DMK: Stimmungsbild zum Mais 2026
24. Juni 2026 um 15:37 ,
Der AUDITOR
Folgend die Ergebnisse nach Regionen:
Norddeutschland
In Mecklenburg-Vorpommern präsentiert sich die Entwicklung der Maisbestände derzeit noch recht verhalten. Ursächlich hierfür ist eine kühle Juni-Periode. Die Pflanzen befinden sich aktuell überwiegend im 3- bis 7-Blattstadium. Unter den kühlen Bedingungen war die Kälte- und Herbizidtoleranz der Bestände stark gefordert, wobei sich deutliche sortenspezifische Unterschiede zeigten. Mit der angekündigten Erwärmung wird nun jedoch eine Beschleunigung des Wachstums erwartet.
In Schleswig-Holstein war die konventionelle Maisaussaat ohne Vornutzung der Flächen Anfang Mai abgeschlossen, während Mitte April gesäter Mais nach rund 14 Tagen auflief. Die Witterung zeigte sich im Mai extrem unbeständig. Regionale Gewitter brachten sehr ungleichmäßig verteilte Niederschläge zwischen 0 und über 50 mm. Zudem hinterließen die Eisheiligen mit Nachtfrösten deutliche Spuren in Form von abgefrorenen braunen Blattspitzen, Eintütungen und starker Schlingenbildung bei den frühen Saaten. In den anschließenden wärmeren Maitagen traten temporäre blau-violette Blattverfärbungen auf, die auf sortenabhängige Unterschiede im Phosphataneignungsvermögen hinwiesen, sich mit zunehmender Wärme aber wieder legten. Demgegenüber zeigt der nach der Ackergrasernte gesäte Mais trotz der Wetterkapriolen und dank viel Sonnenschein keine abiotischen Auffälligkeiten. Schäden durch Vogelfraß, Drahtwürmer oder Fritfliegen blieben minimal. Herausfordernd gestaltete sich der Pflanzenschutz aufgrund anhaltender Winde und starker Tag-Nacht-Temperaturunterschiede. Der Juni verläuft wechselhaft, aktuell wird Gülle gefahren und viele Bestände stehen kurz vor dem Reihenschluss.
Westdeutschland
In Nordrhein-Westfalen konnte der Mais termingerecht ab Mitte April gelegt werden. Da die Temperaturen in den ersten beiden Maiwochen jedoch deutlich unter dem Durchschnitt lagen, benötigten die Bestände regelmäßig drei Wochen und mehr für den Feldaufgang. Gleichzeitig setzte ergiebiger Regen ein – regional fielen von Anfang Mai bis Mitte Juni über 200 mm –, wodurch das April-Niederschlagsdefizit mehr als ausgeglichen wurde. Aufgrund der anhaltenden Feuchtigkeit und des guten Bodenschlusses blieben Schäden durch Vogelfraß gering, da die Vögel ausreichend alternatives Futter fanden. Auf staunassen Flächen in den bekannten „nassen Löchern“ tut sich der Mais allerdings weiterhin schwer. Unter den kühlen Auflaufbedingungen kam es vereinzelt zu Feldaufgangsverlusten und sehr heterogenen Beständen, was auch auf Differenzen in den Saatgutqualitäten zurückzuführen ist. Zudem zeigt sich landesweit ein latenter Fritfliegenbefall bei frühen Saaten sowie vereinzelte Herbizidschäden, die sich mit der seit dem 20. Mai eingesetzten Erwärmung nun schnell auswachsen. Im Landesmittel ist der Entwicklungsstand als durchschnittlich einzustufen. Erste Bestände haben bei Wuchshöhen von rund 100 cm die Reihen geschlossen. Mit der Blüte ist bis Mitte Juli zu rechnen, da sich die Temperatursumme exakt auf dem Niveau des 30-jährigen Mittels bewegt.
Ostdeutschland
In Brandenburg sind die Bestände überwiegend gut und gleichmäßig aufgelaufen. Nach einer anfänglichen Wachstumsstagnation, die durch das geringe Temperaturniveau im Frühjahr verursacht wurde, hat sich die Entwicklung seit Ende Mai und Anfang Juni deutlich beschleunigt. Der Mais befindet sich gegenwärtig größtenteils im Stadium BBCH 31/32. Da die Niederschläge in den meisten Regionen moderat ausfielen, sind bislang keine Trockenstresssymptome sichtbar. Für das Gesamtergebnis des Maisjahres werden jedoch die Niederschlagsverhältnisse im Juli während der entscheidenden Phase der weiblichen Blüte ausschlaggebend sein.
Süd-/Südwestdeutschland
In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Die Aussaat begann um den 10. April unter günstigen Bedingungen und war überwiegend noch im April abgeschlossen. Die Bestände liefen zügig sowie gleichmäßig auf und erreichten in warmen Lagen wie dem Rheingraben bereits um den 10. Mai das 4-Blatt-Stadium, weshalb Schäden durch Vogelfraß, Drahtwürmer oder Fritfliegen gering blieben. Auch die erste Ausbringung von Trichogrammen gegen den Maiszünsler erfolgte dort bereits Mitte bis Ende Mai. Obwohl eine Kältephase um die Eisheiligen die Entwicklung kurzzeitig bremste, ist der Mais in den wärmeren Regionen zum jetzigen Zeitpunkt weiter als in den Vorjahren.
Zeitgleich zeigen sich in anderen Teilen Baden-Württembergs ungleichmäßige Bestände, wo der Feldaufgang aufgrund von Trockenheit suboptimal verlief und die Entwicklung etwa acht Tage hinter dem Vorjahr zurückbleibt. Aktuell hängen die Bestände stark von der regionalen Niederschlagsverteilung ab: Während sie in Gebieten mit jüngsten Gewitterschauern – wie der Südpfalz, dem Westerwald, der Eifel, Oberschwaben und dem Hegau – sehr vielversprechend aussehen, leiden die übrigen Standorte unter extremen Temperaturen von über 35 °C und starkem Trockenstress. Sollte die heiße und trockene Witterung bis in den Juli anhalten, drohen insbesondere auf den leichten, kiesigen Böden am Oberrhein und in der Vorderpfalz erhebliche Ertragseinbußen.
In Bayern ist eine pauschale Aussage zum Maisjahr 2026 aufgrund der extremen Frühjahrstrockenheit (regional 60 bis 80 % weniger Niederschlag von März bis Mai) unmöglich. Es zeigt sich eine enorme Heterogenität, und das Ertragspotenzial hängt massiv von der Bodengüte sowie der Bewirtschaftung ab: Flächen mit minimaler Bodenbearbeitung im April liefen sehr gleichmäßig auf und wurzelten tief, während späte Saaten (etwa nach einer GPS-Zweitfrucht) oder intensiv bearbeitete Böden mangels Bodenfeuchtigkeit oft sehr lückig blieben und teilweise erst nach den Juni-Regen vereinzelt aufliefen. Entsprechend ungleichmäßig präsentieren sich die Regionen: In Oberbayern West, Schwaben und Niederbayern reicht die Spanne vom 4-Blattstadium bis hin zu geschlossenen, hüfthohen Reihen. In Mittelfranken und Oberfranken variieren die Wuchshöhen je nach klimatischer Lage extrem zwischen 30 und 100 cm, wobei der Juni-Regen den meisten Beständen eine gute Entwicklung ermöglichte. In Unterfranken steht der Mais bei 40 bis 50 cm noch gut da, zeigt in warmen Lagen wie Mainstockheim aber bereits erste Blattrandroll-Symptome. In der Oberpfalz und in Oberbayern kam es im Mai vereinzelt zu Spätfrost- und Kältestress sowie zu sichtbaren Blattaufhellungen nach Herbizideinsätzen; die Bestände erholen sich jedoch mit der Wärme. Während die anstehende Hitzewelle dem Mais aktuell noch wenig ausmacht, sind die Wasservorräte insbesondere auf leichten Böden nahezu aufgebraucht. Mittlere bis gute Erträge sind in den meisten Regionen noch möglich, sofern im entscheidenden Monat Juli zeitnah weitere Niederschläge fallen.