Kokosraspel: Exporteure wollen Preise nicht senken

16. Juni 2026 um 16:01 , Der AUDITOR
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MANILA. Obwohl die Inlandspreise nachgeben, haben die philippinischen Anbieter ihre Exportpreise für Kokosraspel noch nicht gesenkt. Faktoren wie die Schäden des starken Erdbebens und hohe Logistikkosten belasten den Markt zudem. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Wetterentwicklungen.

Kokosraspel behaupten sich auf stabilem Niveau

Der Markt für Kokosraspel zeigt sich weiterhin vergleichsweise stabil. Obwohl die Inlandspreise auf den Philippinen im Zuge schwächerer Koprapreise nachgegeben haben, halten die Verarbeiter an weitgehend festen Exportnotierungen fest. Die Anbieter berücksichtigen dabei mögliche Risiken auf der Angebotsseite, während die Nachfrage weiterhin vorsichtig eingeschätzt wird.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt das starke Erdbeben vor der Küste von Sarangani und Mindanao auf den Philippinen. In den betroffenen Regionen wurden Verarbeitungsbetriebe vorübergehend stillgelegt, um Sicherheits- und Strukturprüfungen durchzuführen. Auch Transport-, Lager- und Hafenaktivitäten können kurzfristig beeinträchtigt werden. Größere Versorgungsengpässe sind bislang jedoch nicht entstanden, wie die Experten von JCP International in ihrem jüngsten Bericht angeben.

Kokosöl bleibt unter Druck

Kokosöl entwickelt sich weiterhin schwächer als andere Kokosprodukte. Die Preise haben gegenüber den hohen Niveaus des Vorjahres deutlich nachgegeben. Ursächlich sind die zurückhaltende Nachfrage, eine verbesserte Verfügbarkeit in den Ursprungsländern sowie die Konkurrenz durch alternative Laurinöle. Zudem hat sich der Preisabstand zu Palmkernöl deutlich verringert oder ist teilweise vollständig verschwunden, wodurch industrielle Abnehmer verstärkt auf Ersatzprodukte ausweichen.

Die Entwicklung anderer Pflanzenöle bleibt dabei ein wichtiger Einflussfaktor. Palmöl erhält Unterstützung durch die Biodieselnachfrage sowie Erwartungen rund um Indonesiens B50-Programm. Dieses besagt, dass Dieselkraftstoff aus mindestens 50% Biodiesel und maximal 50% fossilem Diesel bestehen darf. Sojaöl zeigte sich dagegen aufgrund hoher Verfügbarkeit und Unsicherheiten bei der Biokraftstoffpolitik zeitweise schwächer. Preisbewegungen in diesen Märkten können sich unmittelbar auf Kokosöl auswirken.

Wetterrisiken und Logistik bleiben wichtige Marktfaktoren

Mit Blick auf die kommenden Monate rücken die Wetterbedingungen zunehmend in den Fokus. Prognosen deuten auf die Entwicklung von El-Niño-Bedingungen in Teilen Südostasiens hin, die zu geringeren Niederschlägen und einer Belastung der Kokosproduktion führen können. Gleichzeitig beginnt auf den Philippinen die Taifunsaison. Besonders starke Stürme können Plantagen beschädigen, Ernten beeinträchtigen sowie Verarbeitungs- und Exportaktivitäten vorübergehend unterbrechen. Das würde zu einer geringeren Verfügbarkeit und steigenden Preisen führen.

Auch die Logistikkosten bleiben hoch. Steigende Frachtraten, Kapazitätsengpässe, längere Transportzeiten und Umleitungen wichtiger Schifffahrtsrouten erschweren die Planung und erhöhen die Kosten entlang der Lieferkette. Dadurch können die Importkosten trotz möglicherweise nachgebender FOB-Preise hoch bleiben, so JCP International.

Kokosraspel

Qualität, Ursprung

EUR/mt

High fat, fine, Indonesien

2.550

High fat, medium, Indonesien

2.850

High fat, fine, Philippinen

2.950

Quelle: Handel; FCA EMP

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
- Preischart für Kokosraspel aus Sri Lanka
- Preischart für Kokosraspel aus Indonesien
- Preischart für Kokosraspel aus den Philippinen 
- Preischart für Kokosöl aus Indonesien
- weitere Preischarts

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