Getrocknete Pflaumen: Produktion soll weltweit um 7% zurückgehen

25. November 2025 um 15:52 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO/BRÜSSEL. Geringere Erträge in einigen größeren Anbauländern sorgten in diesem Jahr weltweit für einen Rückgang der Trockenpflaumenproduktion. Ein niederschlagsreicher Frühling birgt gewisse Risiken für die chilenische Ernte des kommenden Jahres.

Geringere Produktion in den USA

Der International Nut and Dried Fruit Council hat im November die aktualisierten Schätzungen für die weltweite Trockenpflaumenproduktion veröffentlicht. Mit einem Ergebnis von 191.250 mt wurden in diesem Jahr rund 7% weniger getrocknete Pflaumen produziert als im Vorjahr. Grund für diesen Rückgang sind vor allem geringere Erträge in Ländern wie den USA. Zwar soll die Pflaumenernte 2025 hier einen optimalen Zuckergehalt erreicht haben, die Nachwirkungen der Trockenheit im Vorjahr sorgten jedoch für eine von vorneherein kleinere Ernte. Aktuell wird die US-Trockenpflaumenproduktion auf 59.000 mt geschätzt, ein Rückgang um 14,4% gegenüber dem Vorjahr. Auch die Ernte in Argentinien war deutlich geringer ausgefallen und in Frankreich war immerhin ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Chile bleibt hingegen nicht nur Hauptanbauland in dieser Saison, sondern konnte seine Produktion in diesem Jahr sogar um 0,8% auf 74.000 mt steigern. Für die Ernte 2026 sind die Aussichten zwar nicht schlecht, allerdings birgt das Wetter ein paar Risiken. So soll es in den Hauptanbauregionen laut einem Bericht von Chile Prunes im chilenischen Winter rund 100 Stunden weniger ausreichend kalt gewesen sein. Zudem seien die Bäume fast eine Woche zu spät in die Saison gestartet, was sich nach hinten raus allerdings wieder ausgleichen dürfte. Darüber hinaus hätten üppige Niederschläge im September und Oktober für einen regenreichen Frühling gesorgt, was den erhöhten Einsatz Pflanzenschutzmitteln erforderlich machte, da die Bäume während der Blüteperiode besonders anfällig für Schimmelbildung sind. 

Produktion Pflaumen, getrocknet, in mt

Ursprung

2024/25

2025/26

Diff.

Chile

73.390

74.000

0,8%

USA

68.900

59.000

-14,4%

Frankreich

30.500

30.000

-1,6%

Argentinien

25.000

18.000

-28,0%

Serbien

4.800

5.000

4,2%

Australien

820

3.000

265,9%

Italien

1.600

2.000

25,0%

Südafrika

541

250

-53,8%

Gesamt

205.551

191.250

-7,0%

Quelle: INC, November 2025

EU steigert Einfuhr um 8%

Zwischen dem 01.01.-16.11.2025 importierte die EU insgesamt 33.499 mt getrocknete Pflaumen im Wert von 110,868 Mio. EUR aus Drittstaaten, damit ist das Einfuhrvolumen im Jahresvergleich um 8% gestiegen. Der Importwert hingegen ging aufgrund des günstigeren Durchschnittspreises um 3,4% zurück. Der durchschnittliche Importpreis lag in diesem Zeitraum mit 3,31 EUR/kg deutlich unter dem des Vorjahres (3,46 EUR/kg).

Die Lieferungen aus Chile sind im oben genannten Zeitraum deutlich gestiegen, so dass die EU-Einfuhr mit 19.008 mt rund 9,3% über dem Vorjahresvolumen lag. Auch die Lieferungen aus Serbien und Usbekistan legten zu. Im Gegensatz dazu fielen die Exporte aus den USA, Argentinien und Moldawien deutlich geringer aus.

Deutschland importierte rund 7.270 mt getrocknete Pflaumen, das sind 71,5% mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Währen auch die Lieferungen nach Polen (+16,1% auf 4.040 mt) zulegten, verzeichneten Spanien (-2,7% auf 4.770 mt), Italien (-6,2% auf 4.100 mt) und die Niederlande (-31,3% auf 2.190 mt) rückläufige Einfuhren. 

EU-Import Trockenpflaumen in mt

Partner

2024

2025

Diff.

Chile

17.393

19.008

9,3%

USA

3.913

3.475

-11,2%

Argentinien

3.129

3.063

-2,1%

Moldawien

2.874

2.698

-6,1%

Serbien

1.768

2.219

25,5%

Usbekistan

839

1.474

75,7%

Türkei

611

874

43,0%

Andere

477

688

44,2%

Gesamt

31.004

33.499

8,0%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-16.11.

08132000 Pflaumen, getrocknet

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