Kakao: Gegensätzliche Trendentwicklung

22. Mai 2017 um 13:55 , Der AUDITOR
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LONDON. Bis vor kurzem verzeichneten die Kakaopreise in New York und London einen stetigen Preisrückgang – mit negativen Folgen für die Bauern in den Ursprüngen.

Stabile Versorgungslage
In den letzten Wochen haben sich die Kakaopreise wieder stabilisiert und sind wieder über die 2.000-USD/mt-Grenze geklettert. Dennoch hat das Conseil du Café Cacao die Ab-Hof-Preise für die Kakaobauern in Cote d'Ivoire um mehr als ein Drittel gesenkt – auf 700 XOF/kg (1,07 EUR/kg). Anders in Ghana, dort bleiben die Preise auch für Zwischenernte auf dem bisherigen Niveau von 7.600 GHS/mt (1,54 EUR/kg).

Berichten zufolge wurden in Cote d'Ivoire seit Saisonbeginn 1,52 Mio. mt Kakaobohnen registriert, rund 16% mehr als letztes Jahr um diese Zeit (1,28 Mio. mt). Gingen die Lieferungen aus den Anbauregionen zunächst noch schleppend voran, legten sie in den vergangenen Wochen deutlich an Tempo zu. In Ghana wurden 757.506 mt Kakaobohnen registriert, das sind bereits 13% mehr als im Vorjahreszeitraum. Geplant ist eine Kakaoproduktion von insgesamt 850.000 mt.   

Kakaoproduktion in mt

Land

2016/17

2015/16

Cote d'Ivoire

1.523.000

1.276.000

Ghana

757.506

670.360

Quelle: ICCO             seit Saisonbeginn

Verarbeitungszahlen steigen
Im Vergleich zum ersten Quartal 2016 konnten die Verarbeitungszahlen von Kakaobohnen weltweit gesteigert werden, allen voran in Asien. Nordamerikanische Unternehmen verarbeiteten allerdings noch im vierten Quartal 2016 rund 6% als in den darauffolgenden drei Monaten.

Kakaoproduktion in mt

Region

Q1

ggü. Vj.

Europa

339.485

+1,10%

Nordamerika

120.152

+1,15%

Asien

177.450

+19,20%

Quelle: ICCO

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Preischart Kakaobohnen

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