Hülsenfrüchte: Produktionsplanung wird Sache des Ministeriums

8. November 2023 um 14:28 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

ANKARA. Kürzliche wurde in der Türkei beschlossen, dass die Produktionsplanung für diverse landwirtschaftliche Produkte fortan Sache des Landwirtschaftsministeriums ist. Dass Hülsenfrüchte einen geringen Wasserbedarf haben, dürfte der Branche in der wasserarmen Türkei zugutekommen.

Gute Chancen für die Hülsenfruchtbranche

Eine neue Verordnung in der Türkei könnte wichtige Vorteile für die Entwicklung der dortigen Hülsenfruchtbranche mit sich bringen. Der Vorsitzende des National Legume Council, Ö. Abdullah Özdemir, gab kürzlich folgendes bekannt: „Von nun an werden die Produkte und Produktgruppen, die der Produktionsplanung unterliegen, vom Ministerium bestimmt. Wir hoffen, dass diese neue Ära der Landwirtschaft unseres Landes wichtige Impulse geben wird". Das Landwirtschaftsministerium erläuterte, dass besagte Produktionsplanung unter anderem auf den Auswirkungen des Klimawandels, den Bewässerungsmöglichkeiten, den Versorgungsquoten und den Anbaumöglichkeiten beruhen wird. Da Hülsenfrüchte in all diesen Sektoren überzeugen können, dürften sie eine wichtige Rolle bei der neuen Produktionsplanung spielen.

Geringer Wasserbedarf birgt Vorteile

Laut der World Water Stress Map gehört die Türkei zu den Ländern, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels, vor allem von Wasserknappheit, bedroht sind. Da Hülsenfrüchte im Vergleich zu vielen anderen Agrarprodukte nur einen sehr geringen Wasserbedarf haben, eignen sie sich bestens für den Anbau in wasserarmen Regionen. Mit 580.000 mt sind Kichererbsen die am meisten angebauten Hülsenfrüchte in der Türkei, gefolgt von Linsen mit 445.000 mt. Insgesamt lag die türkische Hülsenfruchtproduktion letztes Jahr bei 1,3 Mio. mt und sollte 2023 ein ähnliches Niveau erreichen. Um die Nachfrage zu decken, muss allerdings auch noch eine große Menge an Ware importiert werden, abgesehen von getrockneten Bohnen. Weltweit ist die Anbaufläche für Hülsenfrüchte in den letzten drei Jahrzehnten um 35%, die Produktion sogar um knapp 60% gestiegen.

Türkische Exporte deutlich gestiegen

Die Türkei steht bei den Ausfuhren von Kichererbsen und roten Linsen weltweit auf Platz 3; Der türkische Sektor für Getreide, Hülsenfrüchte und Ölsaaten hat im Zeitraum Januar-September 2023 insgesamt gut 10,6 Mio. mt unterschiedliche Produkte ins Ausland geliefert. Dieses gingen in mehr als 200 Zielländer. Dazu sagte der Vorsitzende des Türkiye Exporters Assembly Cereals, Pulses, Oilseeds and Products Sector Board, Ahmet Tiryakioğlu: „Unsere Ausfuhren haben sowohl wert- als auch mengenmäßig erheblich zugenommen. Länder, die unsere Produkte in der Vergangenheit weniger gekauft haben, kaufen jetzt mehr. Italien ist ein Beispiel für diese Situation. Unsere Exporte haben 10 Mrd. USD erreicht. Wir sind mit den Ergebnissen unserer Exporte und unseres Sektors zufrieden und wir werden daran arbeiten, den Erfolg weiter zu steigern“.

Weitere Informationen anzeigen:
Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Obst und Gemüse
01.07.2026
PEKING. Eine verhältnismäßig geringe Nachfrage und ausreichende Bestände setzen die meisten der chinesischen Bohnenpreise unter Druck. Gestützt werden sie vor allem durch die Exporte, die weiterhin gut laufen. Die Anbieter sind indes bemüht, ihre Lager zu leeren.
Hülsenfrüchte
29.06.2026
NEU-DELHI/OTTAWA. In Indien nimmt die Nachfrage nach Kichererbsen zu, und knappe Bestände stützen die Preise. In Kanada wird mit einer deutlich kleineren Produktion als im Vorjahr gerechnet.
Hülsenfrüchte
22.06.2026
NEU-DELHI/OTTAWA. Sowohl in Indien als auch in Kanada halten sich die Preise auf dem Kichererbsenmarkt derzeit weitgehend stabil – das könnte sich allerdings bald ändern. Die Erzeuger behalten das Wetter genau im Auge, da es bereits zu einigen Verzögerungen bei der Aussaat kam.
Obst und Gemüse
17.06.2026
OTTAWA. Erbsenpreise für alte und neue Ernte entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen. Linsen könnten auch in der neuen Saison ausreichend verfügbar sein. Experten rechnen mit deutlichen Preisunterschieden.