Getreide

Getreide: Kursauftrieb vorerst gestoppt

3. November 2021 12:18, Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

CHICAGO/PARIS. Markt- und Preistrends am Mittag. Aus China kommen schwächere Signale, schrumpft die Wirtschaft wegen Stromkrise. Dagegen bleibt der Markt am Schwarzmeer fest. In Westeuropa belasteten zunehmende Logistikprobleme Lieferung und Abwicklung. Mit Preisen für Hartweizen.

Weizen: In den USA schwächer
Die Weizenpreise steuern in Frankreich auf die Marke von 290 EUR/mt zu, am norddeutschen Kassamarkt ist fast das Niveau von 300 EUR/mt erreicht. Einen Großteil der Müller und Futtermittelhersteller hat die gestiegenen Preise vor weiteren Einkäufen in Frankreich und Deutschland abgeschreckt. Auch bleibt die Verfügbarkeit aufgrund gestiegener logistischer Probleme bei LKW- und Schiffsfracht beschränkt.. Der Exportmarkt, gestiegene Energiepreise und zunehmende Inflation sind weiterhin Preistreiber. Ägyptens GASC hat in den letzten Tagen für Dezember-Lieferung insgesamt 540.000 mt Weichweizen vom Schwarzmeer erworben. Saudi-Arabiens hat 1,268 Mio.mt Mahlweizen zur Lieferung Februar-März 2022 am Markt geordert. Japan kaufte gestern 143.000 mt Weizen aus den USA und Kanada. Dabei zeigte der russische Markt für Weizen (12,5% RP) Kurssprünge von 5 US-Dollar auf 317 für erste und 324 USD/mt für zweite Novemberhälfte fob Schwarzmeer. Ukrainischer Futterweizen wird mit 297 USD/mt, Mahlweizen (12,5% RP) mit 320 USD/mt fob Schwarzmeer bewertet. Die Vorgaben aus den USA waren schwächer, bedingt durch festeren US-Dollar. Auch rückt die Weizenernte Australiens und Argentiniens näher, wodurch sich das Weizenangebot zum Jahreswechsel erhöhen wird. Die argentinische Weizenproduktion dürfte mit 20 Mio.mt neuen Rekord erreichen, Australien soll 31,5 Mio t Weizen ernten, nach 33 Mio.mt im Vorjahr und 14,5 Mio.mt in 2019/20. Australien wird den asiatischen Markt bedienen, was die Kurse für US-amerikanischen und kanadischen Weizen abschwächen könnte. Mit Blick auf den Hartweizenmarkt sind die Preise wegen starker Nachfrage zuletzt auf 440 EUR/mt franko Abnehmer gestiegen. Das kanadische Angebot ist nach einer katastrophalen Ernte 2021 fast komplett vom Markt genommen.
 

Terminkurse -Weizen (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

792,25

-1,3 %

Matif (EUR/mt)

292,75

-1,8 %

Black Sea (USD/mt)

329,75

0,1 %

B-Weizen (12/220/76) -Kassamarkt*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

288,00

2,00

Hamburg DDP

297,00

12,00

Rheinland DDP

295,00

12,00

Oberrhein FOB

285,00

4,00

Ukraine Kl.2 FOB

276,00

0,40

Russland FOB (12,5)

276,80

0,40

Futterweizen (72/73) -Kassamarkt*

Creil FOB

287,00

2,00

Holland DDP

290,00

11,00

Süd-Oldenburg DDP

289,00

14,00

Ukraine Kl.4 FOB

256,20

0,40

Quelle: Handel *9-12/21

Brotroggen (120/0,05)-Kassamarkt*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hamburg DDP

267,00

15,00

Niederrhein DDP

260,00

10,00

Ukraine Grade 2 Fob

178,70

0,20

Quelle: Handel *9-12/21

Weizenkleie (Inl. Normtyp, pelletiert)*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Hannover EXW

190,00

4,00

Niederrhein EXW

195,00

5,00

Quelle: Handel *9-12/21

Mais: Ukraine setzt feste Kurse durch
Der westeuropäische Kassamarkt für Mais zeigt durchweg Preisbefestigungen, die auf ein schrumpfendes Angebot in Verbindung mit stärkerer Nachfrage zurückzuführen ist. Spanische Futtermittelproduzenten sowie holländische und norddeutsche Verarbeiter sind mit Nachfrage zurück, aber logistische Probleme bei LKW- und Schiffsfrachten begrenzen Umfang und Abwicklung. In Frankreich muss viel Mais nachgetrocknet werden, wobei die Trocknungskapazitätsgrenzen erreicht sind, hieß es. Frankreichs Maisernte war zu 54% abgeschlossen gegenüber 87% im Vorjahr. Brüssel korrigierte die EU-Maisernte von zuvor 68,8 auf 67,8 Mio.mt im Oktober zurück. Auch senkten die Experten die EU-Maisvorräte 2021/22 von 16,2 auf 14,9 Mio.mt. Die ukrainische Maisernte war zu 44% beendet, gut 15,6 Mi.mt wurden bis dahin geerntet. Die Verladungen in ukrainischen Häfen haben sich gegenüber der Vorwoche nahezu auf 506.000 mt Mais verdoppelt. In den USA hat sich der Erntefortschritt durch Regenfälle im östlichen Corn Belt verlangsamt. Für etwas Gegendruck sorgte der Rohölmarkt, sind die Kurse wegen bearisher US-Bestandszahlen und schwächerem Wirtschaftswachstum in China leicht gesunken.

Terminkurse-Mais (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

571,25

-1,6 %

Matif (EUR/mt)

235,50

-0,9 %

Körnermais (handelsüblich)-Kassamarkt

Parität*

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

251,00

0,00

Süd-Holland FCO

275,00

6,00

Brake FOT

272,00

9,00

Westfalen DDP

273,00

5,00

Oberrhein FOB

256,00

-3,00

Polen (EXW)

262,00

1,00

Ukraine (FOB)

226,60

0,30

Quelle: Handel *9-12/21

Futtergerste (62/63)-Kassamarkt*

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

264,00

3,00

Süd-Holland DDP

285,00

20,00

Süd-Oldenburg DDP

280,00

15,00

Hamburg DDP

265,00

5,00

Ukraine (FOB)

234,20

0,40

Quelle: Handel *9-12/21

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
30.11.2021
CHICAGO/PARIS. Markt- und Preistrends am Mittag. Die Weizen- und Maismärkte brechen um gut 2 bis 3% ein, am Kassamarkt liegen die Kursverluste teils über 4%. Omikron könnte von der vierten direkt in die fünfte Corona-Welle führen. Außer am Schwarzmeer fallen überall die Preise.
Getreide
25.11.2021
CHICAGO/PARIS. Markt- und Preistrends am Mittag. Gewinnmitnahmen in Chicago und Paris lassen Terminkurse um 2-3% purzeln. Australiens Weizenqualität belastet den Markt. Moskau dreht Exportsteuerschraube weiter hoch. Mit Kassamarkt-Notierungen und EU-Import-/Exportdaten.
Getreide
24.11.2021
CHICAGO/PARIS. Markt- und Preistrends am Mittag. Australiens Weizenernte bereitet massive Probleme. Frankreich verhandelt über Exporte nach China. Ukrainische Inlandspreise für Mais geraten unter Druck.
Getreide
23.11.2021
CHICAGO/PARIS. Markt- und Preistrends am Vormittag. Wetterkapriolen in Australien, Kanadas Überschwemmungen in British Columbia und Russlands Exportsteuer treiben die Weizenpreise auf Höchststand. Die ukrainische Maisernte zieht sich hin, wird aber rekordhoch ausfallen.