Kakao: Verarbeitungszahlen lassen Preise steigen

6. Juli 2017 um 09:53 , Der AUDITOR
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ABIDJAN. Wie die Exportvereinigung berichtet, wurden in Côte d’Ivoire wesentlichen mehr Kakaobohnen verarbeitet, als im Vorjahr. Die Preise reagierten entsprechend darauf.

Zurück zum Ursprung
Traditionell werden Kakaobohnen unverarbeitet aus den Anbauländern exportiert und erst in den Zielregionen Europa, Asien oder Amerika zu Kakaopulver und -butter weiterverarbeitet. In den letzten Jahren wurde die Verarbeitung direkt in den Ursprüngen stark gefördert. Zwischen Oktober 2016 und April 2017 wurden in Côte d’Ivoire 10% mehr Kakaobohnen verarbeitet als im Vorjahreszeitraum. Diese sorgte dafür, dass die Preise in den letzten Wochen wieder zulegten, nachdem der Trend im Mai/Juni dank der guten Ernteergebnisse überwiegend stabil bis fallend war.

Kakaopreise KW 27

Jahr

USD/mt

2017

1.947

2016

3.080

2015

3.276

Quelle: CME

Rekorde in Sicht
Die International Cocoa Organization (ICCO) schätzt die weltweite Kakaobohnenproduktion in diesem Jahr auf 4,69 Mio. mt, rund 18% mehr als letztes Jahr. Dem soll ein Verbrauch von 4,26 Mio. mt gegenüberstehen, wodurch die Überhänge bei rekordverdächtigen 382.000 mt liegen sollen.

In den Häfen von Côte d’Ivoire wurden bisher 1,63 Mio. mt Kakaobohnen registriert, im Vorjahreszeitraum waren es gerade einmal 1,35 Mio. mt. Insgesamt wird die Kakaoproduktion in Côte d’Ivoire für dieses Jahr auf 19 Mio. mt geschätzt.

In Ghana wurden zuletzt 807.221 mt registriert. Analysten gehen aber davon aus, dass der gute Wert nicht zuletzt durch Schmuggelaktivitäten zustanden kommt. Umliegende afrikanische Anbauländer bringen einen Teil ihrer Kakaobohnen illegaler Weise nach Ghana, da sie dort höhere Preise für die Rohware erhalten.  

Kakaostatistik 2017

Produktion

4,69 Mio. mt

Verbrauch

4,26 Mio. mt

Überhang

382.000 mt

Quelle: ICCO

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Preischart Kakaobohnen

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