Haselnüsse: Exporteure von schießwütigen Bauern bedroht?
14. November 2016 um 13:42 ,
Der AUDITOR
Zwei Exporteure sollen mit Schusswaffen bedroht und aufgefordert worden sein, die Preise anzuheben, denn sie seien schuld an dem niedrigen Preisniveau.
Verlustgeschäfte
Dabei verläuft die Saison für viele Marktteilnehmer anders als erhofft. Einige türkische Händler haben sich verspekuliert und noch vor Saisonstart zu vergleichsweise günstigen Preisen verkauft. Dieses Niveau ist trotz der Preisrückgänge der letzten Wochen noch nicht erreicht worden, was zu Verlustgeschäften führt. Zu einem nicht unerheblichen Teil sind die niedrigeren Preise auch auf den Wechselkurs zurückzuführen, aufgrund der aktuellen politischen Lage in der Türkei ist hier allerdings eine Entwicklung in jede Richtung denkbar.
Druckausgleich
Unerwartet hohe Überhange aus der Ernte 2015 setzen den Markt unter Druck und ziehen auch die Preise für 2016er Ware langsam mit nach unten. Die Qualität der alterntigen Ware lässt immer weiter nach, es gibt bereits Berichte von Partien mit bis zu 10% verdorbenen Kernen. Händler rechnen bis Jahresende mit weiter fallenden Preisen. Die Nachfrage zieht weiter an und die Exporte laufen gut, letzte Woche wurden erneut 7.400 mt Haselnüsse ins Ausland geliefert, insgesamt kommt die Ausfuhr seit Saisonbeginn auf 53.500 mt.
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Türkische Haselnusskerne |
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Produkt |
EUR/kg |
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Natur, 11-13 mm |
7,30 |
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Gehackt, 2-4 mm |
7,80 |
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Grieß, 0-2 mm |
7,50 |
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Haselnusspaste |
7,00 |
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DDP Deutschland |
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Konkurrenz
Zuletzt noch ein Blick über den Tellerrand: Georgien kann zwar mit attraktiveren Preisen aufwarten, allerdings ist die Qualität der diesjährigen Ernte nicht ideal. Dafür sind italienische Haselnüsse zu durchaus interessanten Preisen zu bekommen. Anders als Ware aus Aserbaidschan, aufgrund der guten Qualität ist diese derzeit sogar teurer als türkische.