Kakao: ICCO korrigiert Schätzungen

17. Dezember 2018 um 13:00 , Der AUDITOR
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ABIDJAN. Die International Cocoa Organization (ICCO) hat im kürzlich vorgelegtem November-Bericht eine Preiswende beobachtet. Stützen im Oktober noch Berichte über ungewöhnlich starke Regenfälle in der Côte d’Ivoire and Ghana die Notierungen, hat sich die Lage im November komplett gewendet. Die WTO hat derweil über die neuen EU-Grenzwerte für Kadmium beraten.

 

Preissturz an den Börsen

Im November stürzten die Börsennotierungen in London und New York regelrecht um 8% beziehungsweise 7% ab. Grund waren Berichte über ein üppiges Angebot in West Afrika. In der Côte d’Ivoire waren sogar 35% mehr Ware an den Häfen verfügbar, wie im November 2017. Begünstigt wird der Warenfluss durch die Wetterlage und der Tatsache, dass zahlreiche neue Bäume erstmalig Früchte tragen. Die Kurse haben sich inzwischen, allerdings, wieder erholt.

Solide Nachfrage

Zudem hat die ICCO neuen Schätzungen für die Vermahlung von Kakaobohnen bekannt gegeben. Demnach ist die weltweite Vermahlung von Kakaobohnen in der letzten Saison um knapp 4% auf einen Rekord von 4,57 Mio. mt gestiegen. Die ICCO wertet dies als ein Zeichen, dass die Nachfrage kontinuierlich zunimmt. Vor allem in den Ursprüngen ist eine deutliche Zunahme der Vermahlung zu spüren. Einzig in den amerikanischen Staaten ist der Trend rückläufig.

 

Kakaobohnenvermahlung in Mio. mt

Region

2016/17

2017/18

Diff.

Europa

1,628

1,711

+5,1%

Asien/Ozeanien

0,988

1,031

+4,3%

Afrika

0,900

0,951

+5,7%

Amerika

0,880

0,877

-0,3%

Welt

4,397

4,570

+3,9%

Quelle: ICCO

 

Neue Grenzwerte als Herausforderung

In der EU treten ab 01.Januar 2019 erstmalig Grenzwerte für Kadmium in Schokolade in Kraft. Dies stellt sowohl den Handel als auch die produzierenden Länder vor große Herausforderungen. Während Händler in der EU beklagen, dass die Grenzwerte beim Einkauf in den Ursprüngen in West-Afrika nur sehr schwer überprüft werden können, befürchten die Produzenten vor Ort hohe Einbußen für die Bauern. Kolumbien, Côte d’Ivoire und Peru haben daher an die WTO appelliert den neuen EU-Grenzwerten Einhalt zu gebieten.

Sie beklagen, dass der geringe Anteil von Schokolade in der Ernährung kaum nennenswerte gesundheitliche Schäden verursachen kann und, dass die Maßnahmen der EU in keinerlei Verhältnis zu dem immensen wirtschaftlichen Schaden für die Kleinbauern steht. Viele Produzenten haben jetzt schon Rückgänge bei den Exporten in die EU festgestellt. Die EU hat Ländern in Südamerika technische Hilfsprojekte zugesichert, um den Kadmiumgehalt der Kakaobohnen langfristig zu senken.

EU-Cadmiumgrenzwerte ab 01. Januar 2019

Produkt

Gesamtkakaotrockenmasse

Cadmium/kg

Milchschokolade

<30%

0,10 mg

Schokolade

<50%

0,30 mg

Schokolade

=50%

0,80 mg

Kakaopulver*

--

0,60 mg

Europäische Kommission VO EU Nr. 488/2014
*zum Verkauf an den Endverbraucher bestimmt

 

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