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Haselnüsse: Angst vor Konsequenzen

24. Februar 2017 um 09:25 , Der AUDITOR
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ORDU. Rückblickend ist zu sagen, dass die türkischen Haselnussbauern von einer Welle aus Überhangbeständen und Desinteresse überrollt wurden. Sie minimierte alles, was sich ihr in den Weg stellte.

So konnte sich trotz des enttäuschenden Ernteergebnisses im letzten Jahr kein höheres Preisniveau durchsetzen, stattdessen ging es weiter nach unten.

Türkei muss sich stärker engagieren
Die Händler werden nicht müde zu betonen, dass sich die Bauern nicht um die Vermarktung ihrer Haselnüsse kümmern müssen, sondern auch in der Pflicht sind, die oft alten Baumbestände zu verjüngen, welche gegen Umwelteinflüsse resistenter sind und verlässlicher höhere Erträge einbringen können.
Gerüchten zufolge wurde in China, den USA und Georgien begonnen, die Anbaufläche für Haselnüsse zu erweitern. Ziel sei es, dass diese drei Länder bis in fünf Jahren zusammen etwa 500.000 mt Haselnüsse in der Schale produzieren, aktuell sind es dagegen rund 100.000 mt.    

Export Haselnüsse

Saison

mt

2016/17

124.992

2015/16

146.982

2014/15

124.177

seit Saisonbeginn

 
Trübsal blasen macht es nicht besser
Wie Marktteilnehmer bereits erwartet hatten, war der Preisanstieg der vergangenen Woche nur vorrübergehend, inzwischen hat sich das Preisniveau wieder gesenkt. Aktuell sprechen die Vorrausetzungen für eine gute Ernte, noch ist es allerdings zu früh, um tatsächliche Ertragsprognosen abzugeben.
Auch andere Faktoren könnten die Marktentwicklung in diesem Jahr massiv beeinflussen. Am 16. April 2017 wird per Referendum über die Verfassungsänderungen der Türkei abgestimmt. Die Marktsituation ist von Unsicherheit geprägt, insbesondere was die wirtschaftliche Entwicklung im zweiten Halbjahr 2017 betrifft.

Türkische Haselnusskerne

Produkt 

EUR/kg

Natur, 11-13 mm 

6,70

Gehackt, 2-4 mm 

6,90

Grieß, 0-2 mm 

6,50

Haselnusspaste

6,10

DDP Deutschland

Angehängte Dateien

Dateisymbol
Preischart Haselnüsse, natur, 11-13

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