Getrocknete Cranberries: Preise sind deutlich gestiegen

24. Januar 2022 um 15:17 , Der AUDITOR
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MADISON/OTTAWA. Geringe Überhangbestände und die Aussicht auf eine relativ kleine Ernte haben die Spotmarktpreise für getrocknete Cranberries in den letzten Monaten deutlich nach oben klettern lassen. Eine baldige Entspannung ist nicht in Sicht.

Größere Anbaufläche, kleinere Ernte

Wie von den Marktteilnehmern befürchtet, war der Markt mit den geringsten Überhangbeständen des letzten Jahrzehnts in die Saison 2021/22 gestartet. Laut der Experten von Chelmer Foods ist das deshalb besonders besorgniserregend, weil die Ernte nun das dritte Jahr in Folge verhältnismäßig gering ausfällt, auch wenn der INC mit einem geringen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr rechnet. Chelmer Foods zieht als Beispiel das Jahr 2010 heran, in dem das Erntevolumen größer war, obwohl die Anbaufläche aktuell 20% größer ist als damals. Die Marktexperten von Catz rechnen damit, dass erst Anfang 2023 eine Entspannung auf dem Markt eintreten könnte – vorausgesetzt, die Ernte 2022 fällt besser aus.

Massive Preissteigerungen

Nachdem die Farmer in den vergangenen Jahren mit geringen Preisen für ihre Ware zu kämpfen hatten, wurde entsprechen weniger Geld in neue Maschinen etc. investiert. Das hat zusätzlich zu schlechteren Erträgen geführt. Die Preise auf dem europäischen Spotmarkt sind entsprechend nach oben geklettert. So kosten geschnittene Cranberries aus den USA derzeit 4,35 EUR/kg FCA Spanien; Mitte letzten Jahres lagen die Preise noch bei 3,80 EUR/kg FCA.

Cranberries, getrocknet

Sorte, Ursprung

EUR/kg

Rot, ganz, „Ocean“

5,10

Rot, geschnitten, USA

4,35

Schwarz, ganz, „Cond“, USA

10,90

FCA Spanien

Deutsche Importe merklich gesunken

Die deutschen Cranberry-Importe sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Zeitraum September-November 2021 um knapp 17% gesunken. Zwar konnten wichtige Produktionsländer wie Kanada (+184% auf 1.421 mt) und Chile (+107% auf 1.178 mt) ihre Lieferungen massiv erhöhen, das kann jedoch nicht den hohen Verlust ausgleichen, den die USA einstecken mussten. Der zuvor mit Abstand wichtigste Lieferant verschiffte im genannten Zeitraum nur noch 810 mt nach Deutschland, das ist ein Rückgang von über 70% gegenüber den 2.736 mt, die im entsprechenden Vorjahreszeitraum geliefert wurden.

Import Cranberries* nach Deutschland in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Kanada

500

1.421

184,2%

Chile

570

1.178

106,7%

USA

2.736

810

-70,4%

Niederlande

368

70

-81,0%

Österreich

25

16

-36,0%

Andere

10

7

-30,0%

Gesamt

4.209

3.502

-16,8%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Nov

*20089391 Preisel- und Moosbeeren, mit Zucker, >1kg

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