Getreide

Getreide: Preisrückgang zur neuen Ernte rückt näher

16. Juni 2021 11:59, Der AUDITOR
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CHICAGO/PARIS. Markt- und Preistrends am Mittag mit Einschätzungen des Handels. Die Wettermärkte in den USA und auch am Schwarzmeer veranlassen Importeure, Käufe noch zurückzustellen. Russland Exporteure profitieren von variablen Exportzöllen. In den USA entwickeln sich die Maisbestände vorerst schwächer. Neue Preise für Brotroggen.

Weizen: Handel sieht Mahlweizen bei gut 200 EUR/mt ex Ernte
In den USA erwarten die Meteorologen in den nächsten 8 bis 14 Tagen im Corn Belt mehr feucht-kühlere Wetterlagen, was dem US-Sommerweizen zugutekäme, jedoch für die laufende US-Winterweizenernte kein Vorteil wäre, weil Niederschläge die verzögerte Ernte weiter hinauszögern könnte. Für Aufsehen sorgte, dass Ägyptens staatlicher Getreideeinkäufer GASC, seine vorgestrige Ausschreibung zum Kauf von Weizen abgesagt hat, weil die Einkäufer günstigere Preisangebote erwarten. In der EU hat sich langsam ein Abwärtstrend der Weizenpreise eingestellt. Mahlweizen mit 12% Protein wird für Termin 9-12 mit 210 EUR/mt um 45 Euro günstiger angeboten als für Juni-Lieferung und könnte ex Ernte nochmals gut 8 Euro tiefer liegen. Dabei bleiben die Wachstumsbedingungen für Weizen EU-weit recht günstig, im weiteren Wochenverlauf kühlen Gewitter die derzeitige Hitzewelle ab. In Deutschland geht der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) bei seiner vierten Ernteschätzung 2021 von einer Getreideernte von 44,2 Mio.mt aus, was 2% über der Vorjahresernte (43,3 Mio.mt) läge. Russland beschleunigte den Weizenexport bis 10. Juni auf 37,3 Mio.mt dank des am 2. Juni eingeführten variablen Exportzolls, hieß es. Diese ersetzen die bisherige Steuer von 50 EUR/mt. Der variable Exportzoll stieg seitdem von 28,10 auf 29,4 USD/mt und ab 16. Juni auf 33,3 USD/mt.

Terminkurse -Weizen (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

658,75

-0,5 %

Matif (EUR/mt)

205,25

-1,0 %

Black Sea (USD/mt)

260,25

-0,5 %

 

B-Weizen (12/220/76) -Kassamarkt

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB*

205,00

-3,00

Hamburg DDP

242,00

-3,00

Rheinland DDP

255,00

-5,00

Oberrhein FOB

242,00

-3,00

Ukraine Kl.2 FOB*

203,60

-2,80

Russland FOB

-

-

Futterweizen (72/73) -Kassamarkt

Creil FOB*

201,00

-3,00

Holland DDP*

210,00

-1,00

Süd-Oldenburg DDP

255,00

0,00

Ukraine Kl.3 FOB*

206,50

-0,50

Quelle: Handel *neue Ernte

Brotroggen (120/0,05)-Kassamarkt

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hamburg DDP*

185,00

-

Niederrhein DDP

223,00

0,00

Ukraine Fob, ex Ernte

155,80

0,00

Quelle: Handel *neue Ernte

Weizenkleie (Inl. Normtyp, pelletiert)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hannover EXW

206,00

-2,00

Hannover EXW*

164,00

-

Quelle: Handel *Termin 8-12

 
Mais: US-Maisbestände entwickeln sich schlechter
Trotz der jüngsten Regenfälle bewertet der US-Handel das Ertragspotenzial von Mais angesichts unzureichender Niederschläge, die in vielen Regionen bestehen, als teils kritisch. Per 13. Juni gingdie Maisbonitierung des USDA erst einmal um 4 Prozentpunkte auf 68% gut-exzellenter Pflanzen zurück, was die Kurse in Chicago stützte. Allein in Iowa gab es einen Rückgang um 14 Punkte auf 63% gut-exzellenter Pflanzen. Dies dreht derzeitige Ertragsprognosemodelle bei Mais in den USA zurück. Für Unsicherheit am Markt sorgen weiterhin Pläne der Biden-Regierung, die Erleichterungen für kleinere Ölraffinerien bei der eigentlich verpflichtenden Beimischung von Biokraftstoffen vorsehen. Mit Blick auf Südamerika hat die erste Maisernte im Bundesstaat Mato Grosso in Brasilien begonnen. Jedoch ist es zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, da nur knapp 2% der Fläche dort abgeerntet wurden. In der EU entwickeln sich die Maisfeldbestände in Frankreich und in Rumänien besser als im Vorjahr. In Deutschland sieht der Raiffeisenverband die Maisernte 2021 nur bei 3,82 Mio.mt und damit 5,1% hinter der Vorjahresmenge. In der Ukraine liegt die aktuelle Maisfläche mit 5,34 Mio.ha in etwa auf Vorjahresniveau (5,38 Mio.mt). Die ukrainischen Maispreise gerieten in den letzten Tagen wegen schwächerer Nachfrage leichtunter Druck und wurden mit 7.900-8.100 UAH/mt Fob Schwarzmeer angegeben.

Terminkurse-Mais (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

665,50

0,9 %

Matif (EUR/mt)

258,25

-0,6 %

 

Körnermais (handelsüblich)-Kassamarkt

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

254,00

-2,00

Süd-Holland FCO

285,00

0,00

Brake FOT

270,00

0,00

Westfalen DDP

285,00

0,00

Oberrhein FOB

278,00

0,00

Polen (EXW)

-

-

Ukraine (FOB)

239,50

-2,50

Quelle: Handel

Futtergerste (62/63)-Kassamarkt

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB*

203,00

-3,00

Süd-Holland DDP*

193,00

-

Südoldenburg DDP

254,00

0,00

Hamburg DDP*

195,00

-

Ukraine (FOB)*

201,25

-0,35

Quelle: Handel *neue Ernte

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