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Getreide: WASDE-Report setzt klare Kurssignale für Weizen

11. Juni 2021 um 08:00 , Der AUDITOR
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CHICAGO/HAMBURG. Markt- und Preistrends am Morgen mit Einschätzungen des Handels.

Weizen: WASDE-Report überrascht mit gestiegener Prognose
In den USA sorgte Regen in Teilen der Dakotas und ostkanadischen Prärien für dringend benötigte Erholung der dürregestressten Ernten, besonders bei Sommerweizen. Jedoch wird eine Rückkehr von trockenheißem Wetter erwartet. In Texas und North Carolina hat die Winterweizenernte begonnen. Für große Überraschung sorgte der WASDE-Report. Das USDA hob seine Prognose für die EU-Weizenernte gleich um 3,5 auf 137,5 Mio. mt an. Die russische Weizenernte wird mit 86 Mio. mt um 1 Mio. mt, die ukrainische mit 29,5 Mio. mt um 0,5 Mio. mt höher veranschlagt. Die US-Weizenernte soll mit 51,7 Mio.mt um 1,3 % steigen.

Europa erwartet erheblich größere Weizenernte
Insgesamt verfestigt sich das Bild, dass in Europa eine große Weizenernte heranwächst. FranceAgrimer hielt an der Weizenbonitierung von 80 % gut-exzellenter Pflanzen fest. Auch in Deutschland und Polen steht Getreide gut. FranceAgriMer hat seine Schätzung für die Getreidelagerbestände zum Ende des Jahres nur minimal ver-ändert. Großbritannien soll eine 5 Mio. mt höhere Weizenernte einfahren, nachdem 2020 das Ergebnis nur bei 9,66 Mio. mt lag. Algerien kaufte 480.000 mt Weizen, wobei auch deutsche und baltische Händler zum Zuge kamen. Russlands erhöht den Sommerweizenanbau auf 13,7 Mio.ha, was dem Rekordwert 2016 nahekommt.

MAIS: Trockenheitsrisiken im nördlichen Corn Belt
PARIS. Regenfälle in Teilen der Dakotas und ostkanadischen Prärien dämpften nur kurzfristig die Kursentwick-lung für US-Mais. Vielmehr werden die Kursaussichten von wieder ansteigenden Temperaturen und Trocken-heit im nördlichen Corn Belt getrieben. Der US-Dürremonitor zeigt, dass die nördlichen Ebenen stark von Dürre betroffen sind. Auch höhere Ethanolnachfrage stützte den Markt. Die US-Ethanolproduktion erreichte letzte Woche fast 1,07 Mio. Barrel/Tag, was einen Zuwachs von 33.000 Barrel/Tag entspricht. Die Ethanolbestände stiegen um 372.000 Barrel auf 19,96 Mio. Barrel, was dem Level vor der Corona-Pandemie nahekommt.

USDA überrascht mit nahezu unveränderter Prognose
Der WASDE-Report für Juni brachte überraschend für den Handel nahezu keine Änderungen zum Vormonat. Brasiliens Maisernte blieb bei 118 Mio. mt, während die Analysten von IHS Markit Agribusiness ihre Schätzung zur Safrinha-Maisernte um 5 auf 88 Mio. mt zum Vormonat gesenkt haben. Die argentinische Maisernte taxierte das USDA unverändert auf 51 Mio. mt, die kommende US-Maisernte gleichhoch auf 380,76 Mio. mt. Auch beließen die Experten ihre Prognosen zur EU-Maisernte bei 66,7 Mio. mt und die ukrainische bei 37,5 Mio. mt. Das bedeutet, die Wettermärkte behalten in den nächsten Wochen die Oberhand beim Preisgeschehen.

 

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