-200 USD/mt pro Monat liegen.

Angespanntes Warten auf El Niño

Importeure weltweit füllen nun ihre Bestände wieder auf, ehe die Preise noch weiter steigen. Die Frachtraten sind günstiger geworden und sie schaffen es leichter, ihre Ware an die Käufer zu bringen, sodass die allgemeine Stimmung auf dem Markt besser wird. Chelmer Foods weist allerdings auch darauf hin, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist. Derzeit herrschen in Asien heiße und trockene Wetterbedingungen, die ungünstig für die Entwicklung der Kokosnüsse sind und die Ernte erschweren. Im Juli wird dann El Niño erwartet, ein Wetterphänomen, das sich üblicherweise negativ auf die Produktion auswirkt.

Die Experten berichten weiter, dass auf den Märkten ein erheblicher ungedeckter Bedarf besteht, der in den kommenden Quartalen gedeckt werden muss. Große Hersteller stellen bereits Anfragen für Positionen bis zum Jahr 2024 und rechnen mit Preiserhöhungen gegenüber dem derzeitigen, verhältnismäßig günstigen Niveau. Auch die Auswirkungen von El Niño sprechen für weitere Preissteigerungen.

Großer Erfolg in Vietnam

Gute Nachrichten gibt es indes für vietnamesische Marktteilnehmer. Wie VnExpress berichtet, ist Vietnam mittlerweile zum viertgrößten Exporteur von Kokosnüssen und Kokosprodukten im asiatisch-pazifischen Raum aufgestiegen. Aktuellen Schätzungen zufolge wird das Land damit in diesem Jahr rund 1 Mrd. USD einnehmen, letztes Jahr waren es 900 Mio. USD. Die Vietnam Coconut Association gibt an, dass Vietnam seine Kokosnussimporte erhöht hat, sodass auch die Exporte steigen konnten. Im Fokus stehen nun ebenfalls die Entwicklung nachhaltiger Anbauzonen sowie die Förderung der Exporte nach China, Japan und in die EU.

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
- Preischart für Kokosraspel aus Sri Lanka
- Preischart für Kokosraspel aus Indonesien
- Preischart für Kokosraspel aus den Philippinen 
- Preischart für Kokosöl aus Indonesien
- weitere Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Trockenfrüchte
03.11.2026
MALATYA. Der Ramadan ist der wichtigste Treiber für die Nachfrage nach getrockneten Aprikosen in der Türkei. Preisanpassungen stehen bevor.
Trockenfrüchte
03.11.2026
AYDIN. Trotz der üppigen Trockenfeigenproduktion tut sich der türkische Exporthandel in diesem Jahr schwer. Mykotoxine und hohe Produktionskosten belasten den Markt.
Trockenfrüchte
03.11.2026
MANISA. Während im vergangenen Jahr rund 90% der Ernte eingebracht wurden, droht den Weinbauern in diesem Jahr ein erheblicher Teil ihrer Trauben zu verderben. Grund dafür sind die schwache Nachfrage und die hohen Produktionskosten. Im Sultaninenmarkt ist es derzeit vergleichsweise ruhig.
Nüsse
02.11.2026
NEU-DELHI/HO-CHI-MINH-STADT. In Mosambik herrschen gute Wetterbedingungen für den Cashew-Anbau. Verarbeitungsbetriebe in Vietnam zeigen wenig Interesse am Kauf von rohen Cashewnüssen. Sie sind mit der aktuellen Marktlage nicht gerade zufrieden. Vietnams Exporte von Cashewkernen sind im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil. Die US-Importe sind stark angestiegen. In Indien werden derzeit kurzfristige Einkäufe getätigt.