Haselnüsse: Ein Ausblick auf 2017/18
22. Mai 2017 um 13:55 ,
Der AUDITOR
Verhaltene Erwartungen
Bereits in den letzten Wochen kursierten erste Schätzungen für die türkische Haselnussproduktion von 700.000-750.000 mt im Markt, die während des INC veröffentlichten Prognosen waren dagegen nicht ganz so optimistisch. Auch über die korrigierten Angaben zur Ernte 2016 sind sich die Marktteilnehmer uneinig, hier hatte man bereits in den vergangenen Monaten immer wieder stark schwankende Zahlen von 400.000-550.000 mt gehört.
Einige Marktteilnehmer sind davon überzeugt, dass sich die offiziellen Prognosen am unteren Potentialrahmen orientieren und es durchaus noch Luft nach oben gibt. Insgesamt wird weltweit eine größere Haselnussernte erwartet als im letzten Jahr, hinzu kommen Überhänge 80.000-100.000 mt.
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Top 5 Haselnussproduzenten |
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Land |
2017 |
2016 |
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Türkei |
670.000 |
500.000 |
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Italien |
100.000 |
130.000 |
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USA |
34.000 |
39.000 |
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Georgien |
60.000 |
60.000 |
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Aserbaidschan |
45.000 |
50.000 |
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Welt |
992.500 |
862.309 |
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Quelle: INC 2017 |
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Hochtrabende Exportschätzungen
In der letzten Woche sanken die Preise aufgrund der guten Ernteprognosen unter 6,00 EUR/kg DDP Deutschland. Neben den guten Produktionsergebnissen erwarten Marktteilnehmer auch eine Steigerung des Exportvolumens, sowohl in dieser als auch in der kommenden Saison. Um an die Prognosen von 240.000 mt für die Saison 2016/17 ranzukommen, müssten in den kommenden Wochen noch rund 60.000 mt exportiert, also noch einmal ein Drittel der bisherigen Ausfuhr. In der Saison 2017/18 sollen die Exporte sogar auf 285.000 mt steigen, was Händler aber nur bei einem erheblich niedrigeren Preisniveau als dem jetzigen für möglich halten.
Zu viele Faktoren wie der tatsächliche Ertrag, der Wechselkurs oder in welchem Maß die TMO Haselnüsse aus der kommenden Ernte aufkauft erschweren eine einwandfreie Vorhersage. Die Käuferseite zeigt sich zudem bisher nicht besonders risikofreudig.