Kostenfrei

Erdnüsse: Anbaufläche könnte kleiner ausfallen

7. März 2022 um 10:53 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

ATLANTA/BUENOS AIRES. Bei der Anbaufläche 2022 könnten sich einige Marktteilnehmer verschätzen – diese dürfte kleiner ausfallen als erhofft. Die US-Exporte laufen derzeit eher schleppend, während die Preise auf dem europäischen Spotmarkt steigen.

Trügerische Sicherheit

Der US-Erdnussmarkt zeigt sich weiterhin ruhig. Aktuell steht noch ausreichend Ware der Ernte 2021 zur Verfügung – die Produktion lag bei 2,9 Mio. mt (3,2 Mio. short tons). Die Käufer scheinen es nicht eilig zu haben sich einzudecken, was The Peanut Grower zufolge allerdings daran liegen könnte, dass sie sich in trügerischer Sicherheit wiegen. Viele scheinen davon auszugehen, dass die Anbaufläche sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verringern wird, während die meisten Analysten mit einem Rückgang rechnen. Sie gehen davon aus, dass die Anbaufläche Konkurrenzprodukten wie Baumwolle, Mais oder Sojabohnen zum Opfer fallen könnte, da diese aktuell mehr Gewinn einbringen. Für den Anbau von Erdnüssen spricht allerdings, dass sie nur wenig Düngemittel benötigen – die Kosten dafür sind in den vergangenen Wochen massiv gestiegen. 2021 hatte die Anbaufläche bei 1,59 Mio. Acres gelegen, das entspricht einem Rückgang von 5% gegenüber 2020.

China schraubt Käufe zurück

Die Exporte laufen laut The Peanut Grower eher schleppend. Im ersten Drittel der aktuellen Exportsaison sind die Ausfuhren im Jahresvergleich um 24,3% gesunken, bei Erdnüssen in der Schale liegt der Rückgang sogar bei 55,1%. Das liegt vor allem daran, dass China seine Käufe um 70% zurückgeschraubt hat. Die Erdnussbutterexporte konnten hingegen eine Steigerung von 22,2% verzeichnen, die wichtigsten Abnehmer sind hier die Nachbarländer Kanada und Mexiko. Auf dem US-Inlandsmarkt ist viel Ware verfügbar, insgesamt liegt das Angebot um rund 34.000 mt (75 Mio. lbs) über dem der Saison 2020/21. Der gesamte Inlandsverbrauch wird in der laufenden Saison derzeit auf rund 1,03 Mio. mt (1,13 Mio. short tons) geschätzt.  Im Dezember hatte die US-Regierung gut 2.000 mt (4,47 Mio. lbs) Erdnussprodukte gekauft, um diese in Ernährungsprogrammen einzusetzen.

Durchschnittliche Ernte in Argentinien

Die argentinische Ernte entwickelt sich Angaben zufolge noch gut und aktuell rechnen die Experten mit einem durchschnittlichen Ertrag. Die Wetterbedingungen zeigen sich derzeit als entscheidend; im Januar war es außergewöhnlich heiß und regenarm. Schätzungen zufolge wurden etwa 380.000 ha mit Erdnüssen bepflanzt.

Die Preise auf dem europäischen Spotmarkt haben indes in den vergangenen Wochen leicht angezogen. Blanchierte Erdnüsse, 38/42, aus Argentinien kosten aktuell 1,65 EUR/kg FCA Spanien.

Erdnusspreise

Sorte, Ursprung

EUR/kg

Blanchiert, 38/42, Argentinien

1,65

Blanchiert, 40/50, Argentinien

1,75

Blanchiert, Split, Nicaragua

1,57

Ungeschält, 9/11, XA, China

2,20

FCA Spanien

Weitere Informationen:
Preischart Erdnüsse, mit Haut, 40/50, Bold, Indien
Preischart Erdnüsse, mit Haut, 50/60, Java, Indien
- weitere Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Ölsaaten
28.05.2026
OTTAWA/BRÜSSEL. In Kanada steht die Senfsaataussaat kurz vor dem Abschluss. Die Saisonprognosen bleiben unverändert positiv. Kasachstan zeigt in dieser Saison eine starke Marktpräsenz.
Nüsse
28.05.2026
FOLSOM. Laut dem April-Bericht des California Walnut Board (CWS) ist die Nachfrage nach Walnüssen in der Schale stark gestiegen, während bei den Kernen ein weitaus weniger beeindruckender Anstieg zu verzeichnen ist. In Kalifornien sind die Aussichten für 2026/2027 nicht besonders vielversprechend. China ist dabei der wichtigste Akteur, den es im Auge zu behalten gilt.
Ölsaaten
28.05.2026
SEOUL/NEU-DELHI. Über die aktuelle Ausschreibung wollte Südkorea 20.000 mt Sesam kaufen. Ganz konnte diese Menge nicht erreicht werden. Indien, Pakistan und Burkina Faso konnten sich jeweils einen hohen Anteil sichern. Indiens Sesamexporte sind um 22% zurückgegangen.
Ölsaaten
27.05.2026
SOFIA/DALIAN. Der bulgarische Sonnenblumenkernmarkt bleibt träge. Die Türkei hat Lieferungen aus Argentinien abgewiesen. EU-Länder haben ihre Sonnenblumenkernimporte aus Drittstaaten in dieser Saison um mehr als 70% gesteigert.