Kartoffeln: Pommes-Frites-Markt atmet tief durch

10. Juli 2020 um 07:08 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Hersteller von Pommes Frites rufen nach dem Einbruch durch Corona jetzt wieder mehr Vertragsware ab. Die Auslastung der Anlagen ist in Holland und Belgien wieder deutlich gestiegen, weil der Gastrobereich für mehr Nachfrage sorgt. Mehr dazu im Beitrag.

Die Statistikbehörde der EU, Eurostat, gab zuletzt die neuen Schätzungen zu den Anbauflächen für Kartoffeln in den Niederlanden und Belgien bekannt. Dabei steigt die niederländische Anbaufläche um 0,5 % auf 166.700 ha, im Vorjahr waren es 165.730 ha. In Belgien soll die Anbaufläche um 1,1 % auf 97.200 ha sinken, im Vergleich zu 98.190 ha im Vorjahr. In Deutschland geht man weiterhin von einem Anbau in Höhe von 277.300 ha aus, was gemessen an einer Vorjahresfläche von 271.600 ha ein Anstieg von gut 2 % bedeuten würde. Die Nordwestern European Potato Growers (NEPG) in Holland schätzten die Kartoffelanbaufläche der EU-5 (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien und die Niederlande) auf 621.148 ha, was ein Plus von 0,5 % wäre. Danach könnte das trockene Frühjahr Potenzial gekostet haben. Aber nicht die Fläche allein, vielmehr die Erträge wären entscheidend für Ernte und das Marktangebot. Dabei notierte PCA für Fritten-Kartoffeln nur noch für Fontane unverändert 2,50 bis 3,00 EUR/100kg, ähnlich bei der französischen RNM. PotatoNL macht seit Wochen keine Angaben mehr für Fritten-Sorten. Belgapom notierte zuletzt nur noch für Fontane.

Kassamarkt - Industriekartoffeln

Notierung

EUR/100 kg

Veränderung

Belgapom (B)

 

 

Binte

nicht notiert

 

Challenger

nicht notiert

 

Fontane

3,00

0,00

PotatoNL (NL)

 

 

Kat. 1

nicht notiert

 

Kat. 2

nicht notiert

 

Fritten lang

nicht notiert

 

Export

3,50

0,00

RNM (F)

 

 

Binte

nicht notiert

 

Fontane

3,00

0,00

Quelle: Handel

Fritten-Hersteller rufen wieder mehr Vertragsware ab
Laut norddeutschem Handel kommt die neue Frühkartoffelernte in Belgien in diesem Jahr spät zum Einsatz. Nur beregnete Äcker bringen genügend Übergrößen hervor. Früher Frittenrohstoff wird bisher lediglich von wenigen Fabriken und Schälern aufgenommen, die dafür nur knapp 10 EUR/100kg bezahlen, anstelle sonst häufig 18 bis 20 EUR/100kg. Der niedrigere Preis ist dem Umstand geschuldet, dass alterntige Kartoffeln noch bis weit in den August verfügbar sind. Dennoch rufen die Frittenfabriken inzwischen ihre Vertragskartoffeln zügiger ab, sollen die Anlagen in Holland wieder 80 % Auslastung haben. Auch läuft der Frittenabsatz nach Einbruch durch Covid19-Pandemie wieder flüssiger., weil der Gastrobereich wieder mehr abnimmt. Auch erhoffen sich die Hersteller eine gute Urlaubssaison im Sommer und Herbst, nachdem Hotels und Ferienwohnungen an der Nord- und Ostsee weitgehend ausgebucht sind. Ähnlich in anderen Feriengebieten Deutschlands. Deshalb werden offenbar auch wieder mehr vertragsfreie Kartoffeln abgenommen. Freie Mengen werden am Spotmarkt mit 5 bis 6 EUR/100 kg vergütet.

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